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Schkeuditzer kauft „Gasthof zum Blauen Engel“

Rettungsmission Schkeuditzer kauft „Gasthof zum Blauen Engel“

Der „Gasthof zum Blauen Engel“ hat neue Besitzer: Reinhard Gipp und seine Ehefrau Ingrid Bräuer-Gipp haben das historische und denkmalgeschützte Gebäude am Schkeuditzer Markt erworben. Nun soll es Schritt für Schritt saniert werden.

Reinhard Gipp (links) und Sohn Daniel wollen den „Blauen Engel“ erhalten und dabei selbst Hand anlegen.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Der „Gasthof zum Blauen Engel“ hat neue Besitzer: Reinhard Gipp und seine Ehefrau Ingrid Bräuer-Gipp haben das historische und denkmalgeschützte Gebäude am Schkeuditzer Markt erworben. „Zu einem für beide Seiten fairen Preis“, wie Reinhard Gipp meinte, ohne dabei konkreter zu werden. „Wir haben uns zu Hause lange und ausgiebig über den ,Blauen Engel‘ unterhalten. Erste Gespräche mit der Wohnungsverwaltung hat es schon 2014 gegeben“, berichtete Gipp.

Ausschlag für diese ersten Gespräche gab damals ein Abriss auf dem Grundstück des Gasthofes. Im Juni 2014 nämlich waren drei Stallungen gefallen, die in Fachwerk- und Lehmbauweise errichtet wohl ähnlich alt waren, wie der Gasthof selbst. Die Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV), der bisherige Eigentümer, hatte mit Zustimmung des Denkmalamtes – denn auch die Stallungen standen unter Denkmalschutz – abreißen dürfen. Der Abriss erfolgte schnell und auf Kosten der SWV und sollte einen damals schon existierenden Interessenten wohl zum Erwerb anstacheln (die LVZ berichtete).

Mehr als zehn Jahre stand das Gebäude, das zu den ältesten der Stadt gehört, zuvor leer. Genauso lange suchte die SWV einen Käufer, da das städtische Unternehmen sich nach wie vor im Konsolidierungs-Modus befindet und eine Sanierung unmöglich selbst hätte stemmen können. Schließlich folgte der Antrag, auch den Gasthof abreißen zu dürfen. Wie berichtet, lehnte der Denkmalschutz ab, woraufhin die SWV Widerspruch einlegte, ohne diesen aber je zu begründen. Ende Juni dann kam die freudige Botschaft: In Form einer Pressemitteilung gaben Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) und SWV-Geschäftsführer Gerald Fritzsche bekannt, dass der „Blaue Engel“ verkauft und saniert werden soll.

Am 29. Juli ist der Verkauf notariell beurkundet worden, informierte Fritzsche jetzt. „Wir sind in jedem Fall froh, dass es zu so einem glücklichen Ende gekommen ist. Denn es schwebte ja immer noch die Möglichkeit eines Abrisses über dem Gebäude“, sagte der SWV-Geschäftsführer. Der jetzige Käufer kenne alle mit dem Denkmalschutz verbundenen Auflagen und akzeptiere sie.

„Ich bin kein Investor. Ich bin ein Unternehmer“, betonte Gipp. Der Schkeuditzer habe beim Maschinen- und Apparatebau (MAB) Schkeuditz Maschinen- und Anlagenmonteur gelernt, ist nun selbstständig und seit Jahren im Bereich der Sanierung von Altbauten tätig. Auch in Schkeuditz gebe es dafür mehrere Objekte. „Wir haben etwa das Gebäude Zum Herrnholz 30 von Grund auf saniert“, erwähnte Gipp. Mit dem Denkmalamt habe er dabei regelmäßig zusammengearbeitet. Nun, nach dem Kauf des „Blauen Engel“, gehe es primär darum, dessen Gebäudesubstanz zu erhalten und zu sichern. Dafür will Gipp zunächst Sicherungen am Dach vornehmen. „Hier ist über Jahre Wasser eingedrungen und hat im Inneren erheblichen Schaden angerichtet“, sagte Gipp.

„Eine schnelle Sanierung dürfen die Schkeuditzer aber jetzt nicht erwarten“, sagte der 56-Jährige, der betont, aus Idealismus gehandelt zu haben. Was ihn im Gebäude-Inneren konkret erwartet, wisse der Unternehmer noch nicht. Bei den bisherigen Sanierungen habe er mit Schkeuditzer Firmen zusammen gearbeitet. Das werde wohl auch beim „Blauen Engel“ so kommen. Aber vor allem wolle er selbst Hand anlegen und habe dabei unter anderem durch seinen Sohn Daniel auch familiäre Unterstützung.

„Den Ablauf der Sanierung mit dem bei der Kleinliebenauer Kirche zu vergleichen, halte ich für treffend“, sagte Gipp. Nur, dass bei seinem Projekt eben kein Verein im Hintergrund steht. Die Kleinliebenauer Variante habe zwar seine Vorteile, sei für den Schkeuditzer unter anderem auch wegen dann notwendiger Abstimmungen innerhalb eines Vorstandes aber nicht in Betracht gekommen. Ein Konzept für die spätere Nutzung gebe es noch nicht. Nur so viel: „Ein Wohnhaus wird es wohl nicht werden“. Und das Fehlen der Stallungen bedauerte Gipp als nicht mehr existierende Biergartenkulisse.

Von Roland Heinrich

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