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Wasserbüffel weiden auf Schkeuditzer Auenwiese

Sachsenforst will mehr Pflanzenvielfalt auf Auenwiesen Wasserbüffel weiden auf Schkeuditzer Auenwiese

Mit ihren Hörnern und massigen Körpern sind die in Schkeuditz an der Weißen Elster stehenden Wasserbüffel schon beeindruckende Erscheinungen. Elf dieser bulligen Tiere stehen derzeit auf einem Areal der Altscherbitzer Wiesen. Dort sollen sie sich an Gras, Disteln und Brennnesseln gütlich tun und so nebenbei für mehr Artenreichtum auf den Grünflächen sorgen.

Die Wasserbüffel fühlen sich im nassen Element sichtlich wohl und haben kein Problem, nach dem Bad wieder ans Ufer zu steigen

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Mit ihren Hörnern und massigen Körpern sind die in Schkeuditz an der Weißen Elster stehenden Wasserbüffel schon beeindruckende Erscheinungen. Elf dieser bulligen Tiere stehen derzeit auf einem Areal der Altscherbitzer Wiesen. Dort sollen sie sich an Gras, Disteln und Brennnesseln gütlich tun und so nebenbei für mehr Artenreichtum auf den Grünflächen sorgen.

„Wir hatten beim Anpflanzen von jungen Bäumen gemerkt, dass wir mit unseren Pflanzspaten kaum noch in den Boden gekommen sind, so verfestigt ist hier der Untergrund. Das hat uns zu der Überlegung gebracht, es hier mal mit Tieren zu versuchen“, erklärte Revierförster Carsten Pitsch das Anliegen. Die Wiese gehört dem Sachsenforst. Die sonst klassische Grünlandbewirtschaftung würde ja mit schweren Maschinen erfolgen – Mähen, Düngen. Doch die Bodenverdichtung durch die Befahrung sei zu groß. „Wir probieren es jetzt mal mit traditioneller Beweidung. Es müssen aber Tiere sein, die viel fressen“, erklärte der 38-Jährige.

Als Partnerin für das Vorhaben wurde Susanne Kleiber gefunden. Die 52-jährige Landwirtin arbeitet mit Wasserbüffeln, die sonst bei Zwenkau an den Imnitzer Lachen stehen. Nach drei Tieren im Vorjahr brachte sie in diesem Jahr Ende Juni elf Büffel nach Schkeuditz auf die Sommerweide. „Wichtig ist, dass sie Wasser haben, um sich gerade an so heißen, schwülen Tagen abkühlen zu können. Außerdem bietet Wasser auch Schutz vor den Insekten“, erzählte Kleiber. Dieses Jahr sei es besonders extrem mit den lästigen, stechenden Bremsen.

Die Büffel, darunter drei Bullen, haben gut vier Hektar Wiese zur Verfügung. Das jüngste Tier ist vier Monate, die Leitkuh als Älteste zwölf Jahre alt. Das Areal ist mit einem Elektrozaun gesichert. Auch über die Weiße Elster sind von Ufer zu Ufer Seile gespannt, die verhindern sollen, dass die Tiere die ihnen zugewiesene Fläche verlassen. Denn die Büffel gehen gern ins Wasser. Als am zweiten Tag nach dem Umzug auf die neue Wiese sich ein Tier scheinbar anschickte, das gegenüberliegende Ufer anzusteuern, wurde von Anliegern ein Feuerwehralarm ausgelöst. Ein Büffel müsse gerettet werden, hieß es. „Die Tiere sind hier nicht gefährdet, kommen von allein wieder ans Ufer. So tief ist hier die Weiße Elster nicht, außerdem können Büffel schwimmen“, erklärte Kleiber.

Sie kennt die Kolosse, nähert sich ihnen behutsam und gut zuredend. Einer der bedrohlich wirkenden Bullen kommt zu der vertrauten Person und lässt sich kraulen. Fremde würde er von der Wiese „begleiten“, sagte Kleiber. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Tiere hier sehr wohl fühlen. Sie sind gut genährt, haben Wasser und können sich frei bewegen. Ich merke, dass sie ruhig und ausgeglichen, man möchte fast sagen, glücklich sind“, schwärmte Kleiber von den Bedingungen auf der Wiese. Zumal die Bäume am Ufer auch Schatten bieten. Und da die Tiere im Gegensatz zu einer maschinellen Mahd nicht alles auf einmal abfressen, bliebe auch immer genug Gras für Insekten auf der Wiese stehen.

Nach und nach soll sich der Boden auch dank der Arbeit von Regenwürmern wieder etwas auflockern und gleichzeitig künftig einer größeren Pflanzenvielfalt Lebensraum bieten, hoffen Pitsch und seine Kollegen. Künftig soll nach der „natürlichen Mahd“ in diesem Flora-Fauna-Habitat eben mehr wachsen als nur eine Grassorte, Disteln und Brennnesseln. Aber Pitsch weiß auch, dass dies ein Prozess von mindestens zehn Jahren ist.

Von Olaf Barth

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