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Schkeuditz Töne aus Blech und Holz - Duo Tubulatores spielt in Kleinliebenau
Region Schkeuditz Töne aus Blech und Holz - Duo Tubulatores spielt in Kleinliebenau
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16:26 19.05.2015
Das Duo Tubulatores: Winfried Völlger und Erik Knäschke (von links). Quelle: Roland Heinrich

Bei Sommer hängt zumeist noch eine Gießkanne am Schlauch. Völlger schleuderte lediglich die biegsamen Röhren in gelb und rot - ohne Kanne.

Die Steinzeit traf musikalisch auf das Industriezeitalter. So war das Konzert auch überschrieben. Während Erik Knäschke dem Didgeridoo vibrierendes entlockt, gibt Völlger helle, zum Teil melancholische Töne mit dem Saxophon hinzu. "Nichts gibt es zweimal. Es gibt zwischen uns nur eine Absprache: 16 Uhr, Kleinliebenau", erklärt der 65-Jährige zu den Titeln. Improvisierend begeisterte das Leipziger Duo.

Und was die etwa 80 Zuhörer noch erfuhren: Laut deutscher Klassifizierung der Instrumente ist das Didgeridoo ein Blech-, das Saxophon hingegen ein Holzblasinstrument. Dies sei beides nicht ganz verkehrt: Knäschke erklärt die Blastechnik am Ur-Instrument aus Australiens Norden. Ähnlich der an einer Trompete funktioniere die. Auf das kleine, dünne aber wesentliche Holzteil am Saxophon - das sogenannte Blatt am Mundstück - weist Völlger hin.

Die Rohrwerker, so lautet der Duo-Name übersetzt, beginnen das Konzert gemächlich, nehmen Regenmacher, Klanghölzer oder eben jene Schläuche zu Hilfe oder durchstreifen die Kirche musizierend. Begeisterungsrufe gibt es zwischendurch aus dem Publikum und das Tempo der Titel - zwischenzeitlich kann bruchstückhaft "Summertime" vernommen werden - legt zu. Musik auf der Fujara, einem Instrument rumänischer Hirten, gespielt, gibt Knäschke zum Besten.

Seit 2007 musizieren Knäschke und Völlger gemeinsam, sind auf den Straßen Leipzig nicht unbekannt. Kennengelernt haben sie sich in der damaligen Szene-Kneipe Waldfrieden, improvisierten spontan gemeinsam und "es hat funktioniert", erzählt Völlger. Im 51. Lebensjahr hat der Schriftsteller und Autor aus Halle mit dem Saxophonspiel begonnen. Die Schriftstellerei ist beendet: "Ich habe das Glück, mehrfach begabt zu sein. Und ich habe wieder ein Publikum", sagt er. Das Schreiben ist in der Art beendet, so vergleicht er, wie es bei einem trockenen Alkoholiker mit dem Alkohol ist. "Ich bin trocken", sagt er deshalb.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.07.2013

Roland Heinrich

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