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Seit 2000 sind in Schkeuditz fast 50 Denkmale abgerissen worden

Überarbeitung der Denkmalliste Seit 2000 sind in Schkeuditz fast 50 Denkmale abgerissen worden

Ein Abrissantrag für den „Gasthof zum Blauen Engel“ in Schkeuditz ist bei der Denkmalbehörde bisher nicht eingegangen. Das bestätigte gestern Jürgen Liebau, Sachgebietsleiter Denkmalschutz im Landratsamt Nordsachsen. Gerald Fritzsche, Geschäftsführer der Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV) – dem Eigentümer des Gasthofes – kann das erklären: „Es sind noch letzte Zuarbeiten zum Antrag zu erledigen“, sagte er.

Der Eigentümer SWV möchte den „Blauen Engel“ abreißen lassen.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Ein Abrissantrag für den „Gasthof zum Blauen Engel“ in Schkeuditz ist bei der Denkmalbehörde bisher nicht eingegangen. Das bestätigte gestern Jürgen Liebau, Sachgebietsleiter Denkmalschutz im Landratsamt Nordsachsen. Gerald Fritzsche, Geschäftsführer der Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV) – dem Eigentümer des Gasthofes – kann das erklären: „Es sind noch letzte Zuarbeiten zum Antrag zu erledigen“, sagte er. Erst dann verlasse das Papier das Haus.

Wie berichtet, will die SWV den unter Denkmalschutz stehenden einstigen Gasthof am Markt abreißen lassen und greift mit der Erarbeitung jenes Antrags zum wohl letzten Mittel, um einen vorhandenen Investor bei der Stange zu halten. Im Vorfeld hatte es Gespräche zu einem Teilabriss gegeben, die augenscheinlich gescheitert sind.

Dass der Gasthof jedoch durch Abriss aus dem Stadtbild verschwindet, ist eher unwahrscheinlich. „Der ,Blaue Engel‘ ist eines der ältesten, wenn nicht das älteste Profangebäude in Schkeuditz“, sagte Liebau vom Denkmalschutz. Das mit der Jahreszahl 1660 bezeichnete Portal in Renaissanceformen sei schon an sich ein Alleinstellungsmerkmal. Dazu komme die stadtbildprägende Lage am Markt und die Verbindung zur Familie Lessing. „Insofern ist es ein wertvolles Denkmal“, schätzte Liebau ein.

Am gestrigen Abend sind die Schkeuditzer Stadträte nun zur grundsätzlichen Denkmalsituation und über eine Überarbeitung der Denkmalliste von 1995 informiert worden, die das Landesamt für Denkmalpflege im Rahmen einer Digitalisierung vorgenommen hat. Demnach werde die aktuelle Liste nun 108 Denkmale weniger umfassen, als die von vor 20 Jahren. Davon seien 50 in der Vergangenheit abgebrochen worden.

Relativiert wird diese Zahl durch eine Information, die Liebau auf Nachfrage der LVZ gab: „Seit 2000 wurden 49 Denkmalobjekte abgebrochen.“ Während also in den fünf Jahren bis 2000 nur ein Denkmal fiel, wurden in den letzten 15 Jahren pro Jahr durchschnittlich mehr als drei Denkmale Opfer der Abrissbirne. „Das sind sehr viel. Dabei inklusive sind natürlich auch Abbrüche, die in Zusammenhang mit der Flughafenerweiterung, der problematischen Ortslage Kursdorf und mit dem neuen Wohngebiet Altscherbitz sowie der Abbruch einsturzgefährdeter Gebäude stehen“, meinte Liebau.

In der aktuellen Denkmalliste nennt das Landesamt 256 Denkmale für Schkeuditz. Liebau konkretisiert: „In Schkeuditz gibt es 179 Objekte – zum Teil Wohnanlagen mit Häusern – die nach Hausnummern 256 Adressen ergeben.“

Von Roland Heinrich

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