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Schkeuditz Stadt behält Verdacht auf Altlasten für sich
Region Schkeuditz Stadt behält Verdacht auf Altlasten für sich
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08:54 30.10.2015
Hier will die Sattlerei bauen, doch im Boden könnten Altlasten liegen.Roland Heinrich
Schkeuditz

Es hätte ein böses Erwachen für das Schkeuditzer Traditionsunternehmen Kübler geben können, hätte die Sattlerei ein Grundstück wie geplant und ohne Weiteres von der Stadt abgekauft. Wie sich nämlich herausstellte, werden auf dem Areal westlich des Beruflichen Schulzentrums Schkeudiz in der Edisonstraße Altlasten vermutet. Dort will die Sattlerei eigentlich einen Erweiterungsbau hinsetzen. „Wenn sich der Altlastenverdacht bewahrheitet, werden wir nicht kaufen“, sagte Firmeninhaber Markus Kübler gestern.

Wegen guter Auftragslage und wegen Platzmangels will sich die seit mehr als 180 Jahren familiengeführte Firma seit geraumer Zeit erweitern und war auf der Suche nach einem geeigneten Areal. In der Edisonstraße wurde das Unternehmen fündig. Dort hatte die Stadt eine 2100 Quadratmeter große Fläche im Angebot, wofür lediglich die Sattlerei ein Gebot abgab. Einstimmig votierte der Stadtrat Ende April dieses Jahres für den Verkauf an die Sattlerei.

„Nein, von der Stadt haben wir von der Altlasten-Vermutung nicht erfahren“, sagte der 40-jährige Firmenchef. Bei Gesprächen mit der Bank sei man auf diesen Fakt aufmerksam gemacht worden. Bei der Erstellung eines Wertgutachtens sei wiederum die Bank an diese Vermutung gelangt. „Das Grundstück tauchte in einem Altlastenverzeichnis beim Landkreis auf“, gab Kübler Informationen der Bank weiter. Er sei von dieser Aussage durchaus überrascht gewesen.

„Das Grundstück wurde auf der Homepage und gleichzeitig im Amtsblatt der Stadt Schkeuditz im Oktober 2014 ausgeschrieben“, informierte der für die städtische Öffentlichkeitsarbeit zuständige Helge Fischer auf Anfrage der LVZ. Im Bebauungsplan sei das Gebiet tatsächlich auch als Altlastenverdachtsfläche aufgeführt. „Wenn der Stadt Altlasten auf einer zum Verkauf anstehenden Fläche bekannt sind, wird darauf hingewiesen“, informierte Fischer. Da aber – wohl aufgrund nicht erfolgter Untersuchungen – keine konkreten Altlasten für das Grundstück benannt werden können, sparte sich Schkeuditz laut Kübler auch gleich, auf den bloßen Verdacht hinzuweisen.

Nun müsse zunächst untersucht werden, ob sich die Vermutung auf dem einst zum Maschinen- und Apparatebau (MAB) gehörenden Grundstück auch bewahrheitet. Diesbezüglich laufen Gespräche mit der Stadt, teilte Kübler mit. „Ein Prüfkatalog wird momentan erarbeitet“, sagte er und wies darauf hin, dass dieser „Hand und Fuß“ haben müsse. „Ich habe nichts gekonnt, wenn ich dann anfange zu bauen und es wird noch etwas gefunden“, äußerte der Firmenchef.

Kübler halte nach wie vor an dem Grundstück fest, werde aber beim Nachweis von Altlasten nicht kaufen. Einen „Plan-B“ hat er in dem Fall noch nicht. „Wir werden schon jetzt unseren ursprünglich sehr luftig gestalteten Zeitplan nicht einhalten können“, bedauerte Kübler. Ende nächsten Jahres sollte die neue, rund 600 Quadratmeter große Produktions- und Lagerhalle eigentlich stehen. Im Firmensitz in der Halleschen Straße sei es äußerst eng.

Das seit der Gründung 1833 in Schkeuditz ansässige Unternehmen wurde schon mehrfach ausgezeichnet, beschäftigt derzeit acht Mitarbeiter und rüstet inzwischen auch öffentliche Verkehrsmittel in Leipzig, Halle und anderen Städten mit Fahrzeugsitzen und Faltenbalgen aus.

Von Roland Heinrich

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