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Torturm Wehlitz soll statt 5000 nun 30 000 Euro kosten

Torturm Wehlitz soll statt 5000 nun 30 000 Euro kosten

Er steht unter Denkmalschutz und war viele Jahre sogar Wahrzeichen und quasi Namensgeber für einen Verein: der Torturm Wehlitz. Dieser im Besitz der Stadt Schkeuditz befindliche Bau ist territorial und auch optisch untrennbar mit dem Rittergut Wehlitz am Bauernring verbunden.

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Der der Stadt Schkeuditz gehörende Torturm Wehlitz steht unter Denkmalschutz. Pächter ist Gutshofbesitzer Ralf Giesecke, der bereit ist, den Turm zu kaufen. Doch vorerst scheiterte das Geschäft am Votum des Stadtrates.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Das Gehöft befindet sich seit Jahren im Besitz des einstigen CDU-Stadtrates Ralf Giesecke, der dort auch gewerblich tätig ist und nun den Turm als letzte Splitterfläche des von ihm Schritt für Schritt sanierten Gutes erwerben möchte. Seit 2002 ist Giesecke bereits Pächter des Turmes und für dessen Instandhaltung und Pflege verantwortlich. Die Stadtverwaltung will ihm dieses Gebäude verkaufen, scheiterte aber mit dem avisierten Preis von 5000 Euro am Votum des Stadtrates.

"Sicher, es sind Anfang der 90iger Jahre eine Menge Fördermittel in die aufwendige Sanierung und Instandsetzung des Turmes geflossen, doch nach 20 Jahren sind wieder einige Schadensbeseitigungen erforderlich, die von der Stadt finanziert werden müssten. Auch deshalb ist ein Verkauf aus ökonomischer Sicht sinnvoll", argumentierte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) mit Bezug auf die dem Stadtrat vorgelegte Beschlussvorlage. In der steht sogar, dass die Kosten für das Objekt die zu erzielenden Einnahmen übersteigen und somit eine für den Eigentümer wirtschaftliche Unzumutbarkeit vorliegt. Ein Verkehrswertgutachten habe ergeben, dass sich der Wert des Grundstückes inklusive Turm im negativen Bereich befinde. Nur weil der Kaufinteressent der Eigentümer des angrenzenden Gutes ist, ergebe sich für ihn eine gewisse Wertigkeit, wofür die Stadtverwaltung 5000 Euro für angemessen hielt und dies dem Stadtrat so vorschlug.

Stadtrat Dieter Schöne (SPD) sprach von einem "Geschmäckle" und bezeichnete den Preis für dieses baugeschichtlich wertvolle Objekt als unangemessen niedrig. Auch Bärbel Kinski (Freie Wähler) plädierte für eine höhere Kaufsumme. Enke aber verwies darauf, dass es keinen Markt, sprich keine anderen Interessenten für den Turm gibt, das Objekt sei zu klein und ohne Wasser- und Abwasseranschluss. CDU-Fraktionschef Manfred Putzke meinte: "Ich habe den Eindruck, dass einige Stadträte wegen Gieseckes frühere Arbeit als Stadtrat eine persönliche Rechnung aufmachen und ihm schaden wollen." Schließlich beantragte Schöne darüber abzustimmen, die Kaufsumme auf 30 000 Euro zu erhöhen. Zunächst ließ Enke über die Zulassung dieses Antrages abstimmen. Mit knapper Mehrheit und ohne Enkes Zustimmung wurde der Antrag angenommen. Im Anschluss wurde über den Verkaufsbeschluss mit der nun neuen Summe abgestimmt. Der passierte ebenfalls knapp das Gremium, diesmal auch mit Enkes Stimme, weil ihm der Verkauf am Herzen liegt, wie er sagte.

Der sich zu dieser Zeit im Urlaub befindliche Kaufinteressent Giesecke sagte gegenüber der LVZ: "Ich sehe das entspannt und werde im Rathaus noch mal das Gespräch suchen. Ich kann auch die nächsten 20, 30 Jahre Pächter bleiben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2014
Olaf Barth und Wolfgang Danigel

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