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Schkeuditz Schlägerei nach Gerangel in Dölziger Disko
Region Schkeuditz Schlägerei nach Gerangel in Dölziger Disko
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12:24 24.05.2011
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Dölzig

So nannte das Geschehen am 17. Oktober im vergangenen Jahr auch ein Zeuge, ein Zerspanungsfacharbeiter aus Merseburg.

Das recht blutige Ereignis sorgte für viel Aufregung unter den vielen Disko-Besuchern. Ohne ersichtlichen Grund und nach mehrstündigen verbalen Auseinandersetzungen und Provokationen flogen plötzlich in einer Männerrunde die Fäuste. Zwei junge Leute wurden verletzt, ein Rettungswagen rollte vor, Wunden im Gesicht wurden ärztlich behandelt. Das Motiv für die wüste Schlägerei konnte Richterin Carmen Grell auch zur Verhandlung des Falles vor dem Amtsgericht bei Angeklagtem und Zeugen nicht herausbekommen. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt war ein 25-jähriger Schkeuditzer, der in der musikalischen Stätte in besagtes Gerangel verwickelt war und beim Verlassen der Disko gegen 4 Uhr einem Türsteher, einer Fachkraft für Schutz und Sicherheit, wie der als Beruf angab, mit der Faust ins Gesicht schlug. Fast konnte man zusehen, wie schnell eine Gesichthälfte insbesonders um das Auge herum danach beim Opfer zuschwoll.

Der Geschädigte brauchte allerdings keine Aussagen vor Gericht zu machen, da er sich sonst selbst hätte belasten müssen – er hatte offensichtlich zuvor als erster auf den Angeklagten noch im Haus eingeschlagen. Ein zweiter geladener Zeuge wollte nun auch nichts mehr sagen, musste aber, da er nach eigenen Angaben angeblich nicht am Gerangel beteiligt war und sich somit nicht selbst belasten konnte. Aber außer vagen Ausreden („Ich habe wenig mitbekommen, bin erst, als alles vorbei war, um die Menge der aufgeregten Disko-Besucher herumgekommen“) erfuhr das Gericht nichts Konkretes.

Es war also eine Schlägerei unter Schlägern. Denn der Angeklagte hat, wie er dem Gericht mitteilte, nicht nur selbst viele Schläge einstecken müssen, er hat genauso auch ausgeteilt. Mehrere Vorstrafen stehen zu Buche, alles Urteile wegen vorsätzlichen Körperverletzungen. Mit Kumpels ging er in Leipzig sogar nachts auf Suche, um ihm unbekannte und völlig unschuldige Opfer zu verprügeln und zu verletzen – wem fallen da nicht die jetzt gehäuft auftretenden U-Bahn-Gewalttaten ein? Eine Geldstrafe hat er bezahlt, doch das richtige Verhalten in der Bewährungszeit ist noch nicht da. Sowohl das Eilenburger Jugendgericht – ein Jahr und vier Monate – als nun auch Richterin Carmen Grell – sieben Monate – haben Bewährungsstrafe ausgesprochen. Die dauert zwei Jahre. Dem jungen Mann muss klar sein: Nicht nur, wenn noch einmal seine Fäuste fliegen, sondern schon beim kleinsten Kaugummi-Klau im Supermarkt warten unweigerlich das Gefängnis und ein über zwei Jahre dauerndes Knastleben auf ihn.

Hellmut Mauersberger

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