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Schkeuditz Trabis starten in die Saison - Glesiener Verein lädt Oldtimerfreunde zu Ausfahrt zum Colditzer Schloss
Region Schkeuditz Trabis starten in die Saison - Glesiener Verein lädt Oldtimerfreunde zu Ausfahrt zum Colditzer Schloss
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22:00 07.04.2013
Hauptsächlich Trabanten stehen im Glesiener Pfarrhof bereit, um zur ersten Ausfahrt zum Schloss Colditz zu starten. Damit ist die Saison für die Liebhaber alter Fahrzeuge eröffnet. Nicht nur Glesiener ließen ihre Oldtimer-Motoren an. Quelle: Peggy Hamfler

Oldtimer-Saison bedeutet gemeinhin auch, schönes Wetter genießen zu können. Die Vorstellung, die bei diesem Thema eintritt, zeigt ein Bild vom historischen Caprio, das in sonnendurchfluteter Allee unterwegs ist. Ähnlich hatten es sich sicher auch die Glesiener Liebhaber alter Fahrzeuge ausgemalt.

Glesien. Wer erinnert sich nicht an die Zeit zurück, als noch Trabis über sächsische Autobahnen rollten? Zahlreiche Old- und Youngtimer-Liebhaber aus Glesien und Leipzig trafen sich am vergangenen Wochenende zum Motoren-Anlassen ihrer Karossen und begingen mit einem Freiluft-Gottesdienst und einer Fahrt zum Schloss Colditz den Start in die Saison - vorwiegend mit Trabanten.

Stattdessen war das Wetter wenig frühlingshaft: "Das Winter-Streusalz, die Nässe und die Kälte zerstören meinen schönen Wartburg. Ich fahre dieses Jahr nicht mit auf das Schloss Colditz", schimpfte Lothar Braunsdorf, Maschinenbau-Ingenieur und seit 1980 Oldtimer-Sammler. Sein in Eisenach hergestellter Wartburg benötige genug Pflege und man investiere ohnehin mehr in den Erhalt der antiken Vehikel, als sie im Verkauf Wert wären.

Wie lange das Motoren-Anlassen der Trabis, Wartburgs und eines Simson-Awo-Mopeds gewöhnlich brauche, das weiß Ronald Nawrath, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung alter Fahrzeuge (EAF). Nawrath kam mit seinem alten DDR-Berlin-Motorroller: "Es dauert manchmal eine halbe Stunde, den Motor anzulassen, wenn ein Oldtimer zwei Monate unbenutzt war."

Als Attraktion wurde ein ehemaliges NVA-Militärfahrzeug namens 'NVA Kübel Geländewagen' bestaunt. Autobesitzer Peter Winter trat mit seinem Freund - für den ein oder anderen sicher befremdlich - in dazu passender DDR-Armeekleidung auf und zeigte sich humorvoll: "Wir sind die Schönwettersoldaten. Es ist toll, sich hier zu treffen. Letztes Jahr sind wir sogar mit vereisten Scheiben gefahren, die waren alle von innen gefroren." Winter zieht eine Wärmflasche der amerikanischen Armee aus seiner Jacke und erklärt, dass sie bis zu acht Stunden warm halte. Dies sei auch bitter nötig, denn sein Vehikel habe vorn keinerlei fest eingebaute Türen, nur zwei durchsichtige Abdeckplanen. Autoexperte Lothar Braunsdorf zeigt in die Fahrerkabine des NVA-Fahrzeugs: "Hier sind unten im Fußbereich sogar noch die Halterungen, in die damals von der DDR-Grenzpolizei die Kalaschnikows gesteckt wurden, im Kofferraum waren die Feldtelefone eingebaut." Er weist auf eine schwarze Antenne, die am Kofferraum angebracht ist.

Auch der Schenkenberger Pfarrer und ehemalige Militärseelsorger Mathias Taatz wirkte neugierig: "Ich habe zwar kein handwerkliches Geschick mit Autos, aber ich finde die Oldtimerschau sehr interessant."

Weitere Fotos vom Oldtimer-Motoren-Anlassen in Glesien gibt es im Internet unter: www.lvz-online.de/schkeuditz

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.04.2013

Peggy Hamfler

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