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Zehn Kinder lernen in Schkeuditzer Thomas-Müntzer-Grundschule Deutsch

Asylbewerber Zehn Kinder lernen in Schkeuditzer Thomas-Müntzer-Grundschule Deutsch

Seit einem Monat gibt es sie in Schkeuditz, die Klasse, in der ausländische Kinder Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erlernen. Zehn Kinder zwischen sechs und elf Jahren werden in der Thomas-Müntzer-Grundschule im Stadtteil Wehlitz derzeit unterrichtet.

Mit Buchstaben-Karten legen die Kinder das deutsche Alphabet in die richtige Reihenfolge.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Seit einem Monat gibt es sie in Schkeuditz, die Klasse, in der ausländische Kinder Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erlernen. Zehn Kinder zwischen sechs und elf Jahren werden in der Thomas-Müntzer-Grundschule im Stadtteil Wehlitz derzeit unterrichtet, am Montag kommt ein weiteres Kind hinzu. „Bis zum Jahresende werden es etwa 20 Kinder sein“, sagte Andrea Felske vom Schulamt der Stadt.

„Ich möchte eine Band gründen“, verriet der sechsjährige Klaudio Gjoka, der aus Albanien nach Deutschland gekommen ist. Er spricht nach nur drei Wochen in der DaZ-Klasse schon sehr gut Deutsch. Nur bei der Frage, welches Instrument er denn in der Band spielen möchte, wirbelt er mit den Armen und macht Rhythmusgeräusche, um ein Schlagzeug pantomimisch darzustellen.

Im Unterricht gibt Sandra Schmeil den Ton an. Die Pädagogin ist nach einer Qualifizierung nun DaZ-Lehrerin – also Quereinsteigerin. „Die Kinder sind sehr wissbegierig. Bei den Jungs merkt man ein gewisses Temperament“, sagte sie. Der Schulleiter Steven Machlitt ergänzt: „Wir haben eine Hausordnung und die gilt für alle. Das setzen wir auch durch.“

Die „Neuen“ in der Wehlitzer Grundschule kommen aus Afghanistan, aus Syrien, aus Pakistan und, wie Klaudio, aus Albanien. „Dass die Kinder zur Schule gehen müssen, wissen die Eltern“, informierte Felske. Allerdings sei es auch der Wille der Eltern, dass ihre Kinder lernen. Sie sollen es einmal besser haben. Kurios: Es hätte sogar eine Anfrage von Eltern gegeben, die ihr dreijähriges Kind in die Schule schicken wollten.

„Natürlich bedeutet die DaZ-Klasse eine zusätzliche Anstrengung“, bestätigte der Schulleiter der Wehlitzer Grundschule. Aber man stelle sich dieser Aufgabe, erhalte auch durch Eltern und Förderverein Unterstützung. „Die Kinder haben untereinander die wenigsten Probleme“, meinte Machlitt. Neugierig und interessiert würden sie aufeinander zugehen. Das sei in den Pausen gut zu beobachten. Auch, dass alle DaZ-Klassen-Kinder in den Hort der Grundschule gehen, trage zur schnelleren Integration bei.

Der DaZ-Unterricht wird in drei Stufen erteilt, erklärte Schmeil. Neu ankommende Kinder erhalten zunächst nur Deutsch-Unterricht. „Wir erarbeiten erst einmal einen Wortschatz, vermitteln Grundlagen“, sagte Schmeil. Praktisch heißt das für die Schülerinnen und Schüler, mit Buchstabenkarten das Alphabet zu sortieren oder mit Bildern zu zeigen, ob das Wetter gerade stürmisch ist oder die Sonne scheint. Ziel ist es, die Kinder so schnell wie möglich in den normalen Unterrichtsalltag zu integrieren.

In der zweiten Stufe besuchen die Kinder erste Unterrichtsstunden, die weniger sprachbetont sind, erklärte Schmeil. Die Entscheidung, wer welche Unterrichtsfächer wann besucht, werde in Absprache mit den Fachlehrern und den Eltern getroffen. „Eine Mutter, die schon länger in Schkeuditz ist, hat angeboten, zu übersetzen“, sagte Schmeil. Ansonsten kämen auch schon mal „Hände und Füße“ zum Einsatz.

Die dritte Stufe des DaZ-Unterrichtes erfolgt quasi den normalen Unterricht begleitend. Die ausländischen Schülerinnen und Schüler sind zu diesem Zeitpunkt komplett in die regulären Klassen integriert und erhalten wie die deutschen Kinder Unterricht. Zu dem Zeitpunkt wird die Vermittlung oder Vertiefung von Sprachkompetenz an die jeweiligen Fachlehrer abgegeben.

DaZ-Klassen in anderen Schkeuditzer Grundschulen seien jetzt nicht geplant, sagte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler). Für Schüler, die das Grundschulalter bereits überschritten haben, soll es, wenn der Bedarf da ist, in der Lessing-Oberschule eine Klasse für Deutsch geben. Momentan sei der Bedarf aber noch nicht da.

Von Roland Heinrich

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