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Wieder mehr Eschen-Scheckenfalter im Schkeuditzer Auenwald

Maßnahmen für bedrohte Schmetterlingsart Wieder mehr Eschen-Scheckenfalter im Schkeuditzer Auenwald

Das Eschensterben im Auenwald zwischen Leipzig und Schkeuditz entzieht auch einer bedrohten Schmetterlingsart die Nahrungsgrundlage. Der Eschen-Scheckenfalter ist selten geworden in Deutschland und vom Aussterben bedroht. Maßnahmen des Sachsenforsts zum Schutz des Falters zeigen nun erste Erfolge.

Mandy Köppl und Carsten Pitsch vom Sachsenforst zählen im Auenwald mit dem Experten Uwe Fischer (von links) die Gespinste des bedrohten Falters. Zu erkennen sind sie an den braun gewordenen Blättern, die den Larven als Nahrung dienen.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Es gibt ihn nur noch an vier Standorten in Deutschland und auch dort in den letzten Jahren immer weniger: Der streng geschützte Eschen-Scheckenfalter ist vom Aussterben bedroht. Zu den letzten Lebensräumen dieses ansehnlichen Schmetterlings zählt auch der Auenwald bei Schkeuditz. Mit Hilfe eines Artenschutzkonzeptes versucht der Staatsbetrieb Sachsenforst trotz des Eschensterbens dem Maivogel, wie der Falter auch genannt wird, die Lebensräume und damit dessen Überleben zu sichern.

„Seit 2006 wird der Bestand des Maivogels jährlich überwacht. Der erste Schritt bei diesem Monitoring ist jetzt wieder die Suche nach den Gespinsten des Falters. Und da gibt es jetzt schon die erfreuliche Feststellung, dass der Bestand zumindest in diesem Jahr wieder steigt“, erklärt Uwe Fischer. Der Landschafts-Ökologe mit Spezialisierung für Insektenkunde betreut seit 2014 das Maivogel-Projekt und hat das jetzt geltende Schutzkonzept erarbeitet. Im vorigen Jahr wurden 61 Gespinste gefunden. Das sind die in Eschenblättern entstandenen Behausungen für die kleinen schwarzen Larven des Schmetterlings. In diesem Jahr gibt es in dem Gebiet nahe des Kiesweges schon über 600 gezählte Gespinste. „Das mittelfristige Ziel ist, dass sich die Art wieder weiter ausbreitet“, so Fischer. Mit dem 59-jährigen Experten aus Colditz sind vom Staatsbetrieb Sachsenforst auch Revierförster Carsten Pitsch (39) und Mandy Köppl (32), Sachbearbeiterin für Waldökologie und Naturschutz, mit auf die Suche gegangen. Für Pitsch steht nach der erfolgreichen Zählung fest, dass die Maßnahmen zum Erhalt dieser Schmetterlingsart erste Früchte tragen.

„Wegen des Eschentriebsterbens geht dem Falter die Nahrungsgrundlage verloren. Wo wir konnten, haben wir junge, noch nicht von der Krankheit befallene Eschen stehen lassen und sie von anderem Bewuchs frei geschnitten. In den Bereichen werden jetzt auch anders als an anderen Standorten keine neuen, hochwachsenden Bäume wie zum Beispiel Eichen gepflanzt, denn die Schmetterlinge brauchen für die Eiablage helle, sonnige und feuchte Plätze. Und dort gibt es jetzt eben wieder ein größeres Vorkommen der Population“, erklärt Pitsch. Spaziergänger würden sich möglicherweise wundern über diese ungewöhnlichen Freiflächen im Auenwald, doch diese würden ihren Zweck erfüllen. Zumindest vorerst. Langfristig müssten an diesen Standorten weitere Eschen gepflanzt werden, was auch versucht wurde. „Aber sie sterben zu schnell wieder weg. Die noch verbliebenen, jungen Eschen haben wir markiert. Wir beobachten auch deren Entwicklung, um vielleicht festzustellen, unter welchen Bedingungen sie möglicherweise von dem Eschentriebsterben verschont bleiben oder nicht so stark betroffen sind“, will Pitsch die Hoffung auf eine Erholung des Eschenbestandes noch nicht ganz aufgeben. Für den ansehnlichen Maivogel wäre das wohl auch die Rettung. Allerdings gibt Pitsch auch zu, dass hier der Sachsenforst einen Spagat versucht: Einerseits die Bemühungen um den Eschenschecken-Falter und den Verzicht auf Neuanpflanzungen, andererseits die wirtschaftliche Holzproduktion, die auch eine Aufgabe des Staatsbetriebes ist.

Von Olaf Barth

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