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Taucha Ärger um eingestürztes Haus in Seegeritz
Region Taucha Ärger um eingestürztes Haus in Seegeritz
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21:00 03.05.2011
Fassungslos schaut Jens Förster auf das nach Bauarbeiten eingesackte Gemäuer in der Seegeritzer Hauptstraße. Um die Schulfrage wird gestritten. Quelle: Jörg ter Vehn
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Taucha

„Der Einsturz war nachts um 3.30 Uhr. Ich bin fast aus dem Bett gefallen“, erinnert sich Jörg Friedrich. Er wohnt in der Hauptstraße in Seegeritz, unmittelbar neben dem früheren Domizil der Jugendfeuerwehr Taucha. Die Stadt hatte die Garage aus den 50er- samt Anbau aus den 70er-Jahren vor einiger Zeit an Jens Förster verkauft, der dort ein Büro für seinen Kleinkultur- und Bastelbetrieb Blechnapf aufbauen wollte und Material lagerte. „Davon ist jetzt viel zerstört worden, unter anderem meine Bühne“, seufzt der Bauherr.

Dach und zwei Seiten des Anbaus sind in jener Nacht am 21. April abgegesackt in einen Graben, der teils schon länger ums Haus gezogen worden war zur Trockenlegung. Und der auf der maßgeblichen Seite kurz vor dem Unglück auf 1,20 Meter vertieft worden war, um Anschlussleitungen für die neue Biokläranlage ins Haus führen zu können. Die hatte Förster einbauen lassen müssen – wie derzeit viele nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossenen Bewohner der Ortschaften rund um Taucha.

Strittig ist, warum das Haus einsackte. Förster behauptet, die Firma habe mehrere Bohrungen durchs offen liegende Fundament gemacht, selber auch von dort zum Schacht freigegraben. Er habe nur geholfen, damit es schneller geht. In der Nacht sei dann das Haus in die offene Grube abgerutscht. „Der Graben war auch gar nicht abgestützt worden“, erklärt er seine Sicht. Die Firma hätte erkennen müssen, dass Freigrabung und Erschütterung durch Baggerarbeiten eine zu große Belastung für das Fundament bringen würden und hatte Vorsorge treffen müssen.

Die Rückansicht zeigt, wie sehr auch der Nachbar von dem Geschehen betroffen ist. Quelle: Jörg ter Vehn

Laut Firma soll Förster hingegen die Schuld an dem Unglück tragen. Schließlich habe er den Graben ausgehoben, erklärte die Geschäftsführerin des Krostitzer Baubetriebs auf LVZ-Anfrage. „Wir haben die Erdarbeiten nicht gemacht, sondern er selber.“ Zumindest hätten ihr das die Bauleute vor Ort so gesagt, so die Geschäftsfrau, die sich um den Ruf ihrer Firma Sorgen macht.

Gleichwohl habe sie seit dem Unglück versucht, über ihre Versicherung und einen Gutachter rasch zu einer Klärung zu kommen. Dadurch seien ihr aber auch die Hände gebunden gewesen, vor Ort in das schwebende Verfahren einzugreifen und zum Beispiel den Vergleichsvorschlag von Förster anzunehmen.

Immerhin habe sie aber erreicht, dass das durchs Grundstück führende Abwasserrohr, das beim Einsturz zerbarst, über das aber drei oberhalb liegende Häuser entsorgt wurden, erst mal stillgelegt wurde. „Das wäre ja das Schlimmste, wenn jetzt noch weiter Abwasser ins Loch liefe“, erklärt sie. Laut Stadt wird das Wasser nun über flexible Leitungen über das Grundstück geführt.

Förster fühlt sich seit dem Drama, das ihm als Kleinkünstler auch finanziell ans Mark geht, von der Firma und den Ämtern allein gelassen. Die Firma habe bei mehreren Terminen vor Ort vorher genau gesehen, welche Schwierigkeiten zu erwarten sind und habe den Auftrag angenommen. Jetzt stelle sie nicht mal Material, um den Hausrest zu sichern und vorm Einsturz zu bewahren. Er habe einen Anwalt eingeschaltet, der direkt beim Gericht einen unabhängigen Gutachter erwirken wolle.

Nachbar Jörg Friedrich sieht unterdessen mit Sorge auf die Ruine nebenan. „Ich muss auch meine Klärgrube erneuern, dafür die alte mit Presslufthämmern rausbrechen“, erklärt er. „Das darf ich aber jetzt nicht mehr, wegen der Erschütterungen udn der Einsturzgefahr nebenan“, erläutert er. Er hoffe jetzt nur, dass sich alle Beteiligten schnell einigen. Gerichtliche Beweissicherungsverfahren können sich jedoch leicht über Monate, wenn nicht Jahre hinziehen.

Jörg ter Vehn

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