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Schkeuditz Vor Wehlitzer Schule nur noch 30 km/h erlaubt
Region Schkeuditz Vor Wehlitzer Schule nur noch 30 km/h erlaubt
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11:00 11.02.2016
Scharf abbremsen muss dieser Citroën-Fahrer, um auf die jetzt neu geforderten 30 Km/h zu kommen. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

„Mit großer Freude haben die Eltern jetzt feststellen können, dass in Wehlitz vor der Schule nun Tempo 30 Schilder installiert wurden“, vermeldete Oliver Gossel vom Förderverein der Thomas-Müntzer-Grundschule am Dienstagnachmittag. Tatsächlich gilt seit Anfang der Woche in einem 200 Meter langen Bereich vor der Schule im Schkeuditzer Stadtteil Wehlitz nun das lang umkämpfte Tempolimit.

„Der Förderverein, der Elternrat, die Schulleitung, Lehrer und Erzieher haben seit Jahren dafür gekämpft und nun ist die Straße an der Schule endlich sicherer. Ich hoffe, dass die Autofahrer spätestens jetzt vor der Schule vom Gas gehen und langsam fahren“, sagte Gossel und dankte dem Ordnungsamt für die späte, aber nicht zu späte Umsetzung der Forderung.

Der Kampf um mehr Sicherheit für die Grundschüler reicht mehr als 20 Jahre zurück: Schon 1994 nämlich machte sich der Förderverein für einen Fußgängerüberweg stark. Drei Jahre später wurde stattdessen schon einmal eine Tempo-30-Zone errichtet, die 2003 wieder aufgehoben wurde. An die dann erlaubten 50 Kilometer pro Stunde hätten sich vor allem in abschüssiger südlicher Richtung die wenigsten Fahrzeuge gehalten. Wiederholt und zuletzt mit einer mehr als 400 Unterschriften zählenden Liste forderten die Eltern, der Verein und die Schule die Wiedereinführung des 30er Tempolimits. Hauptsächlich bei Lkw-Fahrern aus dem sachsen-anhaltischen Oberthau hofft Gossel jetzt auf Reduzierung der Geschwindigkeit.

Die Bestrebungen der Wehlitzer in Bezug auf die Verkehrsregelung vor der Schule sind bislang mit verschiedenen Begründungen vom Ordnungsamtsleiter Michael Winiecki abgelehnt worden. Unter anderem sah er die Wertigkeit des bereits vorhanden Schildes „Kinder“ höher an, als die eines 30er Tempolimits. „Wer bei geforderten Tempo 30 ein Kind anfährt, hat sich dennoch an die Geschwindigkeit gehalten“, hatte Winiecki geäußert. Beim Gefahrenzeichen „Kinder“ sei je nach Situation aber Schrittgeschwindigkeit gefordert. Auch von übergeordneten Behörden hatte es mit Verweis auf die geltende Straßenverkehrsordnung (StVO) eine Ablehnung gegeben. Ende 2012 hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) eine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit versagt und dies nach Nachfrage in der Lasuv-Zentrale in Dresden mit der Rechtsauffassung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr begründet.

Die jetzige Ausschilderung vor der Grundschule hat nichts mit Änderung der Meinung des Ordnungsamtes zu tun, informierte Helge Fischer von der Stadtverwaltung. Der Gesetzgeber habe seine Meinung geändert. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wolle mehr Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen und damit Verankerungen im Koalitionsvertrag umsetzen. „Vor Schulen soll generell Tempo 30 gelten. Die Änderung der StVO ist aber noch nicht beschlossen“, sagte Fischer. Dennoch habe die Stadt im Dezember die Beschilderung beauftragt.

„Jetzt sind wir zufrieden“, sagte Gossel erfreut. Eltern hatten ihn über die jetzt umgesetzte Neuerung informiert. „Auch die digitale Geschwindigkeits-Tafel leuchtet nun schon oberhalb der 30 km/h rot auf. Ich gehe davon aus, dass die Anzeige am Ort bleibt“, meinte er.

Von Roland Heinrich

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