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Schkeuditz Werk in Schkeuditz hat die Stadt geprägt
Region Schkeuditz Werk in Schkeuditz hat die Stadt geprägt
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18:27 05.11.2017
Bis auf Edith Galle – sie war in Vertretung ihres verstorbenen Mannes gekommen – waren Ulrich Adolph, Kurt Kühne, Manfred Seidel und Werner Sachsenröder (von links) bei MAB beschäftigt und erinnern sich in der Ausstellung genau an die Produktion in den Werkhallen. Quelle: Fotos: Michael Strohmeyer
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Schkeuditz

Für ehemalige Beschäftigte des Schkeuditzer Werkes Maschinen- und Apparatebau (MAB) ist die neue Ausstellung im Stadtmuseum eine wahre Fundgrube. Zusammen mit den eigenen Erinnerungen wird die Schau zu einer Zeitreise in die berufliche Vergangenheit. Aber auch für Jüngere bietet die von Museumsleiter Hans Neubert eröffnete Präsentation spannende Einblicke in die vergangene Berufswelt und auf ein Werk, das die Entwicklung der Stadt Schkeuditz über einen gewissen Zeitraum maßgeblich mitbestimmt hat.

„Ohne MAB wäre Schkeuditz nicht das, was die Stadt heute ist“, sagte Werner Dreßler. Der 77-Jährige war in dem Werk als Flugzeugbauer beschäftigt und hatte dort auch seine dreijährige Lehre absolviert. Nach Einstellung des Flugzeugbaus im Jahr 1961 baute sich die Belegschaft des Werkes einen international anerkannten Ruf als Experten für Produkte der Kältetechnik und Verdichter auf. Die hohe Anzahl an benötigten Arbeitskräften ließ seit Ende des Zweiten Weltkrieges den Bedarf an Wohnraum sprunghaft ansteigen. Bis 1990 wuchs die Belegschaft auf fast 3500 Mitarbeiter an. Im Laufe der Zeit entstanden auch zur Unterbringung der MAB-Angestellten und deren Familien in Schkeuditz Wohngebiete wie in der Delitzscher Straße (50er Jahre), Rudolf-Breitscheid-Straße (60er Jahre), Alte Straße (70er Jahre) sowie in den 80er Jahren das Neubaugebiet oberhalb der Teichstraße. Darüber hinaus war der Betrieb maßgeblich am Bau öffentlicher kultureller Einrichtungen beteiligt. Unter Federführung des Material-Beschaffers aus dem Werk wurden für schier unmöglich gehaltene Projekte auf den Weg gebracht. Als Beispiele seien die ehemalige Schwimmhalle in der Berliner Straße oder die sich noch heute großer Beliebtheit erfreuenden Einrichtungen Kulturhaus Sonne und Planetarium genannt. Für die Beschäftigten nicht weniger wichtig waren die sozialen Einrichtungen wie die große Pausenkantine, der Betriebskindergarten oder das kostenlose Ferienlager.

Über all das erzählt diese Ausstellung in Form von Aufzeichnungen, Dokumenten und Fotos. Jüngere werden staunend oder kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass das Werk neben seinen eigentlichen Produkten für Kältetechnik ebenso Konsumgüter produzieren musste. Auf Geheiß der Staatsführung wurden zahlreiche maßgebliche Kombinate und Werke der DDR zwangsverpflichtet, mit eigenen Produkten für die Bevölkerung Versorgungslücken zu schließen. So stellte MAB dann auch Liegen, Stühle, Gewürzregale oder Betonmischer her. Einige dieser Erzeugnisse sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

„Bei all dem darf man nicht vergessen, was die vielen MAB-Beschäftigten in der Produktion geleistet haben. Das spiegelt sich hier in der Ausstellung auch wider, deshalb freue ich mich über die Schau“, sagte der Dölziger Werner Sachsenröder. Der heute 73-Jährige gehörte von 1958 bis zur Werksauflösung 1991 zur Belegschaft. Der Flugzeugbauer schwärmte in Gesprächen mit ehemaligen Kollegen von der Zeit, als bei MAB noch Leitwerke für die IL 14 gefertigt oder in den Hallen Regierungsmaschinen und Militärflugzeuge gewartet wurden.

Von Michael Strohmeyer

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