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Staatsstraße wird für größere Baufläche verlegt

Staatsstraße wird für größere Baufläche verlegt

Die Staatsstraße 8 a, die auch Flughafenallee genannt wird, soll in ihrem Verlauf geändert werden. Das wurde jetzt bei der jüngsten Stadtratssitzung in Schkeuditz bekannt, in welcher es primär aber um dafür notwendige Vereinbarungen zwischen der Stadt, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und dem Flughafen Leipzig/Halle ging.

Schkeuditz. Jene Vereinbarungen sind nötig, um einerseits planen und bauen zu können und andererseits, damit dafür für die Stadt keine Kosten entstehen.

Bereits im Juni 2013 hatte der Stadtrat den Bebauungsplan "Nördlicher Bierweg" beschlossen. Dieser schließt mehrere jetzige Ackerflächen am Bahnhof Schkeuditz-West und eben auch einen Teilbereich der S 8a mit ein. Auch wenn 2013 von einer Umverlegung der Straße noch keine Rede war, ist sie seit letztem Jahr Bestandteil des B-Plans. Im November habe die Stadt das auch dem Lasuv mitgeteilt. Das Amt wiederum macht seine Zustimmung zu dem Vorhaben davon abhängig, dass die Staatsstraße im B-Plan-Gebiet den Charakter einer Ortsdurchfahrt erhält und damit in die Zuständigkeit der Stadt übergeht. Dadurch gehen Planung und Umbau der Straße auf Schkeuditz über.

Die Planung und Herstellung des neuen Streckenverlaufs ist jedoch mit Kosten verbunden, die Schkeuditz nicht tragen will. Schließlich führt der Straßenabschnitt als Verkehrserschließung an mehreren, ausschließlich vom Flughafen angebotenen Gewerbegebieten vorbei. Auch die Umverlegung der Straße kommt einzig dem Zuschnitt der Airport-Gewerbeflächen zugute. Demzufolge beschloss der Stadtrat auch gleich eine Vereinbarung, die mit dem Flughafen getroffen werden soll. Inhalt: Alle Kosten für Planung und Herstellung der neuen Trasse gehen auf den Airport über. Beide Beschlüsse wurden mit zwei Stimmenthaltungen und einer Gegenstimme gefasst.

"Ich sehe den Sinn für die Umverlegung der Straße nicht", begründete Oliver Gossel (Die Grünen) sein Nein. "Der Flughafen hat ausreichend Gewerbeflächen zur Verfügung, die noch leer sind. Und die Umverlegung der Straße erfolgt zugunsten eines Gebietes, für welches noch nicht einmal ein Interessent bekannt ist. Am Ende gehen die Unterhaltungskosten für die Straße zu Lasten von Schkeuditz", erklärte Gossel weiter. Auch wenn Bauamtsleiter Wolfgang Walter auf seine Nachfrage geäußert habe, dass für die Straßenunterhaltung vom Landkreis Nordsachsen Geld käme, entstünden eben auch für Schkeuditz Kosten.

Laut Antwort auf eine Stadtratsanfrage müsse für das jetzige Vorhaben kein Fördergeld der Europäischen Union zurückgezahlt werden. "Das hat das Lasuv geprüft", hieß es von der Verwaltung. Mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) nämlich ist die bisher anbaufreie, also durch freies Gelände führende Straße als westlicher Flughafenzubringer von der B 6 ausgebaut worden. Von da erst in Richtung Westen verlaufend, führt die S 8a in einer langgezogenen Kurve in Richtung Norden, parallel entlang der A 9. Jene langgezogene Kurve soll nun verschärft und spitzer gestaltet werden: In Richtung Westen wird die Straße verlängert und wird dann in Richtung Norden über eine 90-Grad-Kurve geführt. "Überall hört man, dass Straßen in ihrem Verlauf entschärft werden sollen. Entsteht dort dann nicht ein neuer Unfallschwerpunkt?", war eine Stadtratsfrage. "Unfallschwerpunkte haben wir in Schkeuditz eher an Ampelkreuzungen", sagte Ordnungsamtsleiter Michael Winiecki. Dennoch gestand er ein, dass der neue Streckenverlauf ein für den Verkehr komplizierter sei. Ob daraus ein erhöhtes Unfallrisiko entstehe, ließ er offen.

Die Fläche, die durch den Straßenumbau an Attraktivität gewinnt, wird westlich und südlich von der Straße sowie nördlich und östlich vom Flughafengelände und jenem Gebiet begrenzt, auf dem einst das Air-Cargo-Center der Dietz-AG entstehen sollte (die LVZ berichtete). "Die Umverlegung der Straße lässt auf dem Areal dann einen größeren, quadratischen Baukörper zu", erklärte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler). Ein Baustart für die Straße ist bisher noch unbekannt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.04.2015
Roland Heinrich

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