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Verdacht auf Tropenfieber löst Alarm am Flughafen aus

Verdacht auf Tropenfieber löst Alarm am Flughafen aus

Mit einem nicht alltäglichen Szenario hatten es jetzt Rettungskräfte des Landkreises Nordsachsen und darüber hinaus zu tun. Auf dem Flughafen Leipzig/Halle wurde geübt, wie mit Passagieren umzugehen ist, die von einer Auslandsreise möglicherweise eine ansteckende Fieberkrankheit mitgebracht haben.

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Dezernentin Angelika Stoye (stehend Zweite von rechts) leitet die Infektionsschutzübung und wertet sie im Anschluss mit den Beteiligten aus.

Quelle: Landratsamt

Schkeuditz. Involviert war auch das Leipziger St.-Georg-Krankenhaus.

"Am heutigen Morgen landete der Linienflug LH 154 der Lufthansa aus Frankfurt kommend planmäßig am Flughafen Leipzig/Halle. An Bord befanden sich 40 Personen, darunter fünf Passagiere mit Ansteckungsverdacht auf hämorrhagisches Fieber. Die Canadair 700 wurde auf einer gesonderten Parkposition abgestellt. Die Werkfeuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und der Krisenstab Infektionsschutz des Landkreises Nordsachsen wurden alarmiert und befinden sich im Einsatz." So lautete vergangenen Freitag eine Pressemitteilung, die nie an die Presse ging. Denn sie war fiktiv. "Aber so hätte sie durchaus verschickt werden können, wenn es ein Ernstfall gewesen wäre", bestätigte gestern Rayk Bergner, der Pressesprecher des Landratsamtes Nordsachsen. Denn diese Behörde ist bei solchen Fällen federführend. Und so wurden die Übung sowie der gebildete Krisenstab dann auch von Dezernentin Angelika Stoye geleitet. Denn zu ihrem Ressort Ordnung gehören auch das Gesundheitsamt sowie das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

"Es handelte sich um eine Infektionsschutzübung des Landratsamtes Nordsachsen. Solche Szenarien werden regelmäßig geübt. Auf Grund des Szenarios bot es sich an, diese Übung direkt am Flughafen durchzuführen. In der Vergangenheit fanden auch am Flughafen schon andere gemeinsame Übungen statt. Die Zusammenarbeit hierbei ist immer hervorragend", so Bergner.

Die laut Übungs-Drehbuch betroffenen Passagiere standen unter dem Verdacht, sich bei Forschungsarbeiten in Gabun und in der Republik Kongo mit einer gefährlichen und ansteckenden Tropenkrankheit, wie zum Beispiel dem Lassa- oder Ebolafieber, infiziert zu haben. Denn die auf ihrer Heimreise in Frankfurt/Main umgestiegenen Leipziger Wissenschaftler haben zwei in Frankfurt verbliebene Kollegen, denen es bereits schlecht geht. Vom Frankfurter Tower aus wird der Pilot über die Kontaktpersonen in seiner Maschine unterrichtet. Im Landkreis und auf dem Leipziger Flughafen werden umgehend alle in einem solchen Fall vorgesehenen Kräfte alarmiert. Das simulierte Flugzeug wird unter Quarantäne gestellt. "So musste dann einer der Amtsärzte des Landratsamtes unter Vollschutz im ,Flieger' die Passagiere begutachten. Hierbei war es eine besondere Erfahrung, wie es sich in einem sol- chen Schutzanzug arbeitet und wel- che Zeit vergehen kann", schilderte Bergner einen Teil der praktischen Übung.

Insgesamt 48 Personen waren in die Übung involviert. Neben dem Landratsamt gehörten auch der Rettungsdienst des Landkreises Nordsachsen, Mitarbeiter des Flughafens, die Flughafen Werkfeuerwehr, Polizisten sowie Mitarbeiter der Lufthansa und des Leipziger Klinikums Sankt Georg zu den handelnden Personen und Institutionen. Elf Fahrzeuge kamen dabei zum Einsatz.

"Derartige Übungen sind wichtig, um zum einen das Zusammenspiel aller Beteiligten im Blick zu haben", sagte der Sprecher des Flughafens Leipzig/Halle, Uwe Schuhart. Zum anderen könnten der Ausbildungsstand der Wehr beurteilt und Schwächen und Stärken ausgemacht werden. "Das ist gelungen. Im Ergebnis kann die Übung als voller Erfolg gewertet werden", fügte Schuhart an. Das sieht auch Dezernentin Stoye so: "Es war eine erfolgreiche und sehr lehrreiche Ausbildungsmaßnahme, die alle Beteiligten weiter brachte. Das besonders Erfreuliche dabei war, dass neben Vertretern des Landratsamtes und des Flughafens Leipzig/Halle auch der Flughafen Frankfurt/Main und die Lufthansa an der Übung teilnahmen. Zudem wurde die Übung von der Landesdirektion Sachsen begleitet." So habe das Geschehen für alle Teilnehmer sowohl theoretische Komponenten als auch eine ganze Reihe praktischer Elemente beinhaltet. Unter anderen seien die Alarmierungsketten erläutert worden. Außerdem, so Stoye, wurde beschrieben und auch praktisch geübt, wo ein Flugzeug in einer solchen Situation geparkt wird, und wie es abzusperren ist.

In einem Fachvortrag hatte schließlich Thomas Grünewald, Leitender Oberarzt am Zentrum für Reise- und Tropenmedizin am St. Georg in Leipzig, die sogenannten hämorrhagischen Fieber und wichtige Schutzmaßnahmen im Umgang mit möglichen Patienten erläutert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.04.2014
Olaf Barth

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