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Schkeuditz "Wir sind zeitlich völlig ausgelastet" - Arbeit behinderter Mitarbeiter in Lindenwerkstätten ist gefragter denn je
Region Schkeuditz "Wir sind zeitlich völlig ausgelastet" - Arbeit behinderter Mitarbeiter in Lindenwerkstätten ist gefragter denn je
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22:00 14.05.2013
Mitarbeiter Frank Lollo (50) bedient eine "Riesenwaschmaschine", die im Akkord die DHL- und Flughafenwäsche säubert. Quelle: Peggy Hamfler

"Wir haben allein 81 Kunden pro Monat mit Wäsche zu versorgen, dafür stehen 18 Behinderte in der Wäscherei bereit. Wir sind zeitlich völlig ausgelastet, erhalten pro Woche sogar meist zwei Anfragen, die wir aus Kapazitätsgründen leider ablehnen müssen", berichtet Klaus Kröber, Mitarbeiter der Wäsche-Abteilung. Drei Mal pro Woche reinigen die Mitarbeiter nicht nur 70 Kilogramm Pilotenwäsche vom Flughafen Schkeuditz, DHL-Stoffe und Wäsche der Feuerwehr, sondern auch "Möppe", wie sie der 50-jährige Frank Lollo nennt. Für die "Wischmöppe" werde sogar ein eigenes Waschpulver genutzt. Lollo freut sich: "Ich bin froh, hier Arbeit gefunden zu haben. Viele Behinderte sind auf der Straße, finden keinen passenden Job." Iris Mehnert, Gruppenleiterin der beruflichen Bildung, erklärt das Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses: "Neuankömmlinge sind insgesamt ein halbes Jahr in meiner Abteilung, bis wir gemeinsam die für sie passende Arbeit finden, jeder wird nach seinen Talenten eingesetzt."

Zur Wahl stehen beispielsweise, Computerteile aus Kupfer oder Prozessoren auszusortieren, Kleber in Flaschen zu füllen, Drucker auseinander zu bauen. Detlev Lommatsch, Mitarbeiter des Bereiches Metall und Recycling, führt Besucher durch die Räume: "Wir reinigen hier zur Zeit die Rollbahn-Lampen des Flughafens, durch das Wetter werden sie stark verschmutzt." Renata Sirges, Leiterin der Schkeuditzer Lindenwerkstatt, freut sich: "Unser Ziel ist es, die Behinderten und psychisch Kranken auf dem regulären Arbeitsmarkt wieder einzugliedern. Einige Behinderte sind so gut, dass sie nach einem Praktikum zum Beispiel in einer Autowerkstatt übernommen werden. Auch unsere Gärtner lernen unglaublich schnell dazu. Ich wünsche mir, dass das Arbeitsamt stärker mit uns zusammenarbeitet, weil wir sehr gut Langzeitarbeitslose und psychisch Kranke eingliedern können und für den gängigen Arbeitsmarkt rehabilitieren können, das ist leider kaum bekannt, dass wir hier viele Mitarbeiter haben, die psychisch oder geistig beeinträchtigt sind, weil sie durch familiäre Todesfälle oder Scheidungen aus dem normalen Arbeitsleben ausschieden."

In der hauseigenen Gärtnerei verkauft Gruppenleiterin Silvana Schaper Pflanzen. "Heute morgen allein hatten wir etwa 350 Besucher", sagt sie am offenen Tag. Von acht bis 15 Uhr hat von Montag bis Freitag die Gärtnerei geöffnet. Im August ist das Sommerfest geplant.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2013

Peggy Hamfler

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