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Wehrleiter kritisiert Bundes- und Landespolitik

Wehrleiter kritisiert Bundes- und Landespolitik

Der Schkeuditzer Stadtwehrleiter Uwe Müller wirft Landes- und Bundespolitikern vor, zu wenig für eine ausreichende Personalstärke bei den Freiwilligen Feuerwehren zu tun.

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Vertreter der Schkeuditzer Wehren mit Oberbürgermeister Jörg Enke (hinten, Fünfter von links) und Bürgermeister Lothar Dornbusch (vorn Mitte). Den Bericht trug Stadtwehrleiter Uwe Müller (vorn, Vierter von links) vor.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Auf der Jahreshauptversammlung der Schkeuditzer Wehr forderte Müller am Freitagabend im Kulturhaus Sonne, dass jene Unternehmen stärker unterstützt werden, die Feuerwehrleute einstellen.

"Es traut sich kaum noch ein Kamerad, seine Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr bei einem Vorstellungsgespräch oder in einer Bewerbung mitzuteilen. Und wenn Sirene oder Pager rufen, fragen sich die Kameraden zuerst, komme ich pünktlich auf Arbeit, gehe ich überhaupt zum Einsatz, um fit für die Arbeit zu bleiben?", schilderte Müller die Situation vieler seiner Mitstreiter. Seit Jahren schlage er deshalb vor, dass Bund und Land Arbeitgeber, die Feuerwehrleute einstellen, mit Steuererleichterungen oder anderen Mitteln unterstützen. "Es kann und darf nicht auf die Gemeinden abgewälzt werden, bei den Arbeitgebern um die Einstellung von Feuerwehrleuten zu betteln", sagte Müller und warnte eindringlich: "Hier muss schnellstens von höchsten Stellen gehandelt werden. Die letzte Lösung wäre laut Gesetz eine Pflichtfeuerwehr. Soweit darf es nicht kommen." Umso mehr dankte Müller jenen Unternehmen in Schkeuditz und den Ortsteilen, die Feuerwehrleute beschäftigen und sie für Einsätze und Ausbildungen problemlos freistellen.

Ein weiterer Kritikpunkt Müllers Richtung Freistaat zielte auf dessen Empfehlungen in der Alarmierungs- und Ausrückeordnung. Mit dem geforderten 80-prozentigen Erreichungsgrad bei einem kritischen Wohnungsbrand sowie den empfohlenen Personalstärken und Anrückezeiten "wird das Problem der vielen nicht einsatzbereiten Feuerwehren einfach ignoriert", so Müller. Anfragen an das sächsische Innenministerium bezüglich der rechtlichen Verbindlichkeit seiner Empfehlungen würden unbeantwortet bleiben. Schkeuditz versucht nun, den Anforderungen mittels einer Zusammenarbeit und Einbindung der Werksfeuerwehr des Flughafens Leipzig/Halle gerecht zu werden.

Bei aller Kritik gab es auch einen Lichtblick: Der Freistaat hat die Fördermittel für die Feuerwehren erhöht, so dass auch das Landratsamt Nordsachsen mehr Geld für die Wehren ausreichen kann, informierte Dezernentin Angelika Stoye. So würden im Landkreis-Haushalt 138000 Euro Fördermittel zugunsten eines neuen Löschfahrzeuges für die Schkeuditzer Wehr eingestellt. Die von Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) als notwendig bezeichnete Anschaffung eines Einsatzleitungswagens müsse allerdings noch warten.

Insgesamt rückten die Schkeuditzer Wehren 2012 zu 204 Einsätzen aus. Die verteilten sich auf die Wehren wie folgt: 127 Schkeuditz, 41 Radefeld, 17 Dölzig, zwölf Glesien und sieben Wolteritz. Neben 84 Bränden und 70 technischen Hilfeleistungen gab es auch 50 Fehlalarme von Brandmeldeanlagen. Schwerpunkte waren ein Kellerbrand in Radefeld und ein Giftalarm im Gebäude der Deutschen Bank. Dagegen sei die Anzahl der Containerbrände dank der ausgezeichneten Ermittlungsarbeit der Schkeuditzer Polizisten drastisch zurückgegangen, informierte Müller anerkennend mit Blick auf den ehemaligen Revierleiter Armin Woska. Auch mit dem nun für Schkeuditz zuständigen Polizeirevier Leipzig-Nord wolle man gut zusammenarbeiten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2013

Olaf Barth

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