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Ärger um Dreckecke neben dem Rathaus

Ärger um Dreckecke neben dem Rathaus

Eine lose Waschtrommel, einen alte Schreibmaschine, tütenweise klamme Altkleider und ein Weihnachtsbaum, der auch schon wieder zwei Monate vor sich hin nadelt: Dieter Grocholski platzt der Kragen, wenn er aus seinem Haus in der Grünen Gasse herauskommt und auf den Containerplatz schräg gegenüber schaut.

Taucha. Dann greift er – wie andere Nachbarn auch – schon mal zum Besen und beseitigt das Gröbste. „Schließlich muss ich ja mit meinem Wagen durch die Scherben fahren“, sagt er und ärgert sich über die allzu bequemen Zeitgenossen, die den Müll einfach abwerfen – aber auch über diejenigen, die einfach drüber hinwegschauen. Die Straße liegt nur einen Steinwurf von den Büros des Ordnungsamtes im Rathaus entfernt. „Etliche Mitarbeiter parken sogar hier unmittelbar neben den Müllhaufen“, sagt er und kann an diesem Tag jeden Wagen einem Rathausbeschäftigten zuordnen.

An seinem Müllproblem ändert das trotzdem nichts. Erst jetzt habe er wieder einen Mann vom Ordnungsamt auf das Problem hingewiesen. Der habe nur gesagt, sie hätten einen Brief an den Kreis geschrieben, erzählt Grocholski. Ihm ist das zu wenig, „Gleichgültigkeit“ nennt er das. „Wenn sich nicht bald was ändert, fege ich den Mist zusammen und schippe ihn vors Rathaus“, schimpft er sichtlich erhitzt.

Die Containerplätze seien ein „lange währendes Problem“, beruhigt Bürgermeister Holger Schirmbeck. Tatsächlich sei der Kreis zuständig, sie zu beräumen. Da gebe es Verträge, die eine turnusmäßige Säuberung vorsähen. „Was darüber hinausgeht, ist eine Frage der Kosten“, erklärt er. Letztlich fehle das Geld dann an anderer Stelle. Jeder, der Müll wild entsorge, schädige daher letztlich die Allgemeinheit. „Die Situation ist uns alles andere als gleichgültig“, beteuert er. Die Stadt versuche, die Verursacher der wilden Müllhaufen zu ermitteln, sei dafür aber auf die Mithilfe der Anwohner angewiesen. Jörg ter Vehn

Jörg ter Vehn

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