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Triple-Spitze, Doppel-Hangar und Single-Dasein

Triple-Spitze, Doppel-Hangar und Single-Dasein

Erneut weiß die LVZ, was die Schkeuditzer im gerade begonnenen Jahr 2014 erwarten wird. Woher? Wieder ist es, nach unermüdlichem Nachfragen, gelungen, einen der heiß begehrten Termine in der Silvesternacht beim weissagenden Wehlitzer Orakel zu bekommen.

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Tief in die Kristallkugel schaut das Wehlitzer Orakel für die Schkeuditzer und gibt preis, was das Jahr 2014 bringen wird.

Quelle: LVZ

Schkeuditz. Dass es sich bei den Voraussagen um reine Tatsachen handelt, hat die allwissende Dame seit Jahren bewiesen: So wusste sie, dass die Lärmschutzwand in Freiroda in Minimal-Ausführung kommen würde. Auch, dass in Schkeuditz sowohl die Turnhalle, als auch das Pflegeheim erst 2014 fertig werden, sagte das Orakel voraus. Bereits vor zwei Jahren wusste es, dass die vom nordsächsischen Landrat Michael Czupalla (CDU) geforderte dritte Start- und Landebahn am Schkeuditzer Flughafen kommen wird. Somit ist klar, dass folgende Vorhersagen 100-prozentig stimmen:

Nicht annähernd so turbulent wie 2013, das mit dem die Innenstadt unter Wasser setzenden Rohrbruch angefangen hat, beginnt das neue Jahr, meint das Wehlitzer Orakel. Doch ein gänzliches Aufatmen ist auch 2014 nicht zu erwarten. Das Orakel blickt in seine Kristallkugel und sieht zunächst doppelt und dreifach: So soll sich zu der mit Dierk Näther und Markus Kopp recht neuen Doppelspitze des Flughafens Leipzig/Halle eine weitere Person hinzugesellen und zur Triple-Geschäftsführung mutieren. Wegen der guten Kontakte des Honorarkonsuls Kopp könnte diese personelle Aufstockung weiblich sein und aus Polen kommen, meint das Orakel.

Doppelt sieht die Dame aus Wehlitz auch beim Volga-Dnepr-Technics-Geschäftsführer Ildar Ilijasow. Denn nach einem Jahr im neuen Hangar an der Nordbahn verkündet er, in einem zweiten, noch zu bauenden Hangar mit der Wiederaufnahme der Antonow-124-Produktion beginnen zu wollen.

Apropos Wiederaufnahme: Die Solarzellen, die die Bühler Bürgerenergiegenossenschaft um Hans Striebel auf Schkeuditzer Dächern verlegen ließ, müssen wieder aufgenommen werden. Warum? Sie werden für die ressourcen­schonende Betreibung von Bürgerterminals in Glesien, Radefeld und Dölzig benötigt. Wie die Wehlitzer Dame es sieht, werden diese Terminals notwendig, weil der hier bisher verwendete Bürgerkoffer nicht mehr in die Ortsteile gefahren werden kann: Nach den Einsparungen im Haushalt fehlt das dafür notwendige Auto.

Zum Thema "Auto" sieht das Orakel allerlei Bauaktivitäten. Während die Arbeiten am Rathausplatz für das Pflegeheim der Volkssolidarität um Chefin Heike Richter den bisherigen "wilden" Parkplatz blockieren, handelt Schkeuditz Oberbürgermeister Jörg Enke und lässt die Wiese am Kulturhaus Sonne in der Ringstraße und sämtliche Baulücken am Markt zu Stellflächen umfunktionieren. Sehr zur Freude vom Amtsleiter für Stadtentwicklung und Wirtschaft, Frank Wenzel. Warum? Sein Sorgen-Projekt, die Baulücke am Markt 7, wird nun nicht mit einem Wohn-, sondern mit einem Parkhaus geschlossen.

Ebenfalls zum Thema "Auto" sieht die Wehlitzer Dame allerdings auch Unerfreuliches: Die Reparaturen nach dem im April endenden Winter kann der Technische Service Schkeuditz um Chef René Froehlich wenn überhaupt nur spartanisch ausführen. Grund sind wiederum Haushaltseinsparungen. In dem Zusammenhang wird sich Stadt-Kämmerin Sylvia Fechner den Spitznamen "schwäbische Hausfrau" erarbeiten.

Schkeuditz' Bürgermeister Lothar Dornbusch führt beruflich weiterhin ein Single-Dasein: Denn auch 2014 ist weit und breit kein neuer Geschäftsführer für die Firma Umwelt-Energie-Anlagen zu finden, weshalb Dornbusch den Posten auch in diesem Jahr nebenberuflich ausüben wird. Das macht Schule, meint das Orakel und sieht bei den beruflichen Standbeinen der Stadtverwaltungs-Mitarbeiter doppelt. Eine neue Anwaltskanzlei in Glesien sei nur eine Folge.

Eng wird es in der Turnhalle in Dölzig. Iris Werner, Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins Dölzig, möchte hier künftig Schauen abhalten. Weiterhin erachten die Studentinnen der Westsächsischen Hochschule Zwickau um Professorin Gabriele Günther jenen Bau als prädestiniert für eine Kaufhalle. Ein Lebensmittelgeschäft werde, so sieht es das Orakel, noch in diesem Jahr kommen. Ortsvorsteher Lothar Böttcher eröffnet den Laden im Herbst.

Auch wenn ein Hochwasser in diesem Jahr die Domholzschänke um Wirt Mario Freitag glimpflicher davonkommen lässt, sieht die Wehlitzer Dame viel Wasser in und um Schkeuditz: So werde beim ersten Spatenstich für die Südumfahrung am Schladitzer See Ortsvorsteherin Birgit Gründling in einer Wasserfontäne stehen. Glesiens Ortschef Manfred Putzke bekommt es im Zuge der Leitungsverlegung durch die Kommunalen Wasserwerke Leipzig noch gehörig mit Wasser zu tun, und auch Revierförster Carsten Pitsch hat mit dem Projekt "Lebendige Luppe" in diesem Jahr so seine Probleme.

Wasser ganz anderer Art sieht das Orakel bei Villa-Musenkuss-Chef Ulrich Zickenrodt und Art-Kapella-Chefin Tina Barheine: Tränen stehen beiden Kulturschaffenden beim Blick auf die finanziellen Zuwendungen in den Augen. Ebenfalls Tränen kullern bei Rainer Haase (FDP) und Oliver Gossel (Bündnis 90/Die Grünen) beim Ergebnis der Landtagswahlen. Ob Tränen der Enttäuschung oder der Freude kann die Wehlitzer Dame jedoch nicht sagen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.01.2014
Roland Heinrich

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