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Vierundzwanzig nackte Tatsachen in Schkeuditzer Kulturkapelle

Vierundzwanzig nackte Tatsachen in Schkeuditzer Kulturkapelle

Ölgemälde, Aquarelle, Kreide- und Strichzeichnungen sowie Skulpturen zieren jetzt die Schkeuditzer Art Kapella. Eins haben die Werke der Künstler verschiedener Handschriften und Maltechniken gemeinsam: Sie zeigen die nackte Frau – abstrakt, offensichtlich oder in Formen versteckt.

Volker Wendt gehört mit seiner Betonskulptur zu den über 20 Künstlern, die jetzt in der Schkeuditzer Art Kapella Akte in Variationen zeigen. Scherzhaft nennt der Markkleeberger seine wohlproportionierte Dame „Gartenzwerg“.

Quelle: Karoline Maria Keybe

Schkeuditz. „Akt in Variationen“ nennt sich die neue Ausstellung der Kulturkapelle auf dem Alten Friedhof. Nach Landschaften und Bildnissen setzt sich die Reihe „Variationen“ mit nackten Tatsachen fort.

Am Sonntag war die Vernissage unter Leitung von Gerd W. Fiedler eröffnet worden. „Was für eine schöne Sonntagnachmittagbeschäftigung“, sagte der Laudator lächelnd. In der nachfolgenden Stunde wurde dem Publikum ein kleiner Einblick in das Leben der hier ausgestellten Künstler gegeben. Viele davon waren mit Familie selbst anwesend. Jedes Bild erzähle eine kleine Geschichte. Es liege aber an dem Betrachter selbst, das Ganze zu deuten. „Je abstrakter die Kunst ist, umso mehr kann man hineininterpretieren“, forderte Fiedler die Kunst-Interessierten auf. Die Abbildung des menschlichen, vorwiegend weiblichen Körpers, ermögliche dem Künstler die Gefühlswelt des einzelnen Individuums auszudrücken, Emotionen darzustellen. Kaum ein anderes Motiv sei für die Darstellung dieser abstrakten Begriffe besser geeignet.

Besonders freute sich die Art Kapella auch über die erste französische Beteiligung der Partnerstadt Villefranche sur Saône. Das Gemälde „Aktstudie“ von Elisabeth Grillot wird für die kommenden eineinhalb Monate den Raum mit verschönern.

Um die 50 Bilder hatte der Schkeuditzer Bereich „Bildende Kunst“ zur Auswahl. Aus ihnen wurden ein paar Tage vor dem Auftakt, verbunden mit hitzigen Diskussionen, 22 Gemälde und zwei Skulpturen ausgewählt. „Auf freche Bilder haben wir verzichtet“, gab Fiedler zu. Auch ist jeder Künstler nur einmal vertreten, um eine tatsächliche Abwechslung zu ermöglichen. Eine weitere Bedingung, um hier unter den Leipziger Künstlern zu hängen, war: man müsse das Werk selbst vorbei bringen. Es wäre einfach nicht möglich zu jedem Künstler zu fahren, so Fiedler.

Volker Wendt hätte die letzte Bedingung ohne seinen Sohn auch nicht stemmen können, der brachte nämlich das Kunstobjekt nach Schkeuditz. Nun stand der 65-Jährige neben seiner Skulptur aus Beton: eine nackte gut-proportionierte Dame mit buntem Hut und einer Schlange im Mund. „Ohne Titel“ hieß das Gebilde. Wendt möchte voreilige Interpretationen vermeiden. „Das kann jeder selbst machen“, sagte der Markkleeberger und streichelte über den, wie er die Figur selbst nannte, „Gartenzwerg“.

In den nächsten sechs Wochen stehen die Türen offen: alle (N)a(c)kt- und Kunst-Fans sind herzlich eingeladen. Unter anderem sind eine Skulptur der Bildhauerin Gabriele Messerschmidt, das Gemälde „Torso“ von Ferenckó aus Ungarn und die Zeichnung „Freundinnen“ des im Jahr 1999 verstorbenen Günter Rackwitz zu sehen.

Karoline Maria Keybe

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