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Seniorinnen halten sich mit Sport fit

Seniorinnen halten sich mit Sport fit

Adrett gekleidet in schwarzer Sporthose, blümchenverzierten Stoffschuhen und einem dunkelblauen T-Shirt mit der Aufschrift SVG Schkeuditz steht Ruth Maaß vor ihren 27 Sportfreundinnen.

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Übungsleiterin Ruth Maaß (vorn) macht auch diese Übung mit dem Hula-Hoop-Reifen vor: Ihre 27 Sportfreundinnen folgen ihr. Heute wollen die Frauen das 25-jährige Bestehen dieser Abteilung der TSG Schkeuditz feiern.

Quelle: Karoline Maria Keybe

Schkeuditz. Jeden Dienstag scheucht die 75-Jährige ihre Damen eine ganze Stunde durch die Turnhalle in der Goethestraße. Die Trainerin ruft: „Ich begrüße euch alle mit einem kräftigen ..“ Die in einer Linie aufgereihten Frauen schreien zurück: „ ..Sport frei!“ Anschließend wird durchgezählt. Wer denkt, hier werden nur Atem- und Entspannungsübungen gemacht, der hat sich geirrt. Die Sportstunden beginnen mit Erwärmungsübungen. Eine Bank steht den Turnerinnen im Weg und muss verrückt werden. Angebotene Hilfe wird dankend abgelehnt. „Wir sind doch alle Sportlerinnen,“ ruft Gertraud Petzold lachend und schiebt das sperrige Gerät an den Rand. Mit ihren 79 Jahren liegt Petzold im Durchschnittsalter dieser Abteilung der Turn- und Sportgemeinschaft Schkeuditz (TSG Schkeuditz). Schon seit den 40er-Jahren hat sich die Rentnerin der Bewegung hingegeben. Aber mehr als einmal die Woche schafft Petzold es auch nicht zum Sport. „Ach,“ seufzt sie, „wir haben doch noch so viele andere gesellschaftliche Verpflichtungen.“Maaß klatscht in die Hände. Die Erwärmung ist vorbei. Jetzt geht es ans Eingemachte. Jeder holt sein Gymnastikband. Die Halle ist jetzt abwechselnd mit roten und blauen Farbtupfern besetzt. Auf der Bank stehend, verfolgt die Trainerin das Schauspiel. Bereits seit September 1995 leitet sie das Seniorenturnen und das, ohne dabei auf jegliche Notizen zurückzugreifen. „Das habe ich alles im Kopf,“ sagt Maaß. Jeden Montag vor dem Turnen geht die Pensionärin ihr Trainingsprogramm durch und beliest sich über neue Übungen. Die Mühe und Arbeit wird von den Damen mit Klatschen und Schulterklopfen belohnt. „Unsere Sportfreundin Ruth macht das ganz toll,“ sagt die „Tanzmaus“ Brigitta Schneider völlig außer Atem. Der Spitzname wurde der 84-Jährigen von anderen Vereinsmitgliedern verliehen. Woher der kommt, will sie aber nicht verraten. Schneider schmunzelt nur.Etwa 20 Minuten dauert jede Übung. Die sind nun vorbei, das Gymnastikband wird beiseite gelegt und Maaß greift zum Hula-Hoop-Reifen. Fein- und Grobmotorik sowie Koordination und Beweglichkeit werden trainiert. Aber nicht nur das: Spaß haben die Frauen auch. Sie genießen sichtlich die Freude an der Bewegung und an der Gemeinschaft. Aus jeder Ecke der Turnhalle ertönt Lachen und Tuscheln.Sechzig Minuten sind um. Mitunter wirken die im gesetzteren Alter schon etwas länger. Sichtlich erschöpft lassen die Turnierinnen die letzte Übung ruhig ausklingen. Doch bevor die Frauen wieder ihre Wege gehen, wird sich in Reihe aufgestellt. Natürlich mit dem Gesicht in Richtung ihrer Übungsleiterin Maaß. „Wir beenden unsere Sportstunde mit einem kräftigen ..,“ ruft Maaß „..Sport frei!“ kommt es nicht mehr ganz so kräftig wie am Anfang zurück.Während Maaß den sich verabschiedenden Frauen nachblickt, meint sie: „Es ist nicht nur der Sport, der sie hierher führt. Es ist vor allem das Kollektiv.“ Genau dieser Zusammenhalt besteht mit dem heutigen Tag mittlerweile seit 25 Jahren. Bei einem Gläschen Sekt wollen die Frauen das heute feiern und auf der Bowlingbahn mal eine ruhige Kugel schieben.

Olaf Barth

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