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Wettkampf der Jäger in Glesien

Wettkampf der Jäger in Glesien

Rollhase, Klapphase, laufender Keiler und Tontaube – böhmische Dörfer für Laien, nicht aber für Jäger. Die Pflichtvokabeln der Grünrockträger beschreiben nicht etwa die Art, wie sich Tiere in der freien Wildbahn vor oder nach einem Blattschuss bewegen, sondern die Art der Ziele, denen sich die Mitglieder des Jagdverbandes Delitzsch am vergangenen Sonnabend auf dem Glesiener Schießstand stellten.

Glesien. Der Verein hatte seine Mitglieder zum Vergleichsschießen geladen. Von den sieben Hegeringen, den territorial zusammengefassten Jagdbezirken des Altkreises, waren 38 Mitglieder zugegen.

Mit „Rummelschießen“ hat das nichts zu tun, vielmehr gibt es für diesen Wettkampf einen ernsten Hintergrund. „Es geht darum, dass das Wild waidgerecht erlegt wird“, erklärt Günter Müller den Anspruch, den jeder Jäger an sich zu stellen hat, „so dass es nicht leiden muss.“ Und genau deshalb werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schützen turnusmäßig geprüft. „Man kann nicht einfach rausgehen“, sagt der stellvertretende Kreisjagdmeister weiter. Dazu gehört auch, dass die Flinte vor dem Einsatz nochmals auf Herz und Nieren überprüft wird, auch ob die Haltepunkte noch stimmen. Wenn nicht, muss nachjustiert werden. Dafür gibt es den „Rehbock.“ Jener Vierbeiner, auf Pappe gedruckt, wird in 50 Metern aufgestellt, entspricht aber dem Größenverhältnis, als ob dieser 100 Meter entfernt wäre. Damit der menschliche Knick in der Optik und das Zittern nicht das Zielergebnis verfälschen, wird die Flinte in einer Haltevorrichtung eingespannt und dann justiert. Während der Rehbock still steht, bewegen sich Klapphase und laufender Keiler in einer gewissen Entfernung von einer auf die andere Seite, so dass vorgezielt werden muss. Auf die Hasen-Attrappe wird mit Schrot geschossen, treffen genügend Kugeln das Ziel, so klappt diese nach hinten ab.

Auf der Skeetanlage, dem Herzstück des Glesiener Schießstandes, kommen die Tontauben und der Rollhase zum Einsatz. Beim Parcoursschießen, dem Wettkampf, der am Sonnabend ausgetragen wurde, werden Wurfscheiben aus verschiedenen Richtungen in die Luft (Tontauben) und über den Boden (Rollhase) katapultiert, die der Schütze mit zwei Schuss treffen muss. Auch Doubletten, das heißt zwei Wurfscheiben werden mit einem Mal in die Luft befördert, müssen so getroffen werden. „Das haben wir als Wettkampf gestaltet, so dass auch ein gewisser Anreiz da ist“, sagt der stellvertretende Schießstandleiter Klaus-Peter Gaschütz.

Am besten schnitten, wie auch schon im vergangenen Jahr, jene Jäger ab, die sonst in Laue Löbnitz, Spröda, Beerendorf und Brinnis den Hegering Eins bilden. Die Lokalmatadoren aus dem Schkeuditzer und Glesiener Raum verteidigten ihren zweiten Platz vor den Schützen des Hegerings Zwei (Krostitz, Schönwölkau, Rackwitz). Neben dem sportlichen und prüfenden Anspruch wurden bei der Vereinsmeisterschaft auch regelmäßig Neuigkeiten des Landesverbandes an die Mitglieder weitergeleitet.

Seit 1968 besteht die Schießanlage am Rande Glesiens, die immer in „Jägerhand“ (Gaschütz) war. Während die Schießstände schon zu DDR-Zeiten modernisiert wurden, folgte die Skeetanlage nach der Wende.

Alexander Bley

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