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Schkeuditz Storch "A2430" ist das vierte Mal da - Dölziger Gasthof im Ort darf keine Feuerwerke zünden
Region Schkeuditz Storch "A2430" ist das vierte Mal da - Dölziger Gasthof im Ort darf keine Feuerwerke zünden
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22:00 24.05.2013

Deshalb luden die Ortschaftsräte den Storchenbeauftragten Manfred Seifert für klärende Worte zu ihrer jüngsten Sitzung ein - und erfuhren Neuigkeiten zu ihrem Adebar.

"Der Dölziger Weißstorch-Horst ist mit etwa 36 Metern der höchste in der Aue. Zum vierten Mal ist hier in diesem Jahr der gleiche Storch im Horst", informierte der Storchenbeobachter Seifert. Das weiß er, weil der Storch eine Beringung trägt. "A2430 steht auf dem Ring. Das heißt, dass er 2004 in Mittelfranken beringt worden ist. Die Kennung stammt von Radolfzell am Bodensee", erklärte der Experte. Ob es sich allerdings um ein Weibchen oder ein Männchen handelt, konnte der 70-Jährige nicht sagen. Die Kopulation, bei der eine Bestimmung möglich wäre, hätte bisher noch nicht beobachtet werden können.

"Was die Feuerwerke betrifft: In einem Umkreis von 1000 Metern um einen bebrüteten Horst sind sie verboten. Dazu hat das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft 2006 einen Erlass herausgegeben", klärte Seifert auf. Zwischen dem 15. Februar und dem 15. September sind demnach Feuerwerke untersagt. Grundlage bildet das Bundesnaturschutzgesetz zum Schutz besonders geschützter Arten. "Dabei ist egal, ob es sich um Höhenfeuerwerke oder andere handelt. Wer dennoch Feuerwerke zündet, kann mit einem Bußgeld bis zu 50000 Euro belegt werden", nannte der Storchenexperte die drohende Strafe.

Dieses Thema ist für Dölzig insofern von Belang, weil bei diversen Veranstaltungen des Landgasthofes Goldener Hirsch Feuerwerke gezündet worden sein sollen. Das Brisante: "Der 'Hirsch' befindet sich 250 Meter vom Storchenhorst entfernt. Damit sind Feuerwerke auch in Ausnahmefällen hier nicht gestattet", sagte Seifert. Ausnahmen nämlich seien durchaus zulässig. "Allerdings nicht innerhalb eines Radius von 500 Metern um den Horst. Hier gilt ein generelles Verbot in der genannten Zeit", klärte er auf.

Regelmäßig finden am Landgasthof Knallereien statt, bestätigten auch einige Ortschaftsräte. "Das stört nicht nur den Storch", heißt es aus der Rats-Reihe und eine Anwohnerin zeigte sich regelrecht aufgebracht wegen des Lärms zu nachtschlafender Zeit. Jetzt soll der Betreiber mit einem offiziellen Schreiben über die Rechtslage informiert werden - eventuell auch mit behördlicher Untermauerung durch die Stadtverwaltung. Mehr noch. "Kann die Stadtverwaltung nicht ein Feuerwerkverbot erlassen?", lautete eine Frage. Außenstellenleiterin Birgit Gründling nahm die Frage als Anregung mit ins Rathaus.

Übrigens: Wie die LVZ jetzt herausfand, wurde der Dölziger Storch in Wassertrüdingen in Württemberg südlich von Nürnberg beringt. Wie aus einem Bericht von Hans Jürgen Behrmann, dem Weißstorchenbetreuer für die Kreise Celle und Gifhorn hervorgeht, handele es sich außerdem um ein Weibchen. 2007 umkreiste die heutige Dölzigerin noch Horste in Bergfeld nördlich von Braunschweig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.05.2013

Roland Heinrich

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