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Schkeuditz Tierschützer fordern: Stadt soll nicht mehr an Reptilienbörse vermieten
Region Schkeuditz Tierschützer fordern: Stadt soll nicht mehr an Reptilienbörse vermieten
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10:54 20.03.2018
Schkeuditz sieht bei der Reptilienbörse keinen Verbotsgrund. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Die 3. Reptilienbörse Reptiquana haben am Sonntag etwa 800 Gäste im Kulturhaus Sonne in Schkeuditz besucht. „Das ist ein super Ergebnis und etwa genauso viele waren auch bei den vergangenen beiden Veranstaltungen da“, sagte Mitorganisator Lars Seitz. Ein bisschen Bauchschmerzen habe er wegen des Wetters schon gehabt. „Gerade bei denjenigen, die von weiter weg nach Schkeuditz kommen, hatte ich Bedenken. Aber ein Pflanzenhändler war sogar aus 500 Kilometer Entfernung angereist“, sagte Seitz.

Der in Schkeuditz wegen seiner hier ansässigen Insektenfarm bekannte Seitz hatte aber nicht nur wegen der winterlichen Straßenverhältnisse Bedenken. Auch ein Schreiben der nach eigenen Aussagen größten Tierrechtsorganisation in Deutschland, der Peta, sorgte für Unbehagen. Am Donnerstag hatte jener Verein die Stadt aufgefordert, künftig keine Flächen für derartige Veranstaltungen zu vermieten: „Auf Reptilienbörsen wie der ‚Reptiquana‘ werden sensible Lebewesen mit höchsten Ansprüchen an Temperatur, Substrat und Ernährung wie billiger Trödel verramscht. Händler geben zudem Tiere an Besucher ab, die sich spontan – und oft ohne jegliche Fachkenntnisse – für den Kauf der Exoten entscheiden“, wird Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta im Schreiben zitiert. „Politiker sollten diese Tierquälerei nicht länger tolerieren, sondern derartige Veranstaltungen umgehend verbieten“, heißt es weiter.

„Zumindest offiziell habe ich bei unserer Börse noch keinen Peta-Vertreter gesehen, der sich hier ein Bild macht“, meinte Seitz. Er hatte überlegt, mit dem Verein Kontakt aufzunehmen, nachdem er vom Schreiben erfuhr. Die Idee hatte er aber wieder verworfen. Er stehe einem Besuch und Gesprächen – eventuell sogar einem Stand, an dem Peta selbst aufklärt – offen gegenüber, solange es friedlich ablaufe.

Für die Reptiquana, die Seitz mit seinem Kompagnon Rico Wille organisiert, gelte es, Genehmigungen einzuholen. „Wir haben im Vorfeld eine Erlaubnis nach Paragraf 11 Tierschutzgesetz beantragt. Mehrere Auflagen müssen dafür richtigerweise erfüllt werden“, erklärte Seitz. So müsse der Raum beheizt und nach allen Seiten geschlossen sein. Die Aussteller erhielten eine Börsenordnung, an die sie sich halten müssen. Darin sei unter anderem verankert, dass keine Tiere aus der freien Wildbahn, sondern nur Nachzüchtungen zu sehen sind. „Auch haben wir entschieden, nur deutsche Händler zur Börse einzuladen“, sagte Seitz. Das hänge mit den unterschiedlichen Tierschutzgesetzen zusammen. In Tschechien etwa seien Tiere nicht meldepflichtig, die in Deutschland aber einer solchen Pflicht unterliegen. Auch der Transport der Tiere müsse gesetzeskonform mit sogenannten „Heat-Paks“ erfolgen. „Die gewohnte Umgebungstemperatur muss eingehalten werden“, sagte Seitz. Beide Organisatoren haben Sachkundenachweise vorzuweisen.

„Verkäufe finden nicht ohne ein Hintergrundgespräch statt und an unter 18-Jährige generell nicht. Viele Terrarianer sind ohne Verkaufsabsichten hier, sondern wollen in Erfahrungsaustausch treten oder ihr Wissen preisgeben“, erklärte Seitz.

„Die Veranstaltung wurde vom Veterinäramt Nordsachsen betreut. Der Stadt sind keine Verstöße gegen Tierschutzgesetze bekannt. Soweit nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird, sieht die Stadt keine Veranlassung, eine Reptilienbörse im Kulturhaus Sonne zu untersagen“, hieß es aus der Schkeuditzer Verwaltung.

Von Roland Heinrich

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