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Schkeuditz Varianten für Schkeuditzer Grundstück in der Innenstadt erarbeitet
Region Schkeuditz Varianten für Schkeuditzer Grundstück in der Innenstadt erarbeitet
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00:17 22.10.2016
So sieht nach Vorstellungen des Planungsbüros eine Variante der Grundstücksbebauung (graue Dächer) am Markt aus. Quelle: Grafik: S & P Ingenieure und Architekten
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Schkeuditz

Um ein städtebauliches Entwicklungskonzept vorzustellen, waren am Montagabend Angela Pohl und Wolfram Mohr vom Planungsbüro S & P Ingenieure und Architekten aus Leipzig nach Schkeuditz gekommen. Vor dem Technischen Ausschuss ging es darum, was auf einem städtischen, rund 3300 Quadratmeter großen Grundstück möglich ist und städtebaulich als zwingend angesehen wird. Schkeuditzer Bürger blieben der öffentlichen Sitzung fern.

Dabei handelt es sich bei der über Jahre und Stück für Stück erworbenen Fläche um eine, die zentraler – nämlich am Markt – kaum liegen kann. Gerade der Markt ist bei den Schkeuditzern arg in der Kritik, wenn nicht gar totgesagt. Schon bei der Frage nach dem Stadtzentrum kann es deshalb unterschiedliche Antworten geben: Entscheiden sich die einen aus historischen Gründen für den Markt, benennen andere wegen seiner Belebung den Rathausplatz.

Schkeuditz weist eine Besonderheit auf, die die Stadtplaner vor eine Herausforderung stellt, meinte Angela Pohl im Zusammenhang mit ihrer städtebaulichen Analyse. „Während Stadtkirche, Rathaus und Markt in anderen Städten einen zentralen Platz bilden, finden sich diese drei Punkte in Schkeuditz wie an einer Perlenschnur aufgereiht“, sagte sie. Demzufolge seien die Verbindungsachsen besonders wichtig. Eine dieser Achsen ist die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Rathaus und Markt, die die Ostseite des städtischen Grundstückes begrenzt. Im Süden endet es direkt am Markt, im Westen an der Amtsgasse und im Norden wird es durch die bebauten Grundstücke in der Ringstraße begrenzt.

Bei der Analyse des Planungsbüros spielte auch die Attraktivität des Marktes eine Rolle. „Wir könnten uns vorstellen, dort Radverkehr hinzulenken“, meinte Pohl. Auch ein Brunnen als Anziehungspunkt wäre vorstellbar. „Im Kommen sind momentan gerade Milchautomaten. Einer könnte auch am Markt installiert werden“, ergänzte Wolfram Mohr. Außerdem habe man Bankautomaten oder eine Tank- oder Ladesäule für Elektrofahrzeuge im Hinterkopf. „Ich kann mir vorstellen, dass der Stadtwerke-Geschäftsführer bei Bedarf nicht abgeneigt ist“, reagierte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) konkret auf letzteren Vorschlag angesprochen. Wegen eines Milchautomaten ist die Stadt sogar schon in Verhandlungen. Wie Enke jetzt mitteilte, könnte der womöglich an der Nordseite des Polizeigebäudes positioniert werden.

Drei Varianten der Grundstücksbebauung hatte das Planungsbüro nun entwickelt und jetzt vorgestellt. Allen Varianten gemein ist, dass die bauliche Lücke zur Friedrich-Ebert-Straße mit mehrgeschossigen Wohnhäusern geschlossen werden soll. „Wir wollen kein Raumschiff, das hier landet und wie ein Fremdkörper dasteht“, sagte Mohr. Die Hausfassaden zur Verbindungsachse Markt-Rathaus sollen vielfältig, aufgelockert und strukturell und farblich unterschiedlich gestaltet sein, meinte der Diplom-Ingenieur. „Was die Straße an Potenzial bietet, ist enorm“, sagte er.

In der Minimal-Variante bei der Bebauung entsteht eine Bruttogeschossfläche von 4700 Quadratmetern. 29 Wohn- und fünf Gewerbeeinheiten würden entstehen. Bei den Baukosten veranschlagt das Büro 5,9 Millionen Euro. Mit 5600 Quadratmetern Fläche, 32 Wohn- und ebenfalls fünf Gewerbeeinheiten kommt eine zweite Variante daher, die bei 6,6 Millionen Euro kalkulierter Kosten auch eine Tiefgarage für 24 Fahrzeuge beinhaltet. Die mit 7,1 Millionen Euro teuerste Variante bietet je nach Bedarf Platz für drei bis fünf Gewerbeeinheiten und für 29 Wohnungen und schafft eine neue Verbindung von der Amtsgasse zur Friedrich-Ebert-Straße. Je nach Bedarf könnte diese Verbindung öffentlich oder nur für die Bewohner gestaltet werden.

„In der Vergangenheit waren wir froh, dass in Schkeuditz gebaut wurde. Wir waren nicht froh darüber, was gebaut wurde“, sagte der Oberbürgermeister. Am Markt sei die Stadt nun Grundstücksbesitzer. „Wir wollen nicht nur ein Grundstück verkaufen, wir wollen Visionen, wir wollen eine Zuversicht verkaufen. Und wir wollen einen Preis erzielen, bei dem wir nicht nur die Ausgaben wieder reinholen“, meinte Enke. Interessenten scheint es indes schon zu geben.

Die drei Varianten zur Bebauung am Schkeuditzer Markt sind in Kürze im Internet auf der Internetseite der Stadt unter www.schkeuditz.de zu finden.

Von Roland Heinrich

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