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Schkeuditz Stille sinnlich erleben
Region Schkeuditz Stille sinnlich erleben
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06:00 27.09.2010
Zum in der Kursdorfer Kirche spielenden Küchler-Streicherquartett gehören Maren Weiler an der Violine (vorn) und Claudia Knapp an der Viola. Quelle: Karoline Maria Keybe
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Kursdorf

ll. Es ist unruhig um uns und in uns. Stille drängt sich nicht auf. Sie will gefunden werden,“ begrüßte Brita Haferkorn vom Kulturkreis am Sonnabend das Publikum. Die Kulturtage-Veranstalter hatten das Küchler-Quartett mit dem Konzert „Stille“ engagiert.

So war doch weniger die akustische als viel mehr die innere Stille gemeint. Der Zuhörer konnte den Aspekt auch auf Kursdorf beziehen: Die zurückgebliebene Verlassenheit, die Leere und Ruhe des Örtchens, immer im Kontrast stehend mit der latenten Geräuschkulisse und der Lebendigkeit des den Ort umgebenden Flughafens. Haferkorn möchte, dass die Besucher die Stille als etwas Positives wahrnehmen, sie erleben, greifen und schätzen können.

„Unsere Stücke sollen Sie zur Stille hinführen“, eröffnete Ulrich Schliephake (Violine) das eher untypische Konzert. Auf eine eigene und bizarre Weise brachten die zwei Männer und zwei Frauen es zustande, Stille tatsächlich hörbar werden zu lassen. Der Besucher lehnte sich auf der Kirchenbank zurück: eine harmonische Stunde voller Melodie und fühlbarer Ruhe lag vor ihm. Stücke unter anderem von Avro Pärt, Alfred Schnittke, Johann Sebastian Bach und Morton Feldmann ließen die Welt auf einer andere Art und Weise wahrnehmen. Bewusst eingelegte Pausen wurden zum Gestaltungselement. In diesen hörte man im Kircheninneren das Atmen des Nachbarn, die auf dem Kirchendach landenden Regentropfen, das Rascheln der Bäume, auch landende und startende Flugzeuge – vor allem aber die eigene innere Stille.

Nach der Hälfte des Konzerts verteilten sich die Musiker im Kirchenraum. Der Klang ihrer Holzinstrumente füllte nun noch mehr das Gebäude. Mit geschlossenen Augen gab sich der Zuhörer Gedichtzeilen von Erich Maria Rilke hin – andächtig, ruhig und sinnlich von der Violinistin Claudia Knapp vorgetragen. Haferkorn war stolz darauf, mit Hilfe des Streichquartetts an diesem doch so tristen Herbsttag eine klangvolle, einprägsame Ruhestunde ermöglicht zu haben.

Karoline Maria Keybe

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