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Schkeuditz Wenn der „Herr Kormo Ran“ um die Ecke biegt
Region Schkeuditz Wenn der „Herr Kormo Ran“ um die Ecke biegt
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07:00 14.08.2017
Anglerfreuden: Am Stuhl von Präsident Gerd Handke wird gesägt. Sieghart Handke prüft als „Herr Kormo Ran“. Quelle: Alexander Bley
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Wolteritz

Nehmen sie sich vor diesem Mann in Acht: Eigentlich ganz unscheinbar, im grünen T-Shirt mit einem Strohhut ist er zumeist unterwegs – dabei eine Angel samt Fischlein geschultert. Doch so freundlich sein Auftreten, so unbarmherzig sein Ruf. „Herr Kormo Ran“ arbeitet bei der Fischereibehörde, entscheidet über das Los der Petrijünger – ob die Rute raus darf oder nicht. Ausgerechnet beim zehnjährigen Vereinsfest der Angelfreunde Wolteritz tauchte der Störenfried auf. Auf dem Kieker hatte „Ran“ den Vorsitzenden der Fischjäger – Gerd Handke. Dabei sollte doch der Tag so schön werden, für die Freunde dieses Sports …

Natürlich hatten sich die knapp 30 Angler diesen Gag extra überlegt, um ihren Chef vor versammelter Meute am Schladitzer See mal in die Pfanne zu hauen. Es wäre ja sonst auch dröge für die Gäste gewesen, die Sonnabend an den Bootssteg auf der Wolteritzer Seite pilgerten. Denn allein eine Rede via große „Tüte“ übers vergangene Jahrzehnt lockt niemanden hinter dem Ofen vor.

Was sich die 30 Angelfreunde erdachten, kam gut an. Etwa 100 Besucher tummelten sich zu Spitzenzeiten am Strandabschnitt der Petrijünger. Dabei stand nicht nur das Angeln im Mittelpunkt, sondern vielmehr, was am und im Nass eigentlich alles machbar ist. Neben Stehpaddeln auf Surfbrettern, dem abenteuerlichen Ritt auf den selbstgebauten Flößen konnten Runden auf Pferden gedreht werden. Hafenmeister Sieghart Handke fuhr mit Bootsmann Catalin Hofmann unentwegt Schleifen auf dem See. Jugendwart und Angelexperte Norbert Jahncke sowie Thomas Mey hatten mit den Schnüren, Posen und Ruten des Nachwuchses ordentlich zu tun. Ein Bonbon: Der Frauenchor des Dorfes sang auf dem Bootssteg – natürlich vom Angeln.

Vereinspräsident Gerd Handke zeigte sich, nachdem die Nervosität gewichen war, begeistert. Mit so viel Zuspruch hatte er nicht gerechnet. „Das ist Wahnsinn“, sprudelte es aus dem Wolteritzer heraus, „wie schnell zehn Jahre vergehen und was wir alles geschafft haben.“

Als da wären: 17 Mann waren vor knapp zehn Jahren anwesend – als der Verein aus der Taufe gehoben wurde. Eine Schar Angler, die den See vor der Nase hatten, aber keinen Verein. Gesagt getan. Seitdem hat sich am See einiges verändert: Erst wurde ein Abschnitt urbar gemacht. Bäume und Wurzeln aus dem gefluteten Tagebau herausgezottelt. Mittlerweile ragt sogar ein Bootssteg des Verbandes in die Wellen. Trauriges gab es auch: Etwa das große Karpfensterben vor wenigen Jahren und die damit verbundenen Aufräumarbeiten.

Aber die Wolteritzer haben das, worum sie andere beneiden: „Den See direkt vor der Nase“, erinnerte der Präsident des Anglerverbandes Leipzig, Rolf Seidel. Er zeichnete Gerd Handke mit der Bronzenen Ehrennadel aus. Auch Schkeuditz’s Bürgermeister Rayk Bergner illerte den Petrijüngern über die Schulter und ließ ein kleines Geschenk da.

Zurück zu „Herr Kormo Ran“, dem Angelscheinvernichter. Selbst wenn der gute Mann von der Behörde gewesen wäre. Präsident Handke ließ sich auch durch Fangfragen nicht in die Irre führen, behielt die Schuhe auf dem Boden. Selbst das Sägen am Stuhl brachte ihn nicht aus der Ruhe. So dürfen sich die Angelfreunde in Wolteritz weiter auf gute Zeiten freuen. Ach so, Fische gefangen wurden auch. Kurz nach Mitternacht landete Paul Jahncke einen Fünf-Kilo-Karpfen.



Von Alexander Bley

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