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Schkeuditz Umbau nach historischem Vorbild
Region Schkeuditz Umbau nach historischem Vorbild
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06:00 10.09.2010
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Schkeuditz

Im Büro von Baukoordinatorin Birgit Gumbert hängen Pläne, auf denen gelb markiert die neuen Wege im Krankenhauskomplex eingezeichnet sind. Leicht geschwungen nähern und entfernen sie sich voneinander, ab und an kreuzen sie sich auch. Langweilig gerade verläuft fast keiner mehr. „Unser Ziel ist es, die gesamte parkähnliche Freianlage wieder so zu gestalten, wie sie zu Beginn ab 1876 angelegt worden war“, sagt Gumbert und deutet auf einen Lageplan von 1893. Der zeigt nicht nur den historischen Gartenplan mit den geschwungenen Wegen, sondern auch einen Kunst-Stich von der „Provinzial-Irrenanstalt Rittergut Altscherbitz“. Heute steht die gesamte Anlage, die sich neben den Straßenbahngleisen an der Leipziger Straße entlang zieht, unter Denkmalschutz.

Anfangs mussten Wildwuchs und kranke Bäume entfernt werden, was manche schon Kahlschlag fürchten ließ. Doch das Gegenteil ist beabsichtigt. „Wir wollen den Baumbestand erhalten und erweitern. An den Hauptwegen soll der historische Alleecharakter wiederbelebt werden“, erläutert die Baukoordinatorin. Natürlich müssten die geänderten Gegebenheiten des inzwischen verkleinerten Geländes berücksichtigt werden. So wurde zum Beispiel durch die Anbindung an die benachbarte Helios-Klinik der Haupteingang nach Westen verlagert. Auch werden die Wege nicht wieder naturnah oder mit Kopfsteinpflaster angelegt. Hier müssen Kompromisse zwischen Denkmalschutz und der Funktion als Krankenhaus gefunden werden. „Patienten auf Krankenliegen möchten nicht über holprige Wege bugsiert und durchgerüttelt werden. Auch ein ordentlicher Winterdienst muss gewährleistet sein“, formuliert Gumbert die Ansprüche an die Qualität der künftig glatt asphaltierten Wege. Diese sollen sich durch eine attraktive Grünanlage schlängeln. „Wir wollen keine kahlen Stellen. Es werden Pflanzen und Rasensorten genutzt, die auch Schatten vertragen. Hinzu kommen zum Beispiel Eichen, Buchen, Linden und Ahornbäume“, erläutert Birgit Gumbert. Die Pflege des Grüns übernimmt die zum Krankenhaus gehörende Gärtnerei, die zugleich Therapiestätte für Patienten ist. Die Neugestaltung des weitläufigen Außengeländes ist in zehn Bauabschnitte gegliedert. Im Anfang August gestarteten ersten Bauabschnitt werden 456  000 Euro investiert. Er soll Mitte Oktober beendet sein. Die Sanierung des Springbrunnens und die neue Teichanlage sind schon fertig. „Dieser Bereich von der Leipziger Straße zum Verwaltungsgebäude wird ein optisches Aushängeschild“, so Gumbert. Im nächsten Bauabschnitt werde der zentrale Bereich zwischen Verwaltungsbau und Caféteria, wo der meiste Publikumsverkehr herrscht, umgestaltet.

Bauherr bei allem ist der Freistaat Sachsen mit seinem Betrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. So auch bei der weiteren Sanierung der zahlreichen Krankenhausbauten. Schwerpunkt ist derzeit die Sanierung und der Anbau des Hauses 7 für die Errichtung eines neuen Suchtzentrums. Dafür werden 7,76 Millionen Euro ausgegeben. Gemeinsam mit dem Haus 8 ist hier die Fertigstellung für Anfang September 2011 geplant. Im Haus 7 werden dann zwei Suchtstationen eingerichtet, das Haus 8 wird Sucht-Tagesklinik mit Gruppenräumen.

Olaf Barth

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