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Schkeuditz Tauziehen um „Blauen Engel“ in Schkeuditz
Region Schkeuditz Tauziehen um „Blauen Engel“ in Schkeuditz
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13:24 03.03.2016
Der „Blaue Engel“ soll abgerissen werden. Der Denkmalschutz hat das jetzt abgelehnt. Quelle: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Das Tauziehen um den einstigen Gasthof „Blauer Engel“ am Schkeuditzer Markt hat eine neue Stufe erreicht. Waren es bisher „nur“ Verhandlungen, die zwischen dem Eigentümer Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV) und der Denkmalbehörde im Landratsamt (LRA) Nordsachsen liefen, ist man jetzt in förmliche und schriftliche Korrespondenz getreten, die womöglich gar vor Gericht endet. Hintergrund ist ein Antrag auf einen Komplett-Abriss des historischen Gebäudes, den die SWV Ende letzten Jahres an die Denkmalbehörde schickte (die LVZ berichtete).

Der Abriss ist von der unteren Denkmalbehörde in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalschutz abgelehnt worden, hieß es jetzt aus dem LRA. „Die jetzige Versagung des Abbruches ist im Bescheid begründet. Wegen des laufenden Verfahrens können und wollen wir den Bescheidtext nicht veröffentlichen“, informierte LRA_Sprecher Rayk Bergner auf Anfrage der LVZ. Bestandteil des zehnseitigen Bescheides sei aber, dass der „Blaue Engel“ als vermutlich ältestes Profangebäude in Schkeuditz und wegen der personalgeschichtlichen Verbindung zur Familie Lessing für Schkeuditz ein besonders wichtiges Denkmal ist. Der Großvater von Gotthold Ephraim Lessing soll dort hinter dem Tresen gestanden haben.

Wie es nun mit dem um 1660 errichteten Gebäude weitergeht, ist offen. „Ich werde mich nicht äußern“, reagierte SWV-Geschäftsführer Gerald Fritzsche auf Anfragen der LVZ knapp. Wie der LRA-Sprecher mitteilte, besteht für die SWV nun die Möglichkeit, in Widerspruch zu gehen. Dann würde die obere Denkmalschutzbehörde bei der Landesdirektion zum Abrissantrag entscheiden. „Danach wäre der Weg zum Verwaltungsgericht eröffnet“, erklärte Bergner. Ob die SWV diesen Weg auch geht, bleibt zunächst unklar.

Der seit mehr als zehn Jahren leerstehende einstige Gasthof ist in einem baulich schlechten Zustand. Zahlreiche Begehungen habe es in der Vergangenheit mit der Denkmalbehörde gegeben. „Die letzte Besichtigung gab es im vergangenen Jahr. Da war nur noch das Erdgeschoss zugänglich“, informierte Bergner. Der Denkmalschutz- und die Fachbehörde seien sich bewusst, dass im Fall einer Sanierung alle Bauteile erneuert werden müssten. Deren Ersatz sei aus bautechnischen Gründen unerlässlich. Für die Denkmalbehörde sei der Erhalt des Erscheinungsbildes des Gebäudes besonders wichtig, dabei natürlich das Portal und der Keller, aber auch eine profilierte Holzbalkendecke und ein Raum mit Kreuzgewölbe.

Eine finanzielle Unterstützung kann ein auch von der Behörde erwünschter Investor vom Amt kaum erwarten. „Das dem Landratsamt zur Bewirtschaftung zur Verfügung stehende Förderprogramm ist nur gering bemessen“, erklärte Bergner. Im Fall einer Sanierung bestehe aber die Möglichkeit der steuerlichen Sonderabschreibung infolge der Denkmaleigenschaft.

Von Roland Heinrich

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