Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Werk in Schkeuditz hat die Stadt geprägt

Schau zur MAB-Geschichte Werk in Schkeuditz hat die Stadt geprägt

Die neue Ausstellung im Stadtmuseum Schkeuditz beschäftigt sich mit der Historie der Firma Maschinen- und Apparatebau (MAB). Fotos und Zeitdokumente sollen einen Einblick in die Produktion und den Einfluss des Werkes auf die Stadtentwicklung geben.

Mit Dokumenten, Fotos und vielen anderen Utensilien erinnert das Schkeuditzer Museum an die Geschichte des MAB-Werkes.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Für ehemalige Beschäftigte des Schkeuditzer Werkes Maschinen- und Apparatebau (MAB) ist die neue Ausstellung im Stadtmuseum eine wahre Fundgrube. Zusammen mit den eigenen Erinnerungen wird die Schau zu einer Zeitreise in die berufliche Vergangenheit. Aber auch für Jüngere bietet die von Museumsleiter Hans Neubert eröffnete Präsentation spannende Einblicke in die vergangene Berufswelt und auf ein Werk, das die Entwicklung der Stadt Schkeuditz über einen gewissen Zeitraum maßgeblich mitbestimmt hat.

„Ohne MAB wäre Schkeuditz nicht das, was die Stadt heute ist“, sagte Werner Dreßler. Der 77-Jährige war in dem Werk als Flugzeugbauer beschäftigt und hatte dort auch seine dreijährige Lehre absolviert. Nach Einstellung des Flugzeugbaus im Jahr 1961 baute sich die Belegschaft des Werkes einen international anerkannten Ruf als Experten für Produkte der Kältetechnik und Verdichter auf. Die hohe Anzahl an benötigten Arbeitskräften ließ seit Ende des Zweiten Weltkrieges den Bedarf an Wohnraum sprunghaft ansteigen. Bis 1990 wuchs die Belegschaft auf fast 3500 Mitarbeiter an. Im Laufe der Zeit entstanden auch zur Unterbringung der MAB-Angestellten und deren Familien in Schkeuditz Wohngebiete wie in der Delitzscher Straße (50er Jahre), Rudolf-Breitscheid-Straße (60er Jahre), Alte Straße (70er Jahre) sowie in den 80er Jahren das Neubaugebiet oberhalb der Teichstraße. Darüber hinaus war der Betrieb maßgeblich am Bau öffentlicher kultureller Einrichtungen beteiligt. Unter Federführung des Material-Beschaffers aus dem Werk wurden für schier unmöglich gehaltene Projekte auf den Weg gebracht. Als Beispiele seien die ehemalige Schwimmhalle in der Berliner Straße oder die sich noch heute großer Beliebtheit erfreuenden Einrichtungen Kulturhaus Sonne und Planetarium genannt. Für die Beschäftigten nicht weniger wichtig waren die sozialen Einrichtungen wie die große Pausenkantine, der Betriebskindergarten oder das kostenlose Ferienlager.

Über all das erzählt diese Ausstellung in Form von Aufzeichnungen, Dokumenten und Fotos. Jüngere werden staunend oder kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass das Werk neben seinen eigentlichen Produkten für Kältetechnik ebenso Konsumgüter produzieren musste. Auf Geheiß der Staatsführung wurden zahlreiche maßgebliche Kombinate und Werke der DDR zwangsverpflichtet, mit eigenen Produkten für die Bevölkerung Versorgungslücken zu schließen. So stellte MAB dann auch Liegen, Stühle, Gewürzregale oder Betonmischer her. Einige dieser Erzeugnisse sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

„Bei all dem darf man nicht vergessen, was die vielen MAB-Beschäftigten in der Produktion geleistet haben. Das spiegelt sich hier in der Ausstellung auch wider, deshalb freue ich mich über die Schau“, sagte der Dölziger Werner Sachsenröder. Der heute 73-Jährige gehörte von 1958 bis zur Werksauflösung 1991 zur Belegschaft. Der Flugzeugbauer schwärmte in Gesprächen mit ehemaligen Kollegen von der Zeit, als bei MAB noch Leitwerke für die IL 14 gefertigt oder in den Hallen Regierungsmaschinen und Militärflugzeuge gewartet wurden.

Von Michael Strohmeyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Schkeuditz
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

06.11.2017 - 07:45 Uhr

Gnandstein rutscht durch erneute Heimniederlage auf Platz sechs ab / Roßwein dreht Partie und siegt verdient

mehr
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr