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Schkeuditz Vor 40 Jahren spielte Schkeuditz in der ersten DDR-Liga
Region Schkeuditz Vor 40 Jahren spielte Schkeuditz in der ersten DDR-Liga
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00:21 16.10.2017
Als linker Verteidiger bei der TSG MAB Schkeuditz hat Jürgen Dienwebel vor 40 Jahren in der ersten DDR-Liga gespielt. Morgen trifft sich die Elf, um auf Vergangenes anzustoßen. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

An diesem Sonnabend wird in der Gaststätte „Zur Börse“ in Schkeuditz das ein oder andere Prosit auf die Schkeuditzer Fußballer ertönen. Nicht auf die aktuell in der Stadtliga spielende erste Mannschaft der Flughafenstadt, sondern auf jene Kicker, die vor 40 Jahren in der ersten DDR-Liga – nach der DDR-Oberliga die zweithöchste Spielklasse – spielten. „Das war der Glanzpunkt, der größte Erfolg im Schkeuditzer Fußball“, sagte Jürgen Dienwebel.

Der 63-Jährige hat das morgige Treffen der ehemaligen Spitzenmannschaft organisiert. „Im Frühjahr habe ich angefangen. Viele Mitstreiter habe ich erst über drei oder vier Ecken wiedergefunden. Aber nun sind alle Verbliebenen beisammen“, erzählte Dienwebel. Schon drei Mannschaftskameraden seien inzwischen nämlich leider verstorben.

Zwei weitere Ex-Kicker seien erkrankt und könnten nicht anreisen. „Wir werden aber eine telefonische Schaltung organisieren, so dass sie zumindest akustisch mit von der Partie sind“, sagte der Schkeuditzer. Selbst hat der heutige Platzwart im Walter-Lutze-Stadion damals in der glorreichen Elf gekickt. „Ich habe als linker Verteidiger gespielt“, erzählte er. Allerdings habe er in jener Saison sechs Spiele wegen einer Meniskus-Operation nicht bestreiten können.

Zwei Spiele sind Dienwebel in schmerzlicher Erinnerung geblieben: „Wir hatten gegen die BSG Einheit Wernigerode gespielt. Nach zwanzig Minuten führten wir mit drei zu null. Dann mussten wir zu zehnt weiterspielen. In der 89. Minute fiel das drei zu drei.“ Ähnlich ärgerlich sei das Spiel gegen die BSG Chemie Premnitz gewesen: „Bis zur 81. Minute hatten wir drei zu eins geführt, das Spiel dann aber drei zu vier verloren“, erinnerte sich der damalige Verteidiger. Ein Punkt habe zum Saisonende gefehlt, um in der ersten DDR-Liga zu bleiben. Nach einer Saison stiegen die Schkeuditzer ab.

Dennoch sei es für die damaligen Kicker der TSG MAB Schkeuditz ein Highlight gewesen: „Das erste Liga-Spiel gegen die BSG Stahl Brandenburg fand in Schkeuditz vor 1600 Zuschauern statt“, schwärmte Dienwebel. Regelmäßig seien 1500 bis 3500 Besucher gekommen. Beim Auswärtsspiel gegen Chemie hätten 10 000 zugeschaut. Das erste Tor in der Liga hatte der heute leider verstorbene Peter Böser geschossen. Mannschaftsfan Heinz Ritter hatte ein Lied komponiert und mit dem Schifferklavier vorgetragen: „So was war noch nie da, Schkeuditz spielt in der Liga!“ Und beim Aufstiegsspiel habe Klaus Hückstädt auf der Trompete „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ gespielt.

Alle Kicker hatten damals beim Maschinen- und Apparatebau (MAB) Schkeuditz gearbeitet. An drei Tagen in der Woche wurde bis 13.30 Uhr gearbeitet und ab 14 Uhr trainiert. In der Liga waren es dann vier Tage. „Die Mannschaft bestand nur zur Hälfte aus Schkeuditzern“, sagte Dienwebel. Der Rest sei aus Gröbers, Günthersdorf oder aus Leipzig gekommen. In der DDR-Liga habe der Verteidiger insgesamt 30 Mark erhalten.

„Heute geht es leider nur ums Geld“, meinte der Schkeuditzer. Es schmerzt ihn, wenn er sieht, wo heute der Schkeuditzer Fußball steht: „Wir müssten ganz woanders spielen. Sogar Radefeld spielt nächste Saison höherklassig. Dabei haben wir beste Voraussetzungen bei den Sportstätten“. Vor zwei Jahren ist Dienwebel nach 50 Jahren Mitgliedschaft aus dem Fußballverein ausgetreten.

Von Roland Heinrich

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