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Sonnenuhr nun doch nicht auf dem Markt? - Schkeuditzer zieht Schenkung an Stadt zurück

Sonnenuhr nun doch nicht auf dem Markt? - Schkeuditzer zieht Schenkung an Stadt zurück

Erik Weickert, Betreiber des privaten Schkeuditzer Uhrenmuseums, hat die Faxen dicke. Nach fast zwei Jahren verabschiedet er sich nun von dem Vorhaben, der Stadt eine Sonnenuhr schenken zu wollen.

Schkeuditz. Anlass ist eine Reaktion des Oberbürgermeisters Jörg Enke (Freie Wähler). Die Gründe liegen tiefer.

Seit September 2011 ist es zumindest öffentlich bekannt, dass die Uhrenfreunde im privaten Uhrenmuseum am Markt eine Sonnenuhr in der Herstellung hatten, die nach Fertigstellung der Stadt Schkeuditz geschenkt werden soll. Im Frühjahr sollte sie auf dem Markt aufgestellt werden. Jetzt zieht Weickert die Schenkung zurück. "Ich fühle mich veralbert und werde von dem Vorhaben wieder Abstand nehmen", sagte er auf Nachfrage der LVZ.

Hintergrund dieses Sinneswandels ist eine Reaktion des Oberbürgermeisters während des Schkeuditzer Stadtfestes: Glesiens Ortsvorsteher Manfred Putzke (CDU) habe das Stadtoberhaupt gebeten, sich die Uhr im Teehaus Tea-Time - hier befindet sich auch das private Uhrenmuseum - einmal anzuschauen. "Dazu habe ich jetzt keine Lust", habe Enke reagiert. "Das ist sinngemäß so gesagt worden", bestätigte Putzke gestern und deutete eine tatsächlich schärfere Formulierung an. Diese vermeintliche Reaktion - der Oberbürgermeister konnte dazu nicht befragt werden, er befindet sich im Urlaub - ist jedoch nur der Tropfen, der Weickerts Fass zum Überlaufen brachte. Er zeige die Haltung der Stadt.

Zur Standortfrage gibt es keine Einigung. Nachdem bereits vor einem Jahr Treffen dazu stattfinden sollten, hat es ein klärendes Gespräch bis heute nicht gegeben. Mehr noch: "Ich sollte noch einmal formulieren, was ich genau vorhabe", erzählte Weickert und sah dies schon als ein Zeichen, das "seine" Sonnenuhr nicht gewollt ist. "Mit der Bitte um Unterstützung ist Herr Weickert an mich als Stadtrat herangetreten", erklärte Putzke seine Rolle in dem Schenkungsfall. Deshalb habe der Glesiener Ortsvorsteher ein Schreiben formuliert und einen Lageplan zum künftigen Standort der Uhr beigefügt. "Daraufhin hat es zwei Termine gegeben, zu welchen jeweils eine Seite nicht konnte", erklärte Weickert. Ein Schreiben der Stadt, welches dann gefolgt sei, soll am Willen des Uhrenfreundes gezweifelt haben, den Zeitanzeiger tatsächlich aufstellen zu wollen. "Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Stadt die Sonnenuhr nicht haben will", sagte Putzke dazu.

"Ich habe mir einen ganzen Tag freigehalten, weil ich wusste, dass Herr Weickert in Schichten arbeitet. Bis einen Tag vorher sollte er eine Zeit vorschlagen. Weder schriftlich noch telefonisch hat er sich aber gemeldet", sagte Frank Wenzel vom Amt für Stadtentwicklung und Wirtschaft gestern. "Ich weiß weder, worum es konkret geht, noch wie die Uhr aussieht. Ein Bild aus dem Internet habe ich bekommen. Man muss sich doch mal unterhalten", sagte er. Das Schreiben, welches Putzke mit formulierte, kennt er jedoch.

Darin wird nichts zur Größe der Sonnenuhr gesagt. Ein Sockel wird beschrieben, der angeblich vom ehemaligen Kriegerdenkmal auf dem Markt stamme, und den Unterbau der Uhr bilden soll. Auch, dass daran zwei Plaketten angebracht werden sollen, ist erwähnt. Zum einen sollen auf diesen die Namen der Sponsoren vermerkt werden, zum anderen eventuell auch Informationen zum einstigen Denkmal. Völlig kostenneutral für die Stadt sollte die Uhr werden. "Aufbau, Ersatz bei Vandalismus und eventueller Demontage tragen allein die Privatpersonen, die sich auch um entsprechende Versicherungen kümmern", heißt es im Schreiben. Gerade auf Letzteres hatte der Oberbürgermeister als erste Reaktion auf die Schenkung hingewiesen.

"Die Sonnenuhr ist kein Flyer, den man mal in die Hand gedrückt bekommt. Da gibt es einiges zu klären. Ich bin auch weiter gern zu einem Gespräch bereit", sagte Wenzel und erwähnte, den Auftrag zur Klärung in die eine oder andere Richtung vom Oberbürgermeister erhalten zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2013

Roland Heinrich

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