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Vom Druck bis zur Bindung - Schkeuditzer Viertklässler sind bei Buchherstellung dabei

Vom Druck bis zur Bindung - Schkeuditzer Viertklässler sind bei Buchherstellung dabei

Einem besonderen Erlebnis durften gestern die Viertklässler der Thomas-Müntzer-Grundschule im Stadtteil Wehlitz beiwohnen. Zum Welttag des Buches besuchten sie den Schkeuditzer Buchverlag von Herbert Stascheit und stellten selbst ein Buch her - vom Druck bis zur Bindung.

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Aus eigener Herstellung: Die Schüler der Klasse 4a der Thomas-Müntzer-Grundschule halten ihr Buch in der Hand, das kurz zuvor noch nur ein Papierstapel war. Bei Herbert Stascheit (hinten links) beobachteten sie die Herstellung.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. "Wir haben in der Schule gerade eine Projektwoche, in der es um Ausländerfeindlichkeit und Rassismus geht", informierte die Klassenlehrerin der 4a, Gudrun Haake. Aus diesem Grund sei das Buch, dessen Herstellung die 18 Eleven der vierten Klasse gestern life miterleben und am Ende auch mitnehmen durften, besonders geeignet. "In dem Buch geht es um einen Jungen, der 1938 nach England ausgeschifft wurde", erklärte Haake.

Herbert Stascheit, der sowohl den Schkeuditzer Buchverlag als auch den GNN-Verlag betreibt, hatte in seine eigene Buch-Hersteller-Werkstatt geladen. Hier druckt der 63-Jährige, schneidet und klebt. "Lediglich die Umschläge der Bücher gebe ich in eine andere Druckerei", sagte er. Ansonsten sei alles selbst gemacht.

Selbst das Einschweißen der inzwischen etwa 700 Titel im Verlagsprogramm übernimmt Stascheit. "Ich könnte als Föhn-Tester arbeiten", sagte er dazu schmunzelnd. Denn die Anfangs noch locker um das Buch liegende Folie wird mittels eines normalen Haarföhns zum Straffen gezwungen. "Ich muss dicht an die Folie herangehen. Dabei staut sich die Wärme. Nicht jedes Gerät hält das aus", erklärt der Verleger, der in der Friedrich-Ebert-Straße auch die Schkeuditzer Buchhandlung führt.

Bevor ein Buch jedoch eingeschweißt werden kann, muss es zunächst gedruckt werden. Das erledigt bei Stascheit ein mit ölhaltiger Tinte befüllter Drucker. "Ansonsten verläuft das Gedruckte, wenn es nass wird", erklärt der Schkeuditzer. Dann geht es zur Schneidemaschine. Acht Buchseiten nämlich - vier auf Vorder- und Rückseite - sind auf den Papierbogen gedruckt und müssen geschnitten werden. "An der Klebemaschine ist es ein bisschen brenzlich. Der Kleber wird 280 Grad heiß und geht nicht so leicht von der Haut", erklärte der Verleger.

"Die Schüler scheinen sich gut vorbereitet zu haben, denn die Fragen waren durchdacht", resümierte Stascheit den gestrigen Tag. Heute erhält er Besuch von der 4b der Wehlitzer Grundschule. Am Freitag endet die Projektwoche mit einem Lesewettbewerb, informiert Haake und lädt Stascheit ein, in der Jury dabei zu sein. "In der dritten und vierten Stunde sind die 3. und 4. Klasse mit Lesen dran", sagte Haake. Sie lesen aus "Milchkaffee und Streuselkuchen", einem Buch, das passend zur Projektwoche das Thema Migration kindgerecht aufgreift.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.04.2013

Roland Heinrich

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