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Schkeuditz Vor 45 Jahren landete erstes westdeutsches Verkehrsflugzeug in Schkeuditz
Region Schkeuditz Vor 45 Jahren landete erstes westdeutsches Verkehrsflugzeug in Schkeuditz
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00:20 07.09.2017
Hans-Dieter Tack (rechts) erzählt eine Anekdote vom Erstflug der Condor in die damalige DDR. Zur Erinnerung überreichte er eine Erinnerungs-Grafik. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Weder der 46-jährige Harald Kilper noch der 32-jährige Erich Prasler sind mit einem Flugzeug schon einmal durch eine Feuerwehrdusche gefahren. Die aber gab es am Sonntag für ihren Airbus A-321 am Flughafen Leipzig/Halle. Warum? Die Landung von Pilot und Co-Pilot auf dem Schkeuditzer Airport war eine Jubiläumslandung, dessen Hintergrund beide aus eigenem Erleben nicht kennen. Vorbereitet auf diese Dusche waren sie allerdings.

Am 3. September 1972 erfolgte der erste Flug eines westdeutschen Verkehrsflugzeuges in die damalige DDR. Das war vor 45 Jahren. Damit hatte der seit 90 Jahren bestehende Flughafen in Schkeuditz ein weiteres historisches Ereignis zu würdigen. Dank einer Sondergenehmigung anlässlich der Leipziger Herbstmesse habe die Maschine aus Frankfurt am Main kommend den Airport, der 1972 den Namen Flughafen Leipzig trug, anfliegen können. Das Flugzeug – eine Boeing 727 – musste allerdings einen Umweg über die frühere Tschechoslowakei nehmen, da die deutsch-deutsche Grenze nicht überflogen werden durfte. Die Strecke führte über Prag und Dresden nach Leipzig und dauerte etwa doppelt so lange, wie ein Direktflug. Dem historischen Ereignis angemessen, setzte Condor eine gebürtige Leipzigerin auf diesem Erstflug ein. „So konnten den Fluggästen die Bordansagen dreisprachig geboten werden: Deutsch, Englisch und Sächsisch“, erzählte Hans-Dieter Tack von der Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte (GBSL). Zum Ereignis extra aus Berlin angereist überreichte er eine Erinnerungsgrafik mit einer Abbildung der historischen Strecke, einem Foto des damaligen Flugzeuges und mit Fakten zum Jubiläum.

Bei Condor wusste man vom würdigenden Akt in Schkeuditz. Doch wohl eher zufällig, aber deshalb nicht weniger passend, hatte die erste, am gestrigen Tag in Schkeuditz landende Condor-Maschine, die für die Ehrung auserkoren wurde, eine Janosch-Bemalung. Janosch ist für seine Kinderbuchgeschichte „Oh, wie schön ist Panama“ bekannt. Ähnlich exotisch wie Panama dürfte vor 45 Jahren auch das Flugziel DDR gewesen sein, wenn es für die Insassen von damals allerdings eher nicht „das Land ihrer Träume“ gewesen sein dürfte. Der Airbus kam übrigens nicht aus Panama, sondern aus Palma de Mallorca.

Für die Pionierleistung bedankte sich Tack bei Condor, die heute mit mehr als 40 wöchentlichen Abflügen die größte Urlaubs-Airline am Flughafen Leipzig/Halle ist und in der Wintersaison eine neue Verbindung nach Dubai aufnimmt.

Von Roland Heinrich

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