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Schkeuditz "Wir haben ein gutes Bauchgefühl" - Verein empfängt Jury in Kleinliebenauer Rittergutskirche
Region Schkeuditz "Wir haben ein gutes Bauchgefühl" - Verein empfängt Jury in Kleinliebenauer Rittergutskirche
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16:10 19.05.2015
Henrik Mroska (rechts) gibt der Jury des SMUL Erklärungen zu den erfolgten Sanierungen in der Kleinliebenauer Rittergutskirche. Quelle: Michael Strohmeyer

Die 69-Jährige ist aktives Mitglied des Pilgervereins im Ort und war bei der Begehung, die im Rahmen des Landeswettbewerbs Ländliches Bauen stattgefunden hatte, zugegen. "Wir haben in einem Aushang der Stadt vom Wettbewerb erfahren und hatten uns im Frühjahr beworben", sagte die Kleinliebenauerin.

Der Wettbewerb wird vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) ausgelobt (siehe unten). Mit der Organisation des Wettbewerbes ist der Landesverein Sächsischer Heimatschutz beauftragt. Jener Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, "die dörfliche Kulturlandschaft durch zeitgemäßes ländliches Bauen zu wahren". Entsprechend belegen besonders gelungene Bauprojekte die ersten Plätze in insgesamt vier Kategorien.

Die Kleinliebenauer haben gute Karten, beim Wettbewerb ganz vorn zu landen. Die erste Hürde war für sie bereits mit dem Jury-Besuch genommen. Denn von insgesamt 140 eingereichten Bewerbungen sei die Rittergutskirche in Kleinliebenau schon unter den ersten 36, die von der Jury überhaupt besucht werden. "Wir waren die letzte Station der Jury-Mitglieder an dem Tag. Vor allem von der kurzen Zeitspanne, in der die Kirche wieder neu entstanden ist, waren sie beeindruckt", meinte Adaschkiewitz.

Vom Vereinschef Henrik Mroska 2005 als Ruine erworben, begann die Sanierung der Kirche Ende 2006, Anfang 2007. "Rund 500 000 Euro sind in die Sanierung geflossen", sagte die Kleinliebenauerin. Dass diese Sanierung als Gemeinschaftsprojekt des Ortes und mit einem gemeinnützigen Hintergedanken erfolgte, sei von der Jury ebenfalls mit Anerkennung aufgenommen worden. Dass die Kirche nun auch von den Kleinliebenauern als ihre Kirche angesehen werden soll, unterstrich Mroska erst vor Kurzem. Er verkündete, dass sein Besitz - das ist die Kirche auf dem Papier noch - in eine Stiftung überführt werden soll. Die Stiftung soll dabei aus dem bisherigen Pilgerverein hervorgehen (die LVZ berichtete).

"Wie die Besitzverhältnisse sind und wie sie sich entwickeln sollen, das habe ich auch der Jury erzählt. Es wurde danach gefragt", erzählte Henrik Mroska. Seine Vorhaben hätten dann für hochgezogene Augenbrauen gesorgt, die durchaus anerkennend zu deuten waren. "Dass ich den Besitz abgeben will, stößt aber auch immer auf ein bisschen Unverständnis", berichtet Mroska aus der Erfahrung. Gelassen äußert der Religionslehrer aber: "Wer kann schon behaupten, sieben Jahre - die biblische Sieben - eine Kirche besessen zu haben." Alles habe seine Zeit.

Wichtig für Mroska war, dass der Verein quasi auf Regierungsebene wahrgenommen worden ist: "Das ist toll, dass solch hoher Besuch zu unserem kleinen Verein kommt." Auch wenn das Preisgeld mit 2000 Euro maximal nicht so hoch ist. "Für unseren Verein ist das viel Geld", sagte er.

Der Landeswettbewerb Ländliches Bauen

Der Wettbewerb wird seit 1993 vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) alljährlich ausgelobt.

Das Ziel besteht in der Würdigung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Umnutzung von dörflicher Baukultur.

Die Bewerbung endete dieses Jahr am 17. Juni. Eine Fachjury prüft derzeit die Bewerbungen. Dabei begutachtet sie die Objekte und entscheidet über die Auszeichnungen.

Die Jury setzt sich aus Vertretern der Technischen Universität Dresden, der Architektenkammer Sachsen, der Landesdirektion Sachsen, einem Kommunalvertreter sowie einem freien Architekten und einer Landschaftsarchitektin zusammen. Sieben Jurymitglieder entscheiden.

Die Preise werden in mehreren Kategorien verliehen. Eine Urkunde und eine Plakette sind mit einer abgestuften Geldprämie zwischen 2000 und 1000 Euro verbunden. Bis zu fünf Sonderpreise können zusätzlich ausgelobt werde.rohe

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2013

Roland Heinrich

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