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Taucha Abgeschobene Fllanxa Murra erhält Besuch und eine zweite Prothese
Region Taucha Abgeschobene Fllanxa Murra erhält Besuch und eine zweite Prothese
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16:57 06.03.2019
In diese Tasche kommt die Prothese für die abgeschobene Fllanxa Murra. Christian Edelmann (r.) und Karla Kirsch fliegen damit nach Albanien. Sozialarbeiter Andreas Irmscher und Lothar Trinks (l.) unterstützen, wie viele andere, die Aktion. Quelle: Foto: Olaf Barth
Taucha

Im Gepäck haben die beiden Reisegefährten für die 29-jährige albanische Romni eine zweite moderne Prothese. Zum Zeitpunkt ihrer Abschiebung war erst eine fertig. „Mich hatte ihr Schicksal so berührt, dass ich mich der Unterstützergruppe in Leipzig angeschlossen und mich für die Reise bereit erklärt habe“, sagt Kirsch (22). Über WhatsApp stand sie zuletzt häufig in Kontakt mit Murra, die sich schon sehr auf den Besuch freue. Sie lerne weiter deutsch und möchte nach wie vor zurückkommen. Begleitet wird die Leipzigerin von Tauchas ehemaligem Pfarrer Christian Edelmann. Der 64-Jährige hatte das ökumenische Nachbarschaftshilfe-Projekt „Zeit-Tausch-Börse-Taucha“ mitbegründet. Unter dessen Dach arbeitet die Kleiderkammer, die unter anderem Treffpunkt für Flüchtlingshelfer ist, so auch für Lothar Trinks, der Murra während ihrer Zeit in Taucha persönlich betreut und sich dafür sehr engagiert hatte. Nach der Nacht-und-Nebel-Abschiebung von Murra hatte er seelsorgerische Betreuung bei Edelmann in Anspruch genommen, weil der Vorgang ihn so belastet hatte.

Manufaktur spendet Prothese

„Wir wollen ihr nicht nur die Prothese, eine Geldspende sowie kleine Geschenke überreichen, sondern auch die Situation vor Ort erkunden und sehen, welche Perspektiven sie dort hat und ihr Mut machen“, informiert Edelmann. Dass er und seine Begleiterin das medizinische Hilfsmittel überhaupt im Gepäck haben können, ist der Prothesen-Orthesenmanufaktur GmbH in Leipzig-Eutritzsch zu verdanken. „Die Prothese wurde von Mitarbeiter Markus Oberkersch unentgeltlich als Spende angefertigt. Er hatte bereits die erste Prothese für das andere Bein gebaut und Frau Murra in Taucha bei der Anpassung betreut. Er freut sich natürlich auch, dass sie die Prothese jetzt noch erhält“, berichtet Flüchtlingssozialarbeiter Andreas Irmscher, der mit Kirsch die Prothese abgeholt hatte.

Während des Besuchs von Kirsch und Edelmann in Tirana gibt es dort bereits einen Termin für Murra bei einem Orthopädietechniker, der ihr die Prothese anpasst, so Irmscher. Dank der Spendengelder könne das finanziert werden: „Die Grundversorgung ist in Albanien nicht gesichert, Medikamente müssen zum Beispiel selbst gezahlt werden.“

Von Olaf BARTH

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