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Stadtwerke in Schkeuditz erneuern ihr Nahwärmenetz

Stadtwerke in Schkeuditz erneuern ihr Nahwärmenetz

Als jüngst im Neubaugebiet an der Robert-Koch-Straße das warme Wasser wegen eines kaputten Rohres ausblieb, war dies offenbar ein Vorgeschmack auf das, was den Anwohnern dort in naher Zukunft erneut bevorstehen könnte: kalt duschen und im Winter ohne Heizung dasitzen.

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Havarie neben dem SWS-Blockheizkraftwerk: Ein Mitarbeiter der Leipziger Firma Pfaffinger Rohrleitungsbau glättet mit dem Winkelschleifer den Ansatz des Stahlrohrs, an dem das kaputte Stück herausgesägt und das neue eingefügt werden soll.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Damit das aber möglichst nicht eintritt, wollen die für die Versorgung zuständigen Stadtwerke Schkeuditz (SWS) handeln und das fast 35 Jahre alte Netz erneuern.

"Wir haben eine Studie über den Zustand unseres Nahwärmenetzes anfertigen lassen. Ergebnis: Es ist kein sicherer Betrieb möglich", sagte SWS-Geschäftsführer Ingolf Gutsche auf LVZ-Nachfrage. Die in der Studie aufgeführten Mängel lesen sich wie ein Alptraum jedes Netz-Verantwortlichen: Zahlreiche Risse und Lecks in den Rohren sorgen für Wasserverluste, außerdem haben sich die Rohre über die Jahre teilweise gesenkt und damit verbogen, die Korrosion nagt an ihnen, Dämmung und Absperrschieber sind defekt, Wassereinbrüche setzen dem Netz obendrein zu. Angesichts dieser Fakten haben sich die SWS entschlossen, ihr Nahwärmenetz komplett zu erneuern. "Für dieses riesengroße Projekt kommen Investitionskosten in Höhe von zirka zwei Millionen Euro auf uns zu. Die Planungen sind inzwischen so weit fertig, die Ausschreibung kann jetzt folgen. Im nächsten Jahr wollen wir mit der Erneuerung beginnen", erklärte Gutsche.

Angesichts des Umfangs dieses Vorhabens soll die Erneuerung in vier Bauprojekte unterteilt werden, die jeweils innerhalb eines Jahres umgesetzt werden sollen. Vier Jahr wird also das Gebiet um Robert-Koch-, Turner-, Flughafen- und Teichstraße abschnittsweise mehr oder weniger eine Baustelle sein. So wie es jetzt aussieht, wird das Netzvolumen von 65 Kubikmeter auf 48 Kubikmeter gesenkt. Derzeit seien die Rohren zu groß dimensioniert. Außer in der Teichstraße. Dort wiederum ist das Netz zu niedrig dimensioniert. "Von Statik und Fließgeschwindigkeit her passt einfach nicht alles zusammen. Das wurde neu gerechnet und geplant. Außerdem wurde bis zur Wende Heißwasser mit einer Temperatur von bis zu 130 Grad Celsius durch die Rohre geleitet, entsprechend sehen jetzt auch die Schäden aus", sagte Gutsche. Aktuell fließt das warme Wasser mit 90 Grad durch die inzwischen auch besser gedämmten Rohre. Dennoch, an einigen Übergängen und Festpunkten fehlt Dämmung. Mit der Erneuerung des Netzes soll nicht nur die künftig Betriebssicherheit gewährleistet, sondern sollen auch die Netzverluste gesenkt werden. Gutsche: "Es wurde durchgerechnet, was günstiger ist. Dabei schlug der Neubau mit knapp unter zwei Millionen und die Instandsetzung des alten Netzes mit knapp über zwei Millionen Euro zu Buche. Wir entschieden uns für die wirtschaftlichere Variante. Allerdings muss darüber auch der Aufsichtsrat noch beraten und noch grünes Licht geben. Das Thema steht im September auf der Tagesordnung."

Vielleicht hatte ja das eine oder andere Aufsichtsratsmitglied die Chance genutzt, den jüngsten Leitungsschaden neben dem Blockheizkraftwerk in der Robert-Koch-Straße anzuschauen. An einem Übergangsstück von Stahlrohr auf ein Rohr, das aus glasfaserverstärktem Kunststoffharz bestand, hatte sich ein Riss gebildet, durch den immer mehr Heizungswasser ins Erdreich strömte. Das führte zunehmend zu Wärmeverlusten, ohne dass zunächst gewusst wurde, wo sich das Leck befindet. Dieses musste zunächst mittels einer Sonde aufwendig gesucht werden. Dazu wurde dem Wasser Helium zugegeben. Das löste sich auf, stieg nach oben und mittels der Sonde ließ sich dann über dem Erdreich die Austrittsstelle und damit das Leck orten, erklärte SWS-Technikchef Peter Gühlke. Binnen eines Tages war es repariert. Doch angesichts der eingangs erwähnte Studie scheint es wohl nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Havarie-Trupp wieder ausrücken muss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.07.2014
Olaf Barth

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