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Schkeuditz Streit um die Lachen geht in nächste Runde
Region Schkeuditz Streit um die Lachen geht in nächste Runde
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08:00 15.12.2009
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Schkeuditz

Gestern Abend musste der Nabu klein beigeben und den Durchlass selbst dicht machen.

Karl Heyde, Diplom-Biologe und Vorstand des Regionalverbandes Leipzig des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hatte gegenüber der LVZ erklärt, dass der Nabu die Plomben entfernt und den Durchlass geöffnet hatte. Gestern Nachmittag lagen vor der Öffnung aber schon wieder Säcke mit Kies, die den Wasserdurchfluss weitestgehend eindämmten und den Durchlass verstopften. Für Heyde ein Akt von Sabotage. Derweil sei er nach eigener Aussage vom Landratsamt aufgefordert worden, den Durchlass wieder zu schließen, da man dem Nabu ansonsten das Wasserrecht entziehen würde. „Wir sind nicht gewillt, dieser Erpressung nachzugeben“, empörte sich Heyde. Um 18.30 Uhr dann sein Anruf in der Redaktion: „Wir haben der Erpressung nachgegeben und eben das Einlaufbauwerk an den Lachen, so weit im Dunkeln und technisch möglich, dicht gemacht. Ein Förster stand dabei und bestätigte, dass das reicht.“ Hintergrund für den Sinneswandel sei die Androhung von finanziellen Konsequenzen seitens des Landratsamtes gewesen, die die Existenz des Nabu-Regionalverbandes aufs Spiel gesetzt hätten. „Aber alles nur mündlich, nichts Schriftliches. Was ich heute an Telefonaten wegen der Lachen hatte, erinnert mich an Mafia-Filme im Fernsehen. Die Jäger haben so eine starke und offenbar prominente Lobby, dass die Untere Naturschutzbehörde schon zum Jagdförderverein geworden ist. Naturschutz spielt hier keine Rolle mehr. Hier wird gegen Landes-, Bundes- und EU-Recht verstoßen“, schimpfte der erboste Heyde. Doch er kündigte zugleich an: „Wir werden das vorm Landtag zur Sprache bringen. Das wird noch politische Kreis ziehen und Ausmaße annehmen, die mancher noch gar nicht überblicken kann.“ Mit der Freigabe des Wasserzuflusses zu den Lachen wollte der Nabu verhindern, dass der Frost den einheimischen Tierarten schadet. „Mehrere Gutachten von unabhängigen Wissenschaftlern kamen zu dem Ergebnis, dass bei Frosteintritt in den Lachen Wasser stehen muss“, sagte Heyde. Diese Gutachten lägen auch der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Nordsachsen vor. Doch das Wasser sei offenbar nicht gut für die am kommenden Wochenende geplante Treibjagd durch das Lachengebiet: „Bei Wasser hätten die Jäger ein Problem. Wohl deshalb hier werden Jagdinteressen über die des Naturschutzes gestellt.“ Von Jahr zu Jahr würde sich der Zeitpunkt der Jagd immer mehr nach hinten verschieben, klagte Heyde. Ein November-Termin würde aus seiner Sicht wesentlich verträglicher für die natürlichen Gegebenheiten der Lachen sein. Dass diese Jagd stattfindet, bestätigte unlängst auch das Landratsamt Nordsachsen. „Die Jäger dürfen und müssen hier jagen“, gab Rayk Bergner, Pressesprecher des Landratsamtes, eine existierende Genehmigung zu. Das Landratsamt ist für das Jagdgeschehen in Nordsachsen zuständig. „Seit nunmehr bereits drei Jahren versucht hier das Landratsamt zu vermitteln“, erwähnt Bergner die bisher offensichtlich vergeblichen Versuche, die mitunter sehr unterschiedlichen Interessen im Lachengebiet unter einen Hut zu bekommen. Zum aktuellen Fall sagt der Pressesprecher: „Wir können das Wasserrecht nicht von heute auf morgen entziehen.“ Doch eine für heute anberaumte Begehung solle vor allem klären, ob das Bauwerk geöffnet oder geschlossen ist. „Dann wird entschieden, welche weiteren Maßnahmen das Landratsamt einleiten wird. Dabei ist der Entzug des Wasserrechtes durchaus eine Möglichkeit“, so Bergner.

Roland Heinrich / Olaf Barth

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