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Schkeuditz "Straße soll Vogelschlag verhindern" - Bündnis 90/Die Grünen: Lärm ist am Schladitzer See gezielt geplant
Region Schkeuditz "Straße soll Vogelschlag verhindern" - Bündnis 90/Die Grünen: Lärm ist am Schladitzer See gezielt geplant
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10:37 07.05.2013

Jetzt fordert der Kreisverband von Bündnis 90/ Die Grünen in Nordsachsen eine Bürgerbeteiligung.

"Die Genehmigungen sind erteilt. Wir sind momentan dabei, einen Förderantrag zu erarbeiten. Eine Stellungnahme zu einer Brücke über den Mülkaugraben steht noch aus", informierte Seenkoordinator Delitzscher Land, Eckhard Müller, zum Stand der Planungen. Ein Baustart sei zwar schon in diesem Jahr geplant gewesen, Müller geht aber von einem Baubeginn im nächsten Jahr aus.

Wie die LVZ berichtete, soll eine neue Straße von der Kölner Straße im Radefelder Gewerbegebiet Tannenwald zur Mittelstraße und weiter in Richtung Biedermeierstrand an das Haynaer Ufer führen. Hier soll im Zusammenhang mit der Straße ein dringend benötigter Parkplatz entstehen. Die Südumfahrung genannte Straße führt weiter zur alten Bundesstraße 184. Auf der Kreuzung dort entsteht ein Kreisverkehr.

"Meine Forderung ist eine echte Bürgerbeteiligung, um eine Maßnahme im Interesse möglichst vieler vor Ort bei der Erschließung der Südstrände des Schladitzer Sees zu gestalten", meldete sich jüngst Bernd Brandtner zu Wort. Brandtner ist Mitglied im Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen in Nordsachsen. Hintergrund seiner Äußerung ist, dass sich "sowohl in Rackwitz, als auch in Hayna zunehmend besorgte Bürger finden", die ihre Bedenken gegen den Straßenneubau äußern. Zehn Bürger seien es, die aktiv dagegen auftreten sowie rund 30, die etwa an Bürgerversammlungen wegen dieses Themas teilnahmen. "Außerdem verweisen die Rackwitzer auf eine Petition, die zum Ziel hatte, den zunehmenden Lkw-Verkehr aus dem Ort zu verbannen, die von rund 200 Einwohnern unterschrieben wurde", erklärte Brandtner auf Nachfrage der LVZ und ergänzte: "Eine neue Durchgangsverbindung würde der Zielstellung 'Verkehrsreduzierung' klar widersprechen."

Bedenken bestehen laut Brandtner vor allem in der Nutzung als Abkürzung und Ausweichstrecke parallel zur A14. Dies würde zu deutlich mehr als den prognostizierten 500 Fahrzeugen am Tag führen und der beabsichtigten Naherholung im Seengebiet vollkommen zuwiderlaufen, meinte der Grünen-Direktkandidat. Und mehr noch: "Die Erschließung des Gebietes soll die Vogelschlag-Gefahr in der Einflugschneise des Flughafens reduzieren, also gezielt Unruhe und Lärm erzeugen", sagte er. "Es erschließt sich uns nicht, inwieweit eine gebaute Straße beziehungsweise deren Verkehrslärm den Vogelschlag minimieren soll", entgegnete Flughafen-Sprecher Robert Hesse zum Grünen-Vorwurf. Der Airport sei zu keiner Zeit in die Planungen involviert gewesen.

Die Vogelschlag-Gefahr war bei der Rekultivierung der Tagebauseen auch Thema, bestätigte Müller. "Die Verkehrsbaumaßnahme dient der intensiven Erholungsnutzung und damit der Vermeidung von Vogelschlag", heißt es denn auch in einem von ihm unterzeichneten Schreiben an die Landesdirektion von 2009, das der LVZ vorliegt. Damit aber war eine intensive Nutzung des Sees durch Motorboote gemeint, erklärte Müller. "Das will heute keiner mehr - weder der Haynaer Strandverein noch All-on-Sea noch wir", sagte er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2013

Roland Heinrich

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