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Uhr für Umstellung der Kläranlagen tickt

Uhr für Umstellung der Kläranlagen tickt

Die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) werden auch in diesem Jahr in Schkeuditz weiter bauen. Außerdem sollen die letzten Abschnitte für die zentrale Abwassererschließung in Glesien zu Ende gebracht werden.

Schkeuditz. Zudem appelliert das Unternehmen, die vorgeschriebene Umstellung auf biologische Kleinkläranlagen vorzunehmen.

Thomas Bohne ist bei den KWL der Mann für Versammlungen. Ob vor Einwohnern oder wie vorige Woche vor Mitgliedern des Technischen Ausschusses, der Teamleiter Erschließung stellt öffentlich künftige KWL-Pläne vor und beantwortet Fragen. Im aktuellen Fall zog er auch ein Zwischenfazit zum Stand der Arbeiten in Schkeuditz und zum Umrüstungsgrad von Kleinkläranlagen. Hintergrund für Bohnes Erklärungen ist der immer näher rückende Stichtag 1. Januar 2016. Denn laut einer EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen dann alle häuslichen Schmutzwässer biologisch gereinigt werden. Wer an das zentrale Abwassernetz der KWL angeschlossen ist, muss sich nicht weiter darum kümmern, da in deren modernen Klärwerken die entsprechenden Reinigungsstufen eingebaut sind.

"In Papitz, Modelwitz, Altscherbitz, Kleinliebenau und Dölzig gab es die Erschließungsarbeiten bereits. Im Ortsteil Glesien wurde begonnen. Dort folgen dieses Jahr die beiden letzten Bauabschnitte sechs und sieben. In Schkeuditz-West mit einem Teil von Wehlitz wurde ebenfalls begonnen. Der andere Teil von Wehlitz sowie Radefeld und Hayna werden nicht zentral erschlossen", nannte Bohne den aktuellen Stand im KWL-Reich auf Schkeuditzer Flur. In Schkeuditz-West würden 156 Grundstücke an das zentrale Abwassernetz angeschlossen. Mit behördlicher Genehmigung käme hier ein Mischwassersystem zum Einsatz. Inklusive der ganzen technischen Anlagen würden hier 4,3 Millionen Euro investiert.

Für den Anschluss von 272 Glesiener Grundstücken an das Klärwerk Rosental werden rund 3,1 Millionen Euro investiert. 300 andere Grundstücke waren bereits früher angeschlossen worden. Für elf Glesiener Areale im Außenbereich wäre laut Bohne die Erschließung zu teuer, dort müssen die Eigentümer auf biologische Kleinkläranlagen umrüsten. So wie in den anderen genannten Orten, die nicht zentral erschlossen werden. In Einzelfällen, wo aufgrund zu geringer Nutzerzahl die biologischen Anlagen nicht funktionieren, sei auch die Errichtung von Abwasser-Sammelgruben zulässig, so Bohne. So lief zum Beispiel in Hayna Ende 2011 der Termin für die Umstellung auf biologische Kleinkläranlagen ab. Bohne: "Von 73 Eigentümern haben 51 umgerüstet oder neu gebaut. Das ist ein Umstellungsgrad von 76 Prozent. Sechs Abwassersammelgruben wurden genehmigt."

Wer die Umstellung verweigert, muss sich einem Anhörungsverfahren des Landratsamtes Nordsachsen und des Zweckverbandes Wasser- und Abwasserbeseitigung Leipzig Land stellen. "Der Freistaat macht Druck, mit den Eigentümern zu sprechen und die Vorgaben umzusetzen. Außerdem gehen Fördermittel verloren, wenn die Fristen nicht eingehalten werden", warnte Bohne. Die Umrüstung von mechanischer zu biologischer Reinigung kostet zwischen 2000 und 4000 Euro, wovon bis zu 1000 Euro gefördert werden. 1500 Euro Fördermittel gibt es für einen Neubau, der mit bis zu 6000 Euro zu Buche schlagen kann. Die KWL würden diesen Umstellungsprozess unterstützen und bei der Firmenauswahl helfen.

Die Radefelder Ortsvorsteherin Birgit Gründling vermutet bei jenen, die noch nicht umgerüstet haben, nicht Sturheit, sondern ein Informationsdefizit, sagte sie. "Es wird im Februar dazu noch einmal Veröffentlichungen geben", kündigte Bohne daraufhin an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.01.2014
Olaf Barth

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