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30-er Schilder sind weg

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Die grundhaft ausgebaute Kreisstraße in Pönitz ist noch nicht für den öffentlichen Durchgangsverkehr frei gegeben, doch welche Höchstgeschwindigkeit hier künftig gilt, davon kündet bereits ein provisorisches Schild: 50 km/h.

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Auf der neuen Ortsdurchfahrt in Pönitz lässt sich ein Handwagen wie hier von den "Pönitzer Waldgeistern" gleich doppelt gut ziehen. Anlieger dürfen auch mit ihren Autos die neue Straße nutzen, für den Durchgangsverkehr bleibt sie aber gesperrt.

Quelle: Olaf Barth

Pönitz. Anwohner hatten etwas anderes im Sinn.

Seit die Pläne für den Ausbau der maroden Pönitzer Ortsdurchfahrt konkreter wurden, seitdem setzten sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung viele Pönitzer auch für die Beibehaltung der 30-km/h-Obergrenze ein (die LVZ berichtete). In Bürgerversammlungen und auch schriftlich argumentierten sie, dass es sicherer ist für die Kinder im Ort, wenn langsamer gefahren wird. Auch würden es die aus den nahen Kiesabbaugebieten kommenden Laster oft besonders eilig haben. Wenn 50 erlaubt sei, würde oft auch 60 bis 70 km/h gefahren, zu viel für die Straße, die auch nur auf einer Seite einen befestigten Fußweg hat, meinen die Pönitzer.

Doch alles Argumentieren half offenbar nicht. Die 30-er Schilder sind bereits entfernt. Ein provisorisches Verkehrsschild zeigt die jetzt zulässige Höchstgeschwindigkeitsgrenze von 50 km/h an. Zwar hatte dies das Landratsamt von Anfang an so geplant und auf einen Antrag der Pönitzer auch ausführlich schriftlich geantwortet, der letzte offizielle Stand aber war eigentlich so, dass man doch noch einmal abwägen werde. Das ist nun offenbar passiert und wurde kurz und schmerzlos auch gleich umgesetzt. "Es gibt einfach keinen Grund mehr, weshalb auf der nun ausgebauten Straße jetzt nicht 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden soll", sagte Landratsamts-Pressesprecher Rayk Bergner.

Tauchas Bau-Fachbereichsleiterin Barbara Stein überrascht das nicht: "Weil die Straße so kaputt war, durfte nicht schneller als 30 gefahren werden, dieser Grund entfällt nun." Sie gehe aber davon aus, dass die Pönitzer gegen diese Anordnung vorgehen und die Herabsetzung auf 30 km/h beantragen werden. Stein hält das nicht für völlig aussichtslos: "Man muss sehen, ob es neue Sachargumente gibt oder sich an der Rechtssprechung etwas geändert hat. Vielleicht wird ja auch über den neu gewählten Stadtrat politischer Druck aufgebaut."

Möglicherweise machen die Pönitzer ja am Mittwoch, den 7. Mai ab 12 Uhr selbst auf ihr Anliegen aufmerksam. Denn dann wird dass rund 1,1 Millionen Euro teure Straßenbau-Projekt offiziell von Landrat Michael Czupalla (CDU) feierlich freigegeben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.04.2014
Olaf Barth

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