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Schkeuditz Umjubelte Musical-Premiere in Hayna
Region Schkeuditz Umjubelte Musical-Premiere in Hayna
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12:08 19.07.2016
Die netten Kammerzoffen von Mister Browulow kümmern sich äußerst liebevoll um Oliver Twist.  Quelle: Michael Strohmeyer
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Hayna

 Nach der umjubelten Vorstellung zu später Stunde am Sonnabend fiel es zahlreichen Besuchern schwer zu glauben, dass sie eben einem „Laien-Ensemble“ zugeschaut haben. Zu überzeugend die Schauspiel- und Gesangsleistungen der 62 Darsteller im Alter von fünf bis 73 Jahren, zu professionell das ganze Drumherum mit Lichttechnik, Videoanimationen und Kulissen. Die Uraufführung des von Christoph Zwiener arrangierten Musicals „Oliver Twist“ wurde so ein voller Erfolg.

„So etwas haben wir noch nicht gesehen, wir werden wieder kommen“, schwärmten Peggy und Ulf Kolbert. So wie dem Leipziger Ehepaar ging es fast allen der 250 Zuschauer im ausverkauften Rund. Sie haben unter der überdachten Freiluft-Bühne mit Blick auf den Schladitzer See nicht nur ein äußerst lebendig dargebotenes Stück nach der Vorlage von Charles Dickens gesehen, sondern waren oft auch mittendrin im Geschehen. Denn die Kulisse zieht sich rund um die Besucher, Darsteller nutzen auch den Platz zwischen den Stuhlreihen und selbst die 16 Akrobaten aus Krostitz zeigten ihre Kunststücke mitten im Publikum.

Beispielhaft dafür, wie die Darsteller in ihren Rollen aufgingen, sei der Auftritt von Franz Prosch als Oliver Twist genannt. Der 16-Jährige spielt seit seinem dritten Lebensjahr Theater. „Für mich ist die Bühne ein zweites Zuhause. Ich schlüpfe gern in die Rollen, um mich so künstlerisch zu verwirklichen“, meinte er strahlend nach der gelungenen Premiere. So wie er, überzeugten aber auch seine Mitstreiter in den großen und kleinen Rollen mit überwältigender Spielfreude. Der Spaß übertrug sich auf die Zuschauer, die schon im Stück begeistert mitgingen und am Ende bei stehenden Ovationen tosenden Applaus spendeten.

Glücklich ob dieses Erfolges und stolz auf sein Ensemble ist auch Christoph Zwiener. Der 55-Jährige hatte aus dem Roman eine Bühnenfassung erarbeitet und die Songtexte geschrieben. Sein Kunst studierender Sohn Maximilian (27) komponierte die Musik dazu und ließ seine Beteiligung an dieser Aufführung gleich in seine Masterarbeit einfließen. Dass er seinen beruflichen Wunschweg im Genre Filmmusik sicher erfolgreich gehen wird, daran lässt sich nach dem Gehörten kaum noch zweifeln. Auch die Mühen der unzähligen Proben waren nach der Vorstellung vergessen, strahlende Gesichter überall. Die Produktion kostete 70 000 Euro, ein Drittel davon förderte der Kulturraum Leipziger Raum. Auch die Stadt Schkeuditz und der Landkreis Nordsachsen beteiligten sich. Gut 60 Prozent der Kosten müssen nun aber über die Zuschauereinnahmen wieder eingespielt werden.

Zwiener Senior war die Erleichterung und Zufriedenheit anzusehen. Schließlich hatte er trotz schon zahlreicher mit dem Verein erfolgreich aufgeführter Stücke Neuland betreten: „Das ist ein sehr komplexes Stück, so etwas hatten wir noch nie gemacht. Es war gar nicht so einfach, so viele Darsteller auch bei den Proben unter einen Hut zu kriegen. Um so mehr freue ich mich, wie gut das Ensemble am Sonnabend drauf war und dass der Funke zum Publikum übergesprungen ist.“ Voraussetzung dafür war allerdings neben dem künstlerischen Schaffen auch jede Menge Arbeit von Unternehmen und Vereinsmitgliedern im Vorfeld.

Dass das Umfeld dieses Bühnen-Kleinods noch nicht im Endzustand ist, mussten allerdings auch zahlreiche Besucher erfahren. Der Bau des Parkplatzes ist zwar beabsichtigt, doch noch fehlt er. Viele Gäste mussten noch einmal ihre Autos wegfahren. Hier sollte bei den nächsten Vorstellungen besser eingewiesen werden, um so ein geordnetes Abstellen der Fahrzeuge zu ermöglichen.

Von Michael Srohmeyer

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