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Schkeuditz Überfüllte S-Bahnen trüben Feierlaune bei Flughafengästen
Region Schkeuditz Überfüllte S-Bahnen trüben Feierlaune bei Flughafengästen
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21:57 15.06.2017
Im Normalfall herrscht am Flughafen-S-Bahn-Haltepunkt so wie hier eher keine Gedränge. Anders war es am Wochenende beim Flughafenfest.  Quelle: Foto: André Kempner
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Schkeuditz

Die An- und Abreise der rund 60. 000 Besucher an den beiden Tagen des großen Festes auf dem Flughafen Leipzig/Halle gestaltete sich phasenweise offenbar äußerst problematisch. Zwar mussten auch Autofahrer zeitweise auf Parkplätze warten, doch massive Beschwerden erreichten die LVZ vor allem von Nutzern der S-Bahn.

„Das Flughafenfest war wirklich toll, aber die Deutsche Bahn hat wieder mal den Vogel abgeschossen.“ – So beginnt eine der Wortmeldungen von empörten S-Bahn-Kunden. Gabriele Züllich aus Leipzig spielt auf die „total überfüllten Züge“ zwischen Leipzig und dem Flughafen in Schkeuditz an. „Wir standen in Wiederitzsch und kamen in Richtung Flughafen gar nicht mehr in den Wagen. Deshalb fuhren wir auf den Hauptbahnhof, wo man uns auf einen Bus als Schienenersatzverkehr verwies“, berichtete die 63-Jährige weiter. Die Rückfahrt am Nachmittag sei noch chaotischer gewesen, da sich noch heimkehrende Urlauber samt Gepäck in die Waggons drängten. „Warum setzte die Bahn nicht wenigstens Doppelzüge ein? So viel zum Thema runter von der Straße auf die Schiene“, zieht sie wie auch ihre sechs erwachsenen Begleiter ein ernüchterndes Fazit.

Und Klaus Vogt sprach sogar von fehlender Sicherheit der Fahrgäste, vor allem für Kleinkinder. „Die wurden einer großen Gefahr ausgesetzt, da maximal 30 Prozent der stehenden Fahrgäste sich irgendwo festhalten konnten, alle anderen wurden beim Bremsen und Anfahren nach vorn oder hinten gedrückt, Kinder klammerten sich an die Beine der Erwachsenen“, beschreibt der 68-Jährige seine Erlebnisse am Sonntag-Nachmittag. Als er deshalb auf dem Rückweg an der Haltestelle Messe aussteigen wollte, kam er gar nicht mehr raus. „Am Hauptbahnhof habe ich das Gespräch mit dem Zugführer gesucht und ihn auf seine Verantwortung für die Fahrgäste hingewiesen. Binnen kurzem standen rund 30 weitere Fahrgäste bei uns und machten ihrem Ärger Luft. Für die Tausenden, die noch am Flughafen warteten, half das alles sicher nichts mehr, obwohl bei ,Gefahr in Verzug’ ja unverzüglich gehandelt werden müsste“, ist sich der Leipziger sicher.

Die Deutsche Bahn AG (DB) versicherte auf LVZ-Anfrage, dass „ein betriebssicherer Zustand zu jeder Zeit gewährleistet war“. Sie bestätigte jedoch, dass der Publikumsansturm in dieser Höhe nicht erwartet worden war. Dazu kam laut Pressestelle der Bahn folgender Umstand: „Die DB hatte im Netz leider eine seit langem feststehende Baumaßnahme und damit umfangreiche Fahrplanänderungen, darunter Umleitungsverkehre und Ausfälle mit Busersatzverkehr. Daher fuhr nur die S 5 X stündlich zum Flughafen, die S 5 wurde über Schkeuditz nach Halle umgeleitet, ein Busersatzverkehr zwischen Schkeuditz und Flughafen war eingerichtet und wurde in seiner Kapazität sogar höher ausgelegt, als es nur die Flughafenpassagiere benötigt hätten, da das Fest berücksichtigt wurde. Der große Besucherzuspruch hat dann allerdings auch diesen Ersatzverkehr an die Kapazitätsgrenzen gebracht.“ Kürzere Taktzeiten und zusätzliche S-Bahnen seien baubedingt nicht möglich gewesen. Auch hätten am Wochenende keine längeren S-Bahnzüge zur Verfügung gestanden.

Die Bahn will nun, teilte sie mit, diese Erfahrungswerte für künftige Veranstaltungen mit einfließen lassen: „Eine frühzeitige und enge Abstimmung des Veranstalters im Vorfeld würde eine Kapazitätsanpassung möglich machen.“ Diesmal hatte es vor dem Fest mit dem Flughafen als Veranstalter keinen Kontakt gegeben.

In dem Punkt will auch der Airport reagieren und künftig Absprachen mit der Bahn treffen, bestätigte Sprecher Uwe Schuhart. Auswertungen der jährlich stattfindenden „Kids & Family Days“ hätten bisher ergeben, dass ein Großteil der Besucher mit dem Auto kommt. „In voraussichtlich fünf Jahren gibt es dann zum 95. Jubiläum wieder die Doppelveranstaltung mit dem großen Flughafenfest. Dann gehen wir davon aus, dass auch bei so hohen Besucherzahlen die An- und Abreise besser klappt“, so Schuhart.

Von Olaf Barth

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