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Schkeuditz Verwechslung: Stolpersteine fast an falscher Stelle verlegt
Region Schkeuditz Verwechslung: Stolpersteine fast an falscher Stelle verlegt
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00:35 26.07.2015
Das Gebäude in der Schillerstraße ist der letzte, frei gewählte Wohnort der Juden Golda Gusta und Bernhard Goldberger. Quelle: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Nach einem Artikel in der LVZ wandte sie sich an die Redaktion: "Es wäre doch mehr als peinlich, wenn die Stolpersteine an die falsche Stelle kommen würden", fügte sie ihrem Hinweis hinzu.

Wie berichtet, ist im Gymnasium und in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus Leipzig ein Projekt gestartet worden, das die Verlegung der ersten beiden Stolpersteinen in Schkeuditz für die Juden Golda Gusta und Bernhard Goldberger zum Ziel hat. Die am Projekt beteiligten Gymnasiasten bedienten sich dafür der Vorrecherche des Stadtmuseums und stellten eigene Nachforschungen an. Nach den Unterlagen vom Museum hätten in der Robert-Koch-Straße 9, der vermeintlichen letzten frei gewählten Wohnstätte der Goldbergers, Stolpersteine verlegt werden sollen. Denn in der Wilhelmstraße hätten beide vor der Deportation nach Polen zuletzt gewohnt. Jene Wilhelmstraße wäre die heutige Robert-Koch-Straße, hatte das Museum mitgeteilt.

"Bei uns hat sich nach dem Zeitungsartikel noch ein Zeitzeuge gemeldet", informierte Henry Lewkowitz gestern. Der zweite Vorsitzende des Erich-Zeigner-Haus-Vereins hatte von Horst Pawlitzky ebenfalls den Hinweis bekommen, dass die Straßenbezeichnungen nicht stimmen kann. Der 74-jährige Schkeuditzer sei in dem Haus, in dem zuvor die Goldbergers wohnten, geboren worden. Seine Eltern hätten dort zwischen 1939 und 1947 in der Erdgeschosswohnung gewohnt. "Die Wohnung nannte man damals 'Judenwohnung'", teilte Pawlitzky mit. Er habe damals aber nicht gewusst, was damit gemeint gewesen wäre und habe auch nicht danach gefragt.

In der letzten Woche dann ist vom Stadtmuseum Schkeuditz im Erich-Zeigner-Haus das Eingeständnis eingegangen, dass es sich um eine fehlerhafte Straßenbezeichnung handelt. Das Eckhaus in der Schillerstraße 9 sei das korrekte Gebäude. Zur Zeit, als die Straße noch Wilhelmstraße hieß, habe es auch in der Yorkstraße, der heutigen Friedrich-Engels-Straße, einen Zugang zum Haus gegeben. "Der Kolonialwaren-Laden hatte seinen Zugang direkt auf der Gebäude-Ecke, so, wie es auf der gegenüberliegenden Seite heute noch zu sehen ist", wusste Bruck noch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.07.2015
Roland Heinrich

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