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Schkeuditz Taubenhaus wird nicht umgesetzt
Region Schkeuditz Taubenhaus wird nicht umgesetzt
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10:48 08.01.2010
Das spätbarocke Taubenhaus in Freiroda wird nun wohl endgültig verfallen. Quelle: Roland Heinrich
Freiroda

Fehlendes Geld ist zunächst die Begründung für das Scheitern des Projektes. „Eine Umsetzung lässt sich nicht mehr machen“, bedauert Taatz und verkündet damit das Resultat einer Begehung mit Bauingenieur Lothar Eichenbach. Mauern und Dach sind löchrig, die Wände viel zu nass. Ein kompletter Nachbau des barocken Häuschens sei inzwischen vermutlich billiger, glaubt Taatz. Bereits Ende der 1990er-Jahre hatte Taatz – damals noch Pfarrer in Freiroda – bei der Sanierung der Kirche das Taubenhaus entdeckt und war sich mit Jürgen Liebau vom Denkmalschutz im Landratsamt einig, dass das Kleinod gerettet werden müsse. Nachdem der Plan von der Umsetzung des barocken Häuschens bekannt wurde, gab es einen Aufschrei der Empörung unter den Freirodaern. Das Haus sollte bleiben. „Keinen Finger haben sie bisher gerührt, um an dem Haus etwas zu retten“, stellt Taatz nun fest. Dabei müsse nicht einmal Geld in die Hand genommen werden. „Mit ein paar Ziegeln hätte hier in Eigeninitiative und mit ein wenig Engagement wenigstens der Verfall aufgehalten werden können“, sagt er. Nun können die Einwohner beweisen, wie viel ihnen an dem Haus und an dem damals erwähnten erhaltenswertem Ortsbild liegt, so Taatz.Der Pfarrer gibt sich aber weiter unerschrocken. „Es ist wie beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel: Man muss auch mal verlieren können“, beschreibt er sein Gefühl. Viel zu viel Arbeit hätte er, um jetzt resigniert alles hinzuwerfen. So werde an der Innenausmalung der Schenkenberger Kirche gearbeitet oder das Generationenhaus in Tschernitz renoviert.Schon einmal stand eine Umsetzung in den Lissaer Bauerngarten, in welchem in einer Art Museum das Leben auf dem Lande dargestellt werde, kurz bevor. Dank privater Unterstützung und mit Förderung vom Denkmalschutz waren es 2007 noch 10000 Euro, die für den Transport des Taubenhauses fehlten. Dieses Geld hatte der Pfarrer zusammenbekommen und sicher deponiert. Doch dann wurde der zu erbringende Eigenanteil zu der Förderung vom Denkmalschutz erhöht. Vermutlich schon da war das Projekt gescheitert.„Meine Aufgabe ist es, für Menschen da zu sein und nicht für Gebäude“, sagt der Pfarrer nun und es könne eben nicht jedes alte Haus gerettet werden. Das schon gesammelte Geld werde, in Abstimmung mit den Spendern, an anderer Stelle verwendet.

Roland Heinrich

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