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Südumfahrung: Archäologen sind bald fertig

Südumfahrung: Archäologen sind bald fertig

Die archäologischen Arbeiten am Schladitzer See sind weit voran geschritten. Auf der geplanten Trasse der künftigen Südumfahrung ist schon seit einiger Zeit Grabungsleiterin Claudia Damrau mit ihrem Team zugange, um vor allem landschaftsarchäologischen Aspekten nachzugehen.

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Claudia Damrau und Olaf Richter legen über der dunkel gefärbten Stelle mit einem sogenannten Kreuzschnitt das Profil für diesen Befund fest, um ihn so in der Tiefe genau dokumentieren zu können.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Baggerfahrer Klaus Cerny zieht deshalb mit der Schaufel in einem gut fünf Meter breiten Streifen bis zu 40 Zentimeter des Oberbodens ab. Grabungsmitarbeiter Olaf Richter und Damrau schauen sich das Ergebnis an, gehen in die Hocke und untersuchen den freigelegten Boden. Denn ist die Muttererde zur Seite geschafft, wird der Sandlöß sichtbar, unter dem wiederum teils recht kiesiger Geschiebelehm liegt. "Wir befinden uns in der Grundmoräne, ein sehr flaches und ebenes Gelände. Hinweise auf eine Siedlung direkt hier haben wir nicht gefunden, vielleicht liegen die ja unter dem Maisfeld gleich nebenan. Aber Oberflächenfunde hat es gegeben. Und Befunde, also dunkel gefärbte Bodenbereiche, die hier auf menschliche Hinterlassenschaften aus der Vorgeschichte hinweisen, gibt es ebenso", erklärt die 42-Jährige. An einigen Stellen hat sich die Baggerschaufel noch etwas tiefer ins Erdreich gegraben. "Das sind Geoprofile für die Landschaftsarchäologie, die ebenfalls genau dokumentiert werden", so Damrau.

Dass trotz der überschaubaren Ausbeute an Funden dieser Bereich am Schladitzer See ein archäologisch durchaus interessantes Gebiet ist, macht Archäologin Cornelia Rupp deutlich. Die 49-Jährige ist zugleich Pressesprecherin im Dresdner Landesamt für Archäologie und erklärt, dass in dieser Region aufgrund von Lesefunden in unmittelbarer Umgebung der künftigen Straße zahlreiche Bodendenkmäler erfasst sind. "Hier könnte es in der Nähe eine frühneolithische Siedlung gegeben haben, die noch nicht entdeckt ist. Deshalb begleiten wir den Bau", erläuterte Rupp. Dass diese Region im Verhältnis zu anderen Regionen Sachsens relativ fund­arm ist, ändere nichts an dem Ziel, hier ein Gesamtbild der Landschaftsarchäologie zu erhalten. Rupp: "Dabei wird eben auch besonderes Augenmerk darauf gelegt, was uns die nicht vorhandenen Funde verraten. Liegt das an einer Erosion oder Zerstörung? Es ist nicht immer wichtig, was man findet, sondern welche Schlüsse man daraus zieht. Deshalb ist bei Ausgrabungen ebenso wichtig festzustellen, wo man etwas nicht findet." Die bisher an der Oberfläche gefundenen Keramikscherben und Artefakte wie Steinwerkzeuge können möglicherweise wie andernorts in der Leipziger Region der Jungsteinzeit zugeordnet werden und wären dann zirka 7000 Jahre alt. Aber genau könne das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

"Die Ausgrabungen an der Trasse zeigen, dass dort Menschen waren. Aber warum sie dort waren, und was sie dort gemacht haben, muss noch weiter untersucht werden. Unsere Ausgrabungen dort sind auch Sicherungsmaßnahmen", erklärte Rupp. Immerhin seien fünf Gruben mit vorgeschichtlicher Keramik gefunden worden, die nun näher untersucht wird. Natürlich wird vorher alles penibel dokumentiert. Es wird fotografiert, gemessen und gezeichnet. "Danach folgt ja zwangsläufig die Zerstörung des Befundes, wenn man ihn weiter untersuchen und feststellen will, was genau es damit auf sich hat. Vielleicht gab es hier ja jahreszeitlich bedingt nur eine temporäre Siedlung", stellt die Expertin bereits Überlegungen an.

Der größte Teil der etwa vier Kilometer langen Ausgrabungsstrecke ist inzwischen geschafft. Entdeckungen, die den Baubeginn verzögern könnten, wurden bisher nicht gemacht. Darüber ist der Seekoordinator aus der Arbeitsgruppe Delitzscher Land, Eckhard Müller, erleichtert. Er freut sich über den Ausgrabungsfortschritt. "Es läuft alles nach Plan", sagt er kurz vor Beginn einer Bau-Beratung am Ausgrabungsfeld. In der zweiten Septemberhälfte wollen die Archäologen ihre Arbeit beendet haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.09.2014
Olaf Barth

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