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Schkeuditz „Stolpersteine“ erinnern an Sinti-Familie
Region Schkeuditz „Stolpersteine“ erinnern an Sinti-Familie
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13:00 31.05.2017
Künstler Gunter Demnig (vorn Mitte) sowie die Schüler Carla Goldberg, Felix Lindner, Calista Lindner (vorn, von links) und Annie Mätzschker (hinter dem Künstler) gedenken vor der Albanuskirche gemeinsam mit Unterstützern und Gästen an die von Nazis verfolgte Sinti-Familie. Deren Namen sind nun auf den „Stolpersteinen“ zu lesen. Quelle: Foto: Olaf Barth
Schkeuditz

Vor der Schkeuditzer Albanuskirche liegen jetzt sechs sogenannte Stolpersteine. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hatte während einer kleinen Feier das Fußweg-Pflaster aufgebrochen und statt der grauen Steine dann die „Stolpersteine“ mit den beschrifteten Messingplatten verlegt.

Diese erinnern nun an die hier in der Kirche getaufte Hulda Laubinger, ihren Ehemann Maximilian Laubinger sowie an die Kinder Josef, Karl, Hildegard und Wanda Steinbach. Die Sinti-Familie war von den Nazis verfolgt und in Vernichtungslager deportiert worden, nur Wanda überlebte. Nach „Stolpersteinen“ für den ermordeten Kommunisten Kurt Beyer und die jüdische Familie Goldberger wird auf diese Weise nun erstmals in Schkeuditz auch den verfolgten Sinti und Roma gedacht. Eine Hauptrolle bei den Recherchen über diese Familie spielten erneut die Schkeuditzer Gymnasiasten Annie Mätzschker, Calista Lindner, Felix Lindner und Carla Goldberg aus der 10 b.

Unterstützt von Lehrerin Claudia Rohr, dem Leipziger Erich-Zeigner-Haus-Verein sowie dem Stadtmuseum trugen sie alle Fakten zusammen (die LVZ berichtete). Die vier Gymnasiasten informierten noch einmal über die Familie, sangen ein Lied und luden zur Schweigeminute ein. Im Anschluss sprach Pfarrer Axel Meißner ein Gebet. Später sagte er, dass er das Projekt voll unterstütze und sehr froh und dankbar für das Finden dieser Lösung vor der Kirche sei. Oberbürgermeister Jörg Enke (FW) dankte ausdrücklich den Schülern für deren Engagement. Dieses helfe das Wissen um das Geschehene zu bewahren. Henry Lewkowitz vom Zeigner-Haus unterstrich den Gegenwartsbezug des Projektes und stellte sich gegen die AfD-Forderung nach einer „180-Grad-Wende“ in der Erinnerungspolitik. Der Projektkoordinator meinte auch, dass für den Verein nicht so sehr die „Stolpersteine“, sondern vor allem die mit der jahrelangen Projektarbeit verbundene jugendpolitische Bildungsarbeit im Vordergrund stehe.

Deren Erfolg bestätigte die 16-jährige Annie Mätzschker: „Man erfährt viel mehr als im Unterricht und bekommt so auch ein besseres Verständnis für die ganze Geschichte.“ Das hofft auch Linke-Stadtrat Reiner Ehnert, der alle Gymnasiasten bei dieser Gelegenheit einlud, künftig an der Gedenkveranstaltung am 27. Januar teilzunehmen.

Von Olaf Barth

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