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Schkeuditz „Welcome to Schkeuditz“
Region Schkeuditz „Welcome to Schkeuditz“
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06:00 02.08.2010
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Schkeuditz

Markus Stöhr, Justin Rudat, Adriana Müller und Jessica Heide, lediglich vier einheimische Jugendliche, halten für Schkeuditz die Fahne bei der internationalen Jugendfreizeit der Partnerstädte hoch. Anscheinend kann sich für die vierte zehntägige Zusammenkunft der Jugend, die derzeit in der Schkeuditzer Lessing-Mittelschule campiert, kaum ein Teenager begeistern. „Wir haben schon ein bisschen das Problem, Leute in Schkeuditz zu motivieren“, sagt Caritas-Sozialarbeiter Pierre Kuschel etwas traurig. Denn, dass es auch anders geht, beweisen die Gäste. Egal ob die Italiener aus Cantú, die Spanier aus Villafranca, die Franzosen aus Villefranche-sur-Saône, die Tschechen aus Oslavany, die Moldawier aus Kalarasch oder die Bühler: Jede Partnerstadt-Jugendgruppe war mindestens doppelt so groß wie die des Gastgebers. „Andere Länder haben sogar Bewerbungsverfahren, weil die Nachfrage für die begrenzten Plätze so hoch ist“, beschreibt Kuschel, der im Jugendclub „Neue Welle“ arbeitet.

Zwischen 15 und 17 Jahren sind die 45 jungen Damen und Herren, die in Schkeuditz bis Sonntag multikulturelles Flair versprühen. Angeleitet und begleitet werden sie von 13 Betreuern. „Der Spaß steht im Vordergrund“, sagt Kuschel. Aber nicht nur das, sondern mittels des Treffens sollen Vorurteile gegenüber anderen Ländern und Sitten sowie die Barriere des Kennenlernens abgebaut werden. Denn gerade die Sprache stellt oftmals ein Hindernis dar. „Man ziert sich eher Englisch zu sprechen“, gibt die 16-Jährige Jessica Heide zu. Bisher kamen sie und ihre Freundin Adriana Müller deswegen auch eher mit den Bühlern ins Gespräch. Leichte Annäherungen gab es bis Sonnabend lediglich mit den italienischen Teenagern.

So gilt es hauptsächlich, aus Schkeuditzer Sicht, den Jugendlichen die Angst vor dem Englisch sprechen zu nehmen. Prädestiniert ist dafür der Sonnabendnachmittag gewesen. An jenem Tag präsentierte jede Gruppe in der Aula der Lessing-Mittelschule sein Land, seine Heimat und Umgebung. Auf Englisch versteht sich. Das Schkeuditzer Quartett hatte den Anfang gemacht, wobei die Aufregung der Jungen und Mädchen deutlich spürbar war. Auch wenn die Moldawier und Tschechen ein fast lupenreines Englisch hingelegt haben, so können sie doch von den Italienern lernen, dass Charme auch Unsauberkeiten in der Aussprache wettmachen. Zur Not wird sich eben mit Händen und Füßen unterhalten.

Fein aus dem Schneider war am Präsentationsnachmittag in der Basis des Jugendtreffs lediglich Manfred Heumos, der die Gäste der Elsterstadt begrüßte. „Welcome to Schkeuditz“, grüßt Heumos staatsmännisch, bevor ein Betreuer als Übersetzer fungierte. Während der Stadt-Delegierte die statistischen Fakten der Stadt aufzuzählen beginnt, später zum Feuerwehreinsatz übergeht, bilden sich leichte Schweißperlen auf der Stirn der Schkeuditzer Jugend. Denn all das wollten sie in ihrer Präsentation ebenfalls erwähnen. Andere Länder andere Sitten: Die Moldawier lockerten ihre Präsentation mit einem Tanz auf. Wobei die jungen Damen gezielt junge Herren aus dem Publikum fischten, was nicht ganz so leicht war, denn unter den 45 Jugendlichen waren die Herren der Schöpfung mit 13 deutlich unterrepräsentiert. Abschließend teilten sie den gebackenen Hefezopf auf. Endgültig brach das Eis am Abend bei der Disco in der Welle.

Beim gestrigen Staffel-Wettbewerb setzten sich über sieben mal 75 Meter die Schkeuditzer Jugendlichen vor ihren spanischen und tschechischen Gästen durch. Bei diesem und anderen Leichtathletik-Wettbewerben stand wieder der Spaß im Vordergrund. Zuschauer, die an der guten Stimmung sicher ebenfalls ihre Freude gehabt hätten, gab es aber keine. Zum weiteren Programm der Gäste gehören Besuche in Leipzig, Buchenwald und im Markranstädter Hochseilgarten. Gemeinsames Pizza-Backen unter Anleitung der Italiener, Flughafen-Besuch und Aue-Wanderung sowie ein Grillabend im Dölziger Jugendclub stehen außerdem auf dem abwechslungsreichen Programmzettel.

Alexander Bley

Alexander Bley

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