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„Schweinchenjagd“ mit Spaß und Beaujolais

„Schweinchenjagd“ mit Spaß und Beaujolais

Französischer Wein müsste es nicht zwingend sein. Dennoch greift der gemeine Schkeuditzer gern zum Rebensaft. Vor allem sehr gern zum Beaujolais, dem nicht nur in Frankreich heilende Kräfte nachgesagt werden.

Schkeuditz. Der Hang zum Beaujolais hat in der Stadt des Kopflosen zwei Gründe, die untrennbar miteinander verknüpft sind: Erstens greifen die frankophilen Freunde schon aus Sympathie für ihre Freunde aus Villefranche zum Beaujolais. Und zum Zweiten wurde eine Ballsportart importiert, die es zwingend gebietet, zum erquickenden Gläschen zu greifen.

Am Sonntag, zu jener Zeit, als die Sonne noch nicht ganz ihren Höchststand erreicht hatte, wurde in der Amtsgasse der erste Korken gezogen. Das konnten die 52 anwesenden Gäste am Bouleplatz bei genauem Hinhören wahrnehmen. Kurz darauf klirrten mit einem fröhlichen „A la Santé“ – „Auf die Gesundheit“ die ersten Gläschen. Alljährlich vollzieht sich dieses Spektakel nach der gleichen Zeremonie. Denn stets im Mai beginnt für die Mitglieder des Freundeskreises Schkeuditz-Villefranche die Boulespiel-Saison. Acht Teams machten sich auf dem rotfarbigen Ascheplatz auf „Schweinchenjagd.“ Und zwar mit Kugeln, die bei bösartigem Willen auch mehr als eine Beule verursachen können. Soweit kam es am Sonntag gar nicht erst. Denn das „Schweinchen“, französisch cochonnet genannt, quiekt nicht. Es hat auch keine Beine, sondern ist kugelrund und hat einen Durchmesser von knapp 35 Millimetern. So wird die Zielkugel auf dem Spielfeld im Boulodrome platziert und fortan mittels handlicher Kugeln versucht, dem kleinen Kügelchen am nächsten zu kommen. Wer zuerst sieben Punkte auf seinem Konto zählen kann, hat gewonnen.

Die wilde Jagd verfolgte Christa Lange sitzend von einer Bank am Spielfeldrand. „Ich trage Zeitungen aus und war heute schon drei Stunden unterwegs“, begründete die Schkeuditzerin, die auch zum frankophilen Freundeskreis gehört. „Sonst würde ich schon mitspielen, schließlich ist das bei so einem Sonnenschein ganz klasse“, sagte die 65-Jährige. Nur ein wenig wärmer hätte es ihrer Meinung nach sein können. Ihre Leidenschaft für die gemütliche Sommersportart erklärt sie wie folgt: „Es ist ein Vergnügen zu siegen, gegeneinander anzutreten. Schließlich kämpft jeder um einen guten Platz“, schilderte Lange.

Das sportliche Engagement auf dem Platz fördert außerdem den Gemeinschaftssinn. So stieg die Mitgliederzahl des deutsch-französischen Freundeskreises seit seiner Vereinsgründung 1994 von 20 Mitgliedern auf 45. Seit nunmehr sechs Jahren können diese in der Amtsgasse „boulen.“ Einmal im Monat, immer den zweiten Sonntag trifft man sich auf der Anlage. Auch Boulespieler, die dem Verein nicht angehören sind gern gesehen. Wer auch ohne die Gemeinschaft auskommt, oder nur einfach still und heimlich üben will, kann sich im Buchladen eine Bouleset leihen. Die Regeln sind auf der Stele am Eingang festgehalten.

Übrigens: Die erfahrenen Schkeuditzer Boulespieler verzichten im Winter auf jegliches Training mit den Kugeln. „Im Winter trinken wir Wein“, begründete Ilka Stascheit-Deml lächelnd. Zwölf Flaschen standen beim Turnier am Sonntag bereit. Das Leeren dieser war allerdings nicht zwingend notwendig.

Alexander Bley

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