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Schkeuditz Supermärkte wollen wachsen: Stadtrat diskutiert über Einzelhandelskonzept
Region Schkeuditz Supermärkte wollen wachsen: Stadtrat diskutiert über Einzelhandelskonzept
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08:02 20.11.2018
Wollen sich vergrößern: Aldi und Rewe Markt in der Merseburger Straße in Schkeuditz. Quelle: Foto: A. Kempner
Schkeuditz

Große Diskussionen gab es um die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes in der jüngsten Sitzung des Stadtrates Schkeuditz. Genau 88 Seiten umfasst das Dokument. 88 Seiten, die vor allem im Bereich der Merseburger Straße für viel Gesprächsbedarf sorgten.

Eingebracht wurde das Konzept von der Firma BBE, die bereits die Erstfassung vor zehn Jahren erstellt hatte. „Es hat sich einiges getan in den vergangenen zehn Jahren im Bereich des Einzelhandels“, so Ulrich Kollatz, der die Gesamtleitung des Projektes übernahm. „Leider hat sich in dieser Zeit aber nichts an der Bedeutung von Schkeuditz für die Region verändert.“ Es gebe große Kaufkraftab-, aber nur wenige Kaufkraftzuflüsse, so Kollatz. „Deshalb ist das Ziel, das Geld in Schkeuditz zu halten.“

Insgesamt gebe es in der Stadt ein Einzelhandelsvolumen von 107 Millionen Euro. „Tatsächlich in Schkeuditz umgesetzt werden aber 68,6 Millionen Euro“, meinte Kollatz. „Das sind 64 Prozent. Und das heißt auch, dass etwa 38 Millionen Euro woanders hinfließen.“ Zumeist nach Leipzig, was sich auch nicht vollständig verhindern lasse, dafür sei Leipzig zu attraktiv.

Am Zentrenkonzept arbeiten

Um allerdings weniger Umsatz aus Schkeuditz zu verlieren, seien einige Handlungsschwerpunkte zur Umsetzung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes nötig, so Kollatz. Zum einen müsse die Innenstadtentwicklung oberste Priorität haben. Da waren sich die Stadträte einig. Größere Diskussionen gab es allerdings bei der geplanten Weiterentwicklung des Standortes Merseburger Straße.

Derzeit befindet sich dort ein Nahversorgungsstandort mit einem Aldi und einem Rewe. Beide Lebensmittelmärkte wollen ihre Fläche vergrößern, von derzeit 850 und 1550 Quadratmeter auf dann zusammen 3000 Quadratmeter, und dafür auch den Standort ein Stück gen Nordosten verlegen.

Neu hinzu kommen soll nun ein Fachmarktzentrum mit beispielsweise Heimtierbedarf, kleinem Baumarkt, Küchenstudio oder auch Raumausstatter. „Ausgeschlossen ist eine Drogerie“, sagte Kollatz. „Die befindet sich als Ankermarkt in der Innenstadt.“

Was wird aus alten Märkten?

Zur geplanten Verlegung von Rewe und Aldi fragte Stadtrat Oliver Gossel (B90/Die Grünen), was denn mit dem alten Standort passieren würde. „Im Falle von Aldi ist das ein Eigentumsobjekt und der Discounter schließt eine künftige Nutzung als Einzelhandelsstandort aus“, antwortete Kollatz. Bei Rewe sei das anders, der Markt sei nur Mieter der Immobilie. „Die haben keinen Einfluss auf die Nachnutzung.“

Ob die 3000 Quadratmeter dann die Maximalfläche seien, wollte Stadtrat Wolfgang Händler von der CDU/FDP-Fraktion wissen. „Wir dürfen keine Verkaufsflächen-Obergrenze vorschreiben“, so Kollatz. „Das ist nicht zulässig.“ Aber letztlich seien das Lebensmittelmärkte, die genau diese Größe bei der Verwaltung angefragt hätten. „Also kann ich davon ausgehen, dass die Verhandlungen zwischen Stadt und den beiden schon weit fortgeschritten sind“, warf Dieter Schöne (SPD) ein. „Nein“, entgegnete Oberbürgermeister Rayk Bergner (CDU). „Die Märkte sind an uns herangetreten, das ist aber dem Stadtrat auch alles bekannt. Es gibt hier keine Intrigen oder ähnliches.“

Dass mit dem neuen Standort die einzige Grünfläche in Wehlitz nun auch noch bebaut werde, missfiel Gertraude Wagner (Freie Wähler). „Ich finde das äußerst ungünstig“, sagte sie. „Besser fände ich es, wenn Aldi und Rewe neben Lidl am Halleschen Feld bauen würden.“ Das konnte der Oberbürgermeister ausschließen: „Die beiden wollen nicht woanders hin.“

Möglichkeit zum Wachsen bieten

Er fände es gut, wenn die Stadt den Märkten auch die Möglichkeiten zur Erweiterung geben würde, meinte hingegen Rainer Haase (CDU/FDP). „Ich denke, wir sollten der Vorlage zustimmen.“

Ganz so ohne Weiteres war das für SPD-Mann Schöne nicht machbar. Er beantragte im Namen seiner Fraktion, vier Seiten aus dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept als unwirksam und nicht umsetzbar zu streichen – alle mit dem Inhalt „Fachmarktzentrum Merseburger Straße“. Da das allerdings ein schwerwiegender Antrag sei, forderte Frank Sachsenröder (Freie Wähler), die Beschlussfassung zu verschieben. Das wurde einstimmig angenommen – selbst der Oberbürgermeister stimmte zu.

Von Linda Polenz

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