Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Schule beeindruckt Südkoreaner
Region Schkeuditz Schule beeindruckt Südkoreaner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 19.05.2015
Celine Dauksch (links) und Theresa Jahr aus dem 1. Lehrjahr erlernen am Schkeuditzer BSZ das Friseur-Handwerk. Vor den interessierten Blicken zweier Südkoreanerinnen üben sie am künstlichen Haar verschiedene Schneidetechniken. Quelle: Olaf Barth

"Das war ein sehr, sehr nützlicher Besuch. Wir werden versuchen, einiges von dem Ausbildungssystem, das wir hier kennengelernt haben, in unserem Land zu übernehmen. Dafür würde ich mir eine Kooperation wünschen", sagte nach dem Rundgang durch einige Lehrwerkstätten der südkoreanische Delegationsleiter Tae-Jeong Kim. Der 52-Jährige sprach von dem Problem in Südkorea, dass zu viele Jugendliche studieren wollen und sich Bürojobs wünschen, aber nicht praxisorientiert ausgebildet werden. Das wäre auch ein Grund für die hohe Jugendarbeitslosigkeit.

Bei den Besuchern handelte es sich um Vertreter aus den Wirtschafts- sowie dem Kultusministerium des Landes. "Sie sind gekommen, um zu erfahren, warum Deutschland so erfolgreich ist und wie es die Grundlagen für seine Erfolge in der Ausbildung legt", übersetzte Dolmetscher Young-In Park die Antwort auf eine entsprechende Frage. Der junge Mann hatte selbst in Deutschland ein Gymnasium besucht und lebt jetzt in Mainz. Interessiert hatten sich die Gäste mit seiner Hilfe zunächst in einem Schulungsraum von BSZ-Leiter Dietrich Lehne das duale Berufsausbildungssystem - Theorie und Lehrwerkstatt in der Schule, praktische Arbeit im Betrieb sowie weitere Ausbildungsmöglichkeiten bis zur Studienreife - erklären lassen. Die anschließende Fragerunde dauerte sogar länger als geplant, so groß war das Interesse. Viele der Besucher schrieben fleißig mit und schienen beeindruckt.

Das setzte sich beim Rundgang durch die Werkstätten der Tischlerei, des Friseurhandwerks und der Logistiker und Lageristen fort. Manch Kamera wurde gezückt, um die Lehrlinge beim Frisieren, Feilen oder Schreiben von Lagerlisten abzulichten. Die Berufsschul-Lehrer standen für Fragen bereit, kümmerten sich ansonsten aber weiter um die Ausbildung. Denn trotz des vielköpfigen Besuches wurden die Arbeiten nicht unterbrochen. Die Lehrlinge ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn ihnen die Besucher genau auf die Finger oder über die Schulter schauten.

Zustande gekommen war der kurzfristige Besuch auf Anfrage von World-skills-Manager Jörn Garrels: "Als sich die Delegation ankündigte, hatte Herr Lehne spontan einer Besichtigung zugestimmt." Das BSZ gehört auch in knapp einem Monat bei der in Leipzig ausgetragenen Berufe-Weltmeisterschaft zu den offiziellen Besichtigungspunkten für Interessenten aus der ganzen Welt. "Für uns ist das schon mal so eine Art Generalprobe. Wir sind ja auch stolz auf unsere Schule und stellen sie gern vor", sagte Lehne auch in voller Überzeugung, dass das duale System in Deutschland eine sehr hochwertige Ausbildung zur Folge hat. "Der Abschluss eines hoch qualifizierten Facharbeiters ist hier mehr wert, als in manch anderen Ländern der Abschluss als Bachelor", sagte der Schulleiter.

Eine Grundlage für dieses erfolgreiche Ausbildungssystem seien für ihn die enge Zusammenarbeit von Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Berufsschulen sowie Betrieben. "Unsere Schule muss sich da nicht verstecken. Wir sind dank einer guten Finanzierung durch den Landkreis gut ausgestattet, können hier in neun verschiedenen Berufen ausbilden und Lehrlinge bis zum Studium zum Beispiel auf der Fachoberschule führen. Das ist dank unseres offenen Systems für einen immer weiteren Abschluss möglich", erklärte Lehne.

Gegenüber einer von den Südkoreanern angeregten möglichen Kooperation zeigte sich Lehne offen. Gern nahm er auch das Lob der Asiaten für seine Einrichtung entgegen. Konkretes wurde allerdings noch nicht vereinbart. Zunächst bereitet sich das BSZ Schkeuditz gespannt auf den Besuch der nächsten internationalen Gäste nächsten Monat vor. Olaf Barth

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.06.2013

Olaf Barth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die rund 20 Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Modellbahn Schkeuditz haben für ihr gemeinsames Hobby nach langer Suche ein neues Domizil gefunden. Denn die Stadtwerke Schkeuditz (SWS) stellen den Hobby-Bastlern jetzt auf ihrem Gelände in der Edisonstraße ein seit Jahren als Lager genutztes Gebäude zur Verfügung.

19.05.2015

In der Innenstadt gibt es genügend Stellflächen. Selbst wenn der wilde Parkplatz zwischen Rathaus und Bürgeramt bebaut wird, stehen Alternativen, vor allem im Bereich Kulturhaus Sonne, zur Verfügung.

19.05.2015

Der Schkeuditzer Ortsteil Glesien wird zur Großbaustelle. Denn wie bereits berichtet, schließen die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) diesen Sommer weitere Straßen an das zentrale Abwassernetz an.

19.05.2015
Anzeige